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Stadtpolitik Parteien listen zum Frauentag Versäumnisse und Ungerechtigkeiten aber auch Erfolge auf
Dresden Stadtpolitik Parteien listen zum Frauentag Versäumnisse und Ungerechtigkeiten aber auch Erfolge auf
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23:38 09.09.2015
An der weltweiten Aktion One Billion Rising beteiligten sich 2013 in Dresden mehr als 50 Frauen und Männer. Quelle: Stephan Lohse

„Immer mehr Frauen sind gut ausgebildet und berufstätig, arbeiten aber viel zu oft zu niedrigsten Löhnen, in unfreiwilliger Teilzeit, befristet und in Minijobs“, sagte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) am Freitag. Man brauche Entgeltsysteme, die gleiches Geld für gleichwertige Arbeit garantieren. „Hier muss die Bundesregierung verbindliche Regelungen schaffen.“ Vor allem Minijobs müssten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung werden.

Die Grünen forderten neben fairen Löhnen eine angemessene Alterssicherung und verwiesen auf einen weiteren Aspekt: „Gerade in den Berufen, in denen überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten - im Gesundheits- und Sozialwesen oder auch im Gaststätten- und Hotelgewerbe - werden wesentlich schlechtere Löhne gezahlt als in männerdominierten Arbeitsfeldern“, betonte Grünen-Landeschefin Christin Bahnert. „Wir brauchen Teilzeitmodelle, die nicht in die Armutsfalle führen.“ Mit dem Mindestlohn sei ein wichtiger Schritt in Richtung Existenzsicherung getan. Allerdings müsse die Umsetzung gerade im „Niedriglohnland Sachsen“ umfassend kontrolliert werden.

„Auch in Sachsen bleibt der Ruf nach Gleichberechtigung aktuell: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ebenso wenig erreicht wie eine gleiche Teilhabe in Leitungs- und Führungsebenen“, kritisierte der Landesfrauenrat Sachsen. „Jeder Tag muss ein Frauentag sein“, lautete die Forderung der Linken im Landtag. Der Sächsische Handwerkstag sah das in den eigenen Reihen schon umgesetzt und verwies auf einen wachsenden Frauenanteil. Demnach werden derzeit 17,5 Prozent der Handwerksfirmen im Freistaat von einer Frau geführt. Bei Friseurgeschäften liegt der Anteil bei 85,6 Prozent, bei Kosmetik sind es 96,2 Prozent und bei Maßschneidereien 93,1 Prozent.

Pünktlich zum Frauentag beschloss der Bundestag am Freitag die Einführung einer Quote für Frauen in Führungspositionen. Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von einem „historischen Schritt“. Sie kündigte an, das in Sachsen bestehende Frauenförderungsgesetz bis Ende 2016 zu einem modernen Gleichstellungsgesetz weiterzuentwickeln. Zum Frauentag will Köpping auch selbst in Erscheinung treten - bei der Aktion „One billion rising - Eine Milliarde erhebt sich“. Dabei wollen Frauen überall auf der Welt zum Lied „Break the Chain“ eine einstudierte Choreographie zeigen. In Dresden ist das am Samstag, 16 Uhr, auf der Prager Straße zu erleben.

Ebenfalls daran beteiligen will sich die Linken-Landtagsabgeordnete Sarah Buddeberg, die aber gleichzeitig auch Forderungen stellt: „Wir brauchen in Sachsen Anlaufstellen für Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt geworden sind. Die Finanzierung der Frauenschutzhäuser muss gesichert werden. Die Mittel, die im Haushaltsentwurf hierfür eingestellt sind, reichen bei Weitem nicht aus. Wir werden als Fraktion im Sächsischen Landtag weiter für eine bessere Ausstattung streiten.“

dpa/ste

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