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Stadtpolitik Nach Missbrauchsfällen: Neue Wendung bei der Dresdner Parkeisenbahn
Dresden Stadtpolitik Nach Missbrauchsfällen: Neue Wendung bei der Dresdner Parkeisenbahn
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13:59 09.03.2018
   Quelle: Archiv/dpa
Dresden

 Für die sozialpädagogische Arbeit bei der Dresdner Parkeisenbahn soll es eine Ausschreibung geben. Das wird derzeit in Gremien des Jugendhilfeausschuss diskutiert. Bislang sind aber noch viele Fragen offen. Schlösser-Chef Christian Striefler strebt grundsätzliche Änderungen an.

Nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen bei der Parkeisenbahn war ein Kinderschutzkonzept aufgestellt worden (DNN berichtete mehrfach). Ein wesentlicher Punkt darin ist der Einsatz von Sozialpädagogen, um die Arbeit mit den Kindern beim Parkeisenbahn-Verein zu professionalisieren.

Ausschreibung für sozialpädagogische Betreuung geplant

Anfang Februar gab der Jugendhilfeausschuss dafür aber zunächst die Gelder nicht frei, weil noch verschiedene Probleme gesehen wurden. So wird darüber diskutiert, warum die Stadt Dresden eine Angebot bei der Parkeisenbahn finanzieren soll, die eigentlich zur „Schlösser, Burgen und Gärten“ gGmbH des Freistaats gehört. Zudem gab es wohl ein Konzept, das stark auf Kontrollaufgaben ausgerichtet war. Jugendhilfe könne aber nur pädagogische Projekte fördern, hieß es. Nun soll der Bedarf nochmals geprüft und eine Kooperation mit dem staatlichen Schlösser-Unternehmen angestrebt werden.

Der Unterausschuss Planung des Jugendhilfeausschusses wurde beauftragt, gegebenenfalls ein Interessenbekundungsverfahren für die Übernahme der Trägerschaft für das Projekt in Kooperation mit der „Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen“ gGmbH und dem Förderverein der Dresdner Parkeisenbahn e. V. einzuleiten.

Stellenzahl offen

Das soll nun auch auf den Weg gebracht werden. Bei diesem Verfahren können sich dann freie Träger bewerben. Die AWO, die bereits ein Konzept mit zwei Vollzeitstellen auf den Tisch gelegt hatte und mit ihrer Beratungsstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen „Shukura“ bereits bei der Parkeisenbahn aktiv ist, müsste sich dann ebenfalls in die Schar der Bewerber einreihen.

Um wie viele Stellen es gehen soll, ist zudem noch offen. Dies hänge von der Kofinanzierung durch die Schlösser-GmbH des Freistaats ab, heißt es aus dem Jugendhilfeausschuss.

Striefler: Verantwortung soll der tragen, der die Kompetenz hat

GmbH-Chef, Christian Striefler, will zunächst jedoch Grundsatzfragen klären. „Kinder und Jugendarbeit gehört nicht zu den Kernkompetenz der Schlösser-GmbH“, sagte Striefler gegenüber DNN. Für ihn ist deshalb klar: „Wer die Kompetenz hat, sollte auch die Verantwortung tragen.“ Es sei nicht Aufgabe einer staatlichen Schlösserverwaltung, die sich um Museen und Pflege historischer Gärten kümmere, für Kinderbetreuung zuständig zu sein. Diese Frage sei für ihn „der Kern der Sache“.

Striefler verwies auf die erhebliche Bedeutung der Parkeisenbahn für Dresden, die mit 220 Kindern- und Jugendlichen zu den größten Jugend-Projekten in der Stadt gehöre und deutschlandweit einmalig sei. Ihm liege daran, dass die große Tradition weitergeführt werden kann. Parkeisenbahnen würden anderswo in Deutschland ohne diese Bereiche betrieben. Für die Kinder- und Jugendarbeit seien bundesweit grundsätzlich die Kommunen zuständig.

Lösung für Finanzierung

Striefler hat deshalb ein klares Modell vor Augen: Die Schlösser-GmbH betreibt die Bahn. Um die Kinder und Jugendlichen sollte sich aber ein freier Träger in Abstimmung mit der Stadt kümmern. „Wie das im Detail abläuft, sollten wir in Gesprächen miteinander abstimmen“, appellierte der Schlösser-Chef an die städtische Seite. Dann werde sich auch eine Lösung für die Finanzierung finden.

Von Ingolf Pleil

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