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Kritik an Dresdner Schulnetzplanung und Reaktion auf Bevölkerungsprognosen hält an

Pieschener SPD wirft Dresden Glücksspiel vor Kritik an Dresdner Schulnetzplanung und Reaktion auf Bevölkerungsprognosen hält an

Die Kritik an der Schulnetzplanung der Stadt reißt nicht ab: Die Fraktionen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit und der CDU haben sich zwar über einen gemeinsamen Änderungsantrag zum Schulnetzplan verständigt und in vielen Punkten eine Einigung erzielt – alle Fragen sind aber bei Weitem nicht geklärt.

Wie viele Schüler wird Dresden in Zukunft haben? In jedem Fall sollten ausreichend Schulen zur Verfügung stehen.

Quelle: Dpa

Dresden. Die Stadtpolitik wartet am Donnerstag mit einer ungewöhnlichen Aktion zum Schulnetzplan auf: Die Fraktionen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit und der CDU haben sich über einen gemeinsamen Änderungsantrag zum Schulnetzplan verständigt und in vielen Punkten eine Einigung erzielt. Nun sollen die Änderungsanträge am Vorschlag der Stadtverwaltung vorgestellt werden. Völlige Einigkeit ist aber offenbar nicht erzielt worden. Nach dem gemeinsamen Auftritt will Rot-Grün-Rot weitere, eigene Änderungsanträge vorstellen und sich auch zum Entwicklungsstand rund um die Universitätsschule äußern.

Die Kritik an der Schulnetzplanung der Stadt reißt bislang nicht ab: „Mir ist nach wie vor vollkommen schleierhaft, wie die Stadtverwaltung eine Planung verteidigen kann, die von vorneherein eine Mangelsituation vorsieht“, kritisierte jetzt Stefan Engel von der SPD in Pieschen. Auch nach der neuesten Bevölkerungsprognose zeichne sich spätestens ab dem Jahr 2023 ein Mangel an Grundschulplätzen im südlichen Pieschener Schulbezirk (1) ab. Anstelle der benötigen 16 Züge könne die Stadt nur 15 Züge bereitstellen. „Und selbst diese Planung ist für viele Eltern und Schüler eine reine Zumutung“, schimpfte der Ortsbeirat. So soll die 8. Grundschule zukünftig komplett dreizügig betrieben werden. Derzeit habe diese Schule allerdings nur neun Klassenräume. Die Doppelnutzung der vorhandenen vier Horträume ist aus Engels Sicht „nicht akzeptabel“.

Die Stadt hatte im Bereich Pieschen keinen Anlass für Änderungen in der Schulnetzplanung aus der aktuellen Bevölkerungsprognose abgeleitet. In Pieschen 2 würden geringere Werte prognostiziert, bedarfsgerecht könne so die Zügigkeit der 56. und/oder der 106. Grundschule reduziert werden, hieß es in einem Schreiben von Bildungsbürgermeiste Hartmut Vorjohann (CDU) an die Stadträte. Auch in Pieschen 1 gehe die Prognose leicht zurück. Deutlich werde, dass die Gesamtkapazität beider Schulbezirke für den Pieschener Bedarf ausreichend bemessen ist, erklärte die Verwaltung in dem Schreiben. Während für Pieschen 1 (Bereich der 8., 26., 41., 43. Grundschule) ab dem Schuljahr 2023/24 ein Mangel an Schulplätzen im einstelligen Bereich prognostiziert werde, liege das Angebot in Pischen 2 (56., 106. und 147. Grundschule) ab dem gleichen Jahr bei bis zu 20 Plätzen über dem Bedarf.

Engel sprach vom „bildungspolitischem Glücksspiel auf dem Rücken von Schülern und Eltern“. Er hofft, dass der Stadtrat Änderungsvorschläge des Ortsbeirats berücksichtige. Mit der Sanierung und dem Ausbau der 8. Grundschule (gegenwärtig Konkordienstraße 12) zu einer vierzügigen Einrichtung könnte der Bedarf gedeckt werden. Die Stadtverwaltung will dagegen bislang die Schule für geistig behinderte Kinder „Robinsonschule“ perspektivisch von der Schweizer Straße auf die Konkordienstraße 12a verlagern.

Von Ingolf Pleil

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