Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik „Pegida“-Erstarken in Dresden: Ängste und Vorurteile gegenüber Ausländern haben Bestand
Dresden Stadtpolitik „Pegida“-Erstarken in Dresden: Ängste und Vorurteile gegenüber Ausländern haben Bestand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 09.09.2015
"Klar zur Wende": Pegida-Anhänger in Dresden. Quelle: Arno Burgi/Archiv

Bei der Arbeit mit Schülern und bei anderen Angeboten werde immer wieder festgestellt, „dass nach wie vor viele Menschen gegenüber als ausländisch wahrgenommen Menschen und Gruppen Ängste und Vorurteile haben, die nicht selten in eine menschenverachtende Haltung münden“, teilte das Netzwerk am Dienstag mit.

Dies bestätigten auch Zahlen einer neuen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, laut der sich fast die Hälfte aller Deutschen ablehnend in Zusammenhang mit Asylsuchenden äußere. Angesichts dieser Zahlen und des Zulaufs bei den Protesten der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mahnte das NDC eine aktive Bürgergesellschaft zur Unterstützung von Flüchtlingen und zur Stärkung sozialer und demokratischer Werte an.

Sachsens Integrationsministerin fordert Stärkung der Diskussionskultur im Bildungsbereich

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) Quelle: dpa
Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hatte sich in der Vorwoche bei einem Besuch des sächsischen Netzwerk für Demokratie und Courage in Dresden für eine Förderung der Diskussionskultur stark gemacht : „Wir haben nach der erneuten Demonstration  in Dresden gesehen, dass es wichtig ist, mit den Menschen zu sprechen. Wir müssen die Diskussion führen.“

Auch die Stärkung der Diskussionskultur im Bildungsbereich sein wichtig.  „Wir müssen uns für ein demokratisches Verständnis einsetzen und die Bildung in diesem Bereich stärken. Dieser Ausländerfeindlichkeit, so möchte ich es klar nennen, müssen wir etwas entgegensetzen. Und da müssen wir auch als Staatsregierung etwas tun“, kündigte sie weitere Schritte und Gespräche in Zusammenarbeit mit Schulen, Gewerkschaften und Firmen an.

Versammlungsleiter Lutz Bachmann spricht auf der Kundgebung der «Pegida» in Dresden. Quelle: Arno Burgi
Unklar ist, ob und wie ein Dialog möglich ist. DNN-Online hatte dazu am Montag verschiedene Akteure befragt. Der Pegida-Gründer Lutz Bachmann sowie Vertreter des zwölfköpfigen Organisationsteams entziehen sich der fachlichen Diskussion, die sie selbst einfordern. Das Pegida-Bündnis selbst steht nach eigenen Angaben nicht für eine Diskussion bereit. Zudem solle jegliche Kommunikation mit "öffentlich-rechtlichen Sendern" vermieden werden, sagte Bachmann in seiner Rede vor 15.000 Demonstranten.  Auch der ARD-Livesendung "Günther Jauch" blieb er am Sonntag trotz Einladung fern. In Dresden erfolgte eine Absage für einer Debatte der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Sachsens AfD rechnet mit Pegida-Gespräch im Januar

Frauke Petry, von der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen. Quelle: dpa
Die AfD im sächsischen Landtag hat am Dienstag nach eigenen Angaben die Führung der  Pegida-Bewegung für Januar zu einem Gespräch eingeladen. Das teilte Fraktionschefin Frauke Petry am Dienstag mit. Einen Termin gibt es noch nicht. Petry ging davon aus, dass das zwölfköpfige Organisationsteam der Einladung folgt. CDU, SPD und Linke im Landtag signalisierten Bereitschaft, mit Teilnehmern der wöchentlichen „Pegida“-Demonstrationen in Dresden ins Gespräch zu kommen. Für die Grünen ist das Bündnis dagegen kein Dialogpartner. Mehrere Verbände hatten es als rassistisch eingestuft.

#Pegida und Co im Netz

Im Internet werden die Demonstrationen des Pegida-Bündnisses bei Facebook und Twitter kontrovers diskutiert. In der vergangenen Woche verwendeten Twitter-Nutzer 36.000 Mal das Schlagwort #Pegida. Andere so genannte Hashtags wie „#Bogida“ (Bonn) oder „#Dügida“ (Düsseldorf) kamen hingegen nur selten vor. Auf Facebook gibt es mehrere Diskussions-Seiten, darunter „Pegida“ mit über 60.000 „Gefällt mir“-Klicks. Allerdings finden sich auch kritische Stimmen, ebenso Satireseiten wie „Hooligans Gegen Satzbau“. Eine Facebook-Seite, auf der Aufrufe zu Demonstrationen der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“) verbreitet wurde, ist dagegen mittlerweile verschwunden.

dpa/dbr

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Dresdner Stadtrat hat Grünes Licht für das geplante Einkaufszentrum am Straßburger Platz gegeben. Die Stadträte billigten den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das „Geschäftsquartier Straßburger Platz“.

09.09.2015

Die IG Metall hat wegen des geplanten Verkaufs von Daimler-Niederlassungen in Ostdeutschland an den drei Dresdner Niederlassungen zu Protestaktionen aufgerufen. „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung der insgesamt 300 Mitarbeiter“, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Montag.

09.09.2015

Am heutigen Abend werden wieder mehrere Tausend Menschen auf den Straßen erwartet. Das Bündnis "Dresden für alle" demonstriert ab 17.30 Uhr auf dem Theaterplatz für eine weltoffene Stadt, ab 18.30 Uhr will die Pegida-Bewegung wieder gegen die angebliche Islamisierung durch die Stadt ziehen.

09.09.2015