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Stadtpolitik Masterplan Leipziger Vorstadt: Stadtrat will Globus Ausweichfläche anbieten
Dresden Stadtpolitik Masterplan Leipziger Vorstadt: Stadtrat will Globus Ausweichfläche anbieten
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23:38 09.09.2015
Auf dem Gelände des alten Leipziger Bahnhofs will sich der Handelsriese Globus ansiedeln. Die Mehrheit des Stadtrates will hier aber lieber Wohnungen errichten. Quelle: Dietrich Flechtner
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Nach den Vorstellungen von RGR sollen die Parameter für den Hochwasserschutz, aber auch für Lärm- und Luftbelastung sowie die Altlasten ermittelt werden, bevor geplant wird.

„Wir wissen, dass in bestimmten Bereichen wegen des Lärmschutzes keine Wohnbebauung möglich ist, etwa rund um den Alten Schlachthof“, erklärt Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linke-Fraktion. Deshalb solle die Verwaltung diese Beschränkungen darstellen, um eine realistische Neuplanung zu ermöglichen.

RGR wünscht sich neben der Kulturspange zwischen Elbe und Altem Schlachthof eine Grünachse mit Boulevardcharakter von der Alten Orangerie bis zum Hafengelände entlang der Elbe. Damit soll das Leitbild „Park schafft Stadt“ in der Leipziger Vorstadt ausgeformt werden, heißt es in dem Ersetzungsantrag. Die trennende Wirkung des Verkehrszuges Leipziger Straße sei stadtplanerisch abzumildern.

So könnte die Hafencity einmal aussehen, planen die Investoren Quelle: Visualisierung Woerner & Partner
Eine künftige Wohnnutzung sei vorrangig in den Bereichen zu prüfen, in denen keine Restriktionen wegen Hochwasser, Lärm oder Schadstoffen bestehen. Es sei auf einen hohen Anteil preisgünstiger und familienfreundlicher Wohnungen zu achten. Die Höhe der Wohngebäude dürfe den Blick von der Innenstadt aus nicht dominieren. RGR will maximal Viergeschosser in den Baufeldern an der Elbe und sechsgeschossige Gebäude entlang der Leipziger Straße zulassen, was unter anderem die Bauprojekte "Hafencity" und "Marina Garden" trifft.

Für das Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs seien alternative Nutzungen zu Globus zu prüfen, heißt es in dem Antrag. „Wir sind nicht für Globus und auch nicht gegen Globus. Wir setzen hinter Globus ein dickes Fragezeichen“, erklärte Wirtz. RGR habe nichts gegen das saarländische Handelsunternehmen, das auf dem Gelände einen Großmarkt errichten will. RGR halte den Standort aber für ungeeignet und empfehle, Globus eine Ausweichfläche anzubieten. „Es gibt andere Industriebrachen, die beplant werden müssen“, so Wirtz.

Ziel sei es, so der Antrag, bis September den Masterplan für die Leipziger Vorstadt so weit fortzuschreiben, dass Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne getroffen werden könnten. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Blümel erklärte, mit diesem Antrag könne gesichert werden, dass Investoren nicht einseitig zu Lasten der Stadt ihre Interessen in dem Areal durchsetzen könnten. Michael Schmelich (Bündnis 90/Die Grünen) geht davon aus, dass auch die Investoren mit der Intention des Antrags leben könnten. „Wir haben einen guten Kompromiss gefunden, der alle Interessen berücksichtigt“, so Schmelich. Mit dem Antrag sei ein weiterer Punkt der Kooperationsvereinbarung zwischen Linken, Grünen und SPD erfüllt.

Thomas Baumann-Hartwig

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