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Stadtpolitik Lobbyarbeit für Soldatenfamilien
Dresden Stadtpolitik Lobbyarbeit für Soldatenfamilien
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07:14 08.06.2018
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, ehrte am Donnerstag in Berlin Martina de Maizière für ihr Engagement bei der Betreuung von Soldatenfamilien mit dem Ehrenkreuz in Gold.
Berlin/Dresden

„Ich fühle mich sehr geehrt. Diese Auszeichnung nehme ich mit großer Freude an.“ Vor sechs Jahren, als sie Schirmherrin für die Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr wurde, war Martina de Maizière die Frau des damaligen Verteidigungsministers. Eigens für sie wurde dieses Amt geschaffen. Und sie füllte es aus: Sie mischte sich ein, stellte die richtigen Fragen, lenkte das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Soldaten und ihre Familien, gab ihnen eine Lobby.

Am Donnerstag wurde sie für ihre ehrenamtliche Arbeit im Bundesverteidigungsministerium in Berlin ausgezeichnet – mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. Es wird in der Regel Soldaten als Zeichen der besonderen Anerkennung für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen verliehen. In Ausnahmefällen werden Personen des öffentlichen Lebens geehrt, wenn sie sich um die Bundeswehr besonders verdient gemacht haben.

So geehrt sie sich aber fühle, sagt Martina de Maizière, so sehr verstehe sie die hohe Auszeichnung auch als Anerkennung für alle, die in den 31 Familienbetreuungszentren der Bundeswehr arbeiten. Wichtige Fragen werden dort geklärt. Was machen die Partner im Einsatz? Wie kann man sie in dringenden Fällen erreichen? Wie gehen andere Soldatenfamilien mit langer Abwesenheit um? Wer hilft, wenn nichts mehr so ist, wie es war? Wer, wenn Betreuung für die Kinder fehlt?

„Es wird hier jedem geholfen“

Nicole Oertel aus Oppach war dankbar für solche Angebote, als ihr Mann Mirko in seinem vierten Auslandseinsatz für 140 Tage in Mali war – 4073 Kilometer von ihr und seinen drei Kindern entfernt. Nicole zieht den Hut vor den Mitarbeitern des Betreuungszentrums in Frankenberg. „Es wird hier jedem geholfen, Tag und Nacht“, erklärt sie. „Da gibt es ein Notfalltelefon, wo man immer anrufen kann, wo ich auch Antworten bekomme, die ich verstehe. Und die mich oft auch ein Stück weit beruhigt haben.“

In Frankenberg befindet sich eines der zwei Familienbetreuungszentren der Bundeswehr in Sachsen. Das Zentrum versteht sich als Ansprechpartner rund um den Einsatz. Es unterstützt – nicht nur in Notfällen – mit der Vermittlung von Kontakten, psychologischer Betreuung und großen gemeinsamen Treffen. Das helfe beiden Seiten – der Familie und den Soldaten, meint Hauptfeldwebel Mirko Oertel. „Ich habe es an der Euphorie gemerkt. Wenn ich mit meiner Frau und mit meinen Kindern telefoniert habe und sie begeistert riefen, dass es wieder nach Frankenberg geht. Das hält einem Rücken frei.“ Man könne im Einsatz nicht immer an die Familie denken, aber schon wegen dieser Hilfsangebote war er in Mali ruhiger und sicherer.

300 Helfer in den Familienzentren

Martina de Maizière fühlt sich durch solche Sätze bestätigt.Ging es am Anfang in der Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr um bessere Chancen, vom Einsatzort aus nach Hause zu telefonieren, stand als bald der Aufbau der ehrenamtlichen Arbeit generell an. Aus den 70 Ehrenämtlern sind heute fast 300 geworden.

Die wichtige Arbeit der Familienbetreuungszentren sei endlich in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Das mache sie froh. Martina de Maizière hat sich oft mit den Leitern der Familienbetreuungszentren getroffen, sie beraten und gestärkt. Das kann sie, denn in Dresden führt sie eine eigene Praxis für Supervision und Coaching, berät Menschen und Organisationen, leitet Kongresse, hat ein Lehramt, unterstützt die Diakonie Sachsen.

In Gesprächen mit Angehörigen habe sie „ihnen deutlich“ ihre „Wertschätzung gezeigt. Und versucht, ihnen ein wenig die Ängste zu nehmen. Es ging immer um die eine Frage: Kommt der Soldat, die Soldatin gesund zurück, gesund an Körper und an Seele?“ Jeder wünsche sich doch, dass alles so bleibt, wie es war. Da habe sie versucht, gegenzusteuern: „Natürlich verändert solch eine Zeit den Menschen, nicht nur all die Soldaten im Einsatz, sondern auch die Familien zu Hause. Das war mir immer wichtig zu sagen, auch damit die Erwartungen nicht enttäuscht werden“.

Die Wahldresdnerin wird das Ehrenamt als Schirmherrin nun beenden. Doch wenn sie Zeit habe, komme sie. „Mit und ohne Amt schlägt mein Herz dafür.“

Von Adina Rieckmann

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