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Stadtpolitik Neue Nachttanzdemo in Dresden geplant – Libertäres Netzwerk will für neue Ideen auf die Straße gehen
Dresden Stadtpolitik Neue Nachttanzdemo in Dresden geplant – Libertäres Netzwerk will für neue Ideen auf die Straße gehen
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18:42 09.09.2015
Am 2. Juni soll es in Dresden wieder eine Nachttanzdemo geben. Quelle: Privat
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Weniger Hierarchien, neue Antworten und einen „dritten Weg“ neben dem Ruf nach mehr Staat und dem nach mehr Markt, so umschreibt einer der Organisatoren die Forderungen, für die man auf die Straße gehe. Dazu gehören unter anderem die Kollektivierung aller Betriebe und die Abschaffung der Nationalstaaten.

Man wolle für freies Netzwerken werben, für Nachbarschaftshilfen, Umsonstläden oder Wohnprojekte – für einen alternativen Gesellschaftsentwurf, erklärt Organisator Ronny, der seinen vollen Namen nicht genannt sehen möchte, die Ziele. Darin unterscheide man sich auch von der Nachttanzdemo Ende April, bei der neben dem Protest gegen Nazis vor allem mit dem Motto „Reclaim the streets“ auf schwindende Freiräume in Dresden aufmerksam gemacht werden sollte.

Während damals die Linksjugend federführend an der Organisation beteiligt war, wollen sich die Organisatoren der neuen Demo bewusst von politischen Institutionen abgrenzen. Für die Glaubwürdigkeit des Protestes sei es entscheidend, dass man unabhängig von Institutionen und Parteien agiere, erklärt Ronny. Die Juni-Demo sei aber keinesfalls als Antwort auf die erste Nachttanzdemo zu verstehen, beide Veranstaltungen seien unabhängig voneinander geplant worden. Auch als Gegenveranstaltung zur am gleichen Tag laufenden CSD-Demo will Ronny die Nachttanzdemo nicht verstanden wissen. Die Terminüberschneidung sei reiner Zufall. Zudem beginne die Nachttanzdemo so spät, dass Dresdner bei beiden Events mitmachen könnten.

Mit geplanten fünf Musikwagen und erhofften 500 Teilnehmern wollen sich die Organisatoren am Samstag dann auf den Weg machen. Spaß und Tanz sei unterwegs eindeutig erlaubt. Nur während der geplanten Zwischenkundgebungen, auf denen Vertreter von Gruppen wie der Umsonstladeninitiative oder des Wohnprojekts Praxis sprechen, wird es leiser.

Wie bereits bei der ersten Nachttanzdemo gebe es zwar auch Kritik am Konzept der Spaß-Demo, die Organisatoren hoffen aber darauf, im Gegensatz zur ersten Nachttanzveranstaltungen nicht blockiert zu werden. Was passiere, wenn sich doch einzelne dem Trupp in den Weg stellen, will Ronny noch nicht sagen, das werde dann die Menge entscheiden. Nur eins sei sicher: Von der Polizei werde man eventuelle Blockierer nicht von der Straße räumen lassen.

Stephan Lohse

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