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Stadtpolitik Ortsbeirat Pieschen stimmt Hufewiesen-Kompromiss zu
Dresden Stadtpolitik Ortsbeirat Pieschen stimmt Hufewiesen-Kompromiss zu
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12:02 18.04.2018
Nur auf den Elbwiesen oder in der Heide finden Pieschener eine ähnlich große Grünfläche wie die Hufewiesen. Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
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Dresden

Der Hufewiesen-Kompromiss hat die erste Hürde genommen. Der Ortsbeirat Pieschen hat den Entwicklungsplänen für die elf Hektar große und teils bewaldete Grünfläche in Trachau zugestimmt. Dort sollen nun auf einer etwa 2,4 Hektar großen Teilfläche nahe dem Haltepunkt Trachau Wohn- und Gewerbebauten entstehen und der Rest zu einem Park ungestaltet werden – so der gemeinsam von Investor „Adler Real Estate AG“, der Hufewiesen-Bürgerinitiative und Stadträten der rot-grün-roten Mehrheit ausgehandelte Plan.

Ein Kompromiss, der beiden Seiten weh tut

„Für Pieschen der entscheidende Entwicklungsschritt“, musste auch CDU-Ortsbeirat Christoph Böhm anerkennen. Dennoch gab es von seiner Fraktion fünf Enthaltungen. Denn: „Der Weg kann nicht der richtige sein“, wie Böhm begründete. Sein Vater und CDU-Stadtrat Veit Böhm schlug noch heftiger in die gleiche Kerbe: „Was hier gemacht wurde, ist Erpressung“, sagte er bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstag. So könne mit einem Investor nicht umgegangen werden.

„Ich habe mich gar nicht so erpresst gefühlt", entgegnete Thomas Bergander, der als Geschäftsführer der „Taurecon Real Estate Consulting GmbH“, die im Auftrag der „Adler Real Estate AG“ das Gelände entwickelt, den Investor vertritt. „Natürlich gibt es immer Maximalforderungen, aber jetzt haben wir einen Kompromiss, der beiden Seiten weh tut“, sagte er. „Wir geben ein sieben Hektar großes Grundstück ab, das tut jedem Investor weh. Und auf der anderen Seite wird relativ dichte Wohnbebauung entstehen, das findet nicht jeder von der Bürgerinitiative gut.“

Der Plan hat noch einige Ungewissheiten. So kann Bergander wegen des relativ frühen Zeitpunkts – es geht in der aktuellen Diskussion um die Aufstellung eines Bebauungsplans, der alles weitere festsetzen wird – noch nichts über die Art der geplanten Bebauung sagen. Nur so viel fügte er beim Ortsbeirat dem bereits gefallenen Stichwort „dichte Bebauung“ noch an: „Die Wohnungen, die hier gebaut werden, sollen im Bestand bleiben und vermietet werden.“ Außerdem sollen mehr als 20 Prozent Sozialwohnungen sein, wie der Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann sagt, der der Linke-Fraktion angehört.

Anwohner sollen bei Parkgestaltung mitbestimmen

Nicht ganz klar ist auch noch, ob ein B-Plan für das gesamte Gebiet entstehen soll oder je einer für die Wohnsiedlung und einer für den Bürgerpark. Auch dessen Gestaltung und Umrisse sind noch nicht gesetzt.

So plädiert Anja Osiander von der Hufewiesen-Bürgerinitiative dafür, die nahe Alttrachau gelegenen Gärten, die von Privatleuten bewirtschaftet werden, aus dem B-Plan-Umriss herauszunehmen. Neben den sieben Hektar Grünfläche, die der Investor an die Stadt verkaufen wird, soll sich der geplante Park jedoch auch noch auf weitere Flächen erstrecken, die teils der Deutschen Bahn, teils anderen Eigentümern gehören. Mit ihnen habe derzeit noch keiner gesprochen, musste Joris Kretzschmar vom Stadtplanungsamt einräumen.

Die Art der Gestaltung, so hatte es Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) versprochen, soll bei geeigneten Veranstaltungen breit mit Anwohnern diskutiert werden. „Auch bei der weiteren Gestaltung des neuen Wohn- und Gewerbequartiers sollte der Dialog mit den Anwohnern fortgeführt werden“, verlangt SPD-Ortsbeirat Stefan Engel. Über die Hufewiesen wird noch zu reden sein.

Von Uwe Hofmann

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