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Stadtpolitik Kraftwerk Mitte: Dresdner Stadtrat hat zu knapp gerechnet
Dresden Stadtpolitik Kraftwerk Mitte: Dresdner Stadtrat hat zu knapp gerechnet
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17:38 09.09.2015

Nach ersten Planungen der Theater laufen Mehrkosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro auf. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hat die Ausstattungsfrage jetzt zur Chefsache gemacht.

Rückblende: Mit dem Beschluss zum Finanzierungskonzept für das Kraftwerk Mitte im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat einen Budgetrahmen von sechs Millionen Euro für die Beschaffung der Ausstattungen gesetzt. Dazu gehören die verschiedensten Bereiche wie Maschinen- und Fuhrparks für die Werkstätten, Möblierung der Zuschauersäle, Ausrüstung der Bühnen mit Licht-, Ton- und Medientechnik.

Die sechs Millionen waren eine grobe Schätzung, wahrscheinlich kam es zu dieser Summe, weil auch die Ausstattung des Kulturpalastes sechs Millionen Euro kosten soll. Im Kraftwerk Mitte müssen allerdings vier Bühnen ausgestattet werden: Operette, Große Bühne tjg, Studiotheater und Puppenbühne. Nachdem beide Theater ihre Gesamtübersichten erarbeitet hatten, stand fest: Sechs Millionen sind nicht zu halten. Unter dem Strich standen nach DNN- Informationen 13,8 Millionen Euro.

Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) bestätigte auf DNN-Anfrage das Vorliegen einer Diskussionsgrundlage mit einer preislichen Bewertung, ohne Zahlen zu nennen. "In welchem Umfang und zeitlichen Abschnitten diese Planungen realisiert werden können, wird anhand des Planungsfortschrittes im Projekt sowie der Entwicklung innerhalb des Projektbudgets und des Gesamthaushaltes fortlaufend geprüft", erklärte Lunau nebulös.

Der Kulturbürgermeister kündigte an, dass Orosz im Rahmen der bevorstehenden Lesungen zum Haushaltsplanentwurf 2015/2016 im Stadtrat die Situation erläutern und Vorschläge zum weiteren Vorgehen unterbreiten werde. Nach DNN-Informationen muss rigoros gespart werden. Die OB will unbedingt die psychologisch wichtige Grenze von zehn Millionen Euro für die Ausstattung unterschreiten. Mehrkosten wird es aber in jedem Fall geben, die Rede ist von rund 3,5 Millionen Euro.

Wie die Mehrkosten gegenfinanziert werden sollen, ist noch ungewiss. Der Etat von Lunau ist knapp bemessen, der Haushalt von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) gibt nicht mal 1,2 Millionen Euro Eigenmittel für einen Förderantrag her, der rund 2,8 Millionen Euro Bundesmittel für Außenanlagen und Lichtkonzept bringen könnte (DNN berichteten).

"Derzeit steht die Definition des zur Eröffnung der Spielstätten unmittelbar notwendigen Ausstattungspaketes im Zentrum der gemeinsamen Bemühungen", erklärte Lunau. Einerseits müsse der Spielbetrieb auf den Bühnen gewährleistet werden, andererseits gelte die Prämisse einer darstellbaren Finanzierung.

Wolfgang Schaller, Intendant der Staatsoperette, wollte sich zum Problem der Ausstattung nicht äußern. "Das ist ein laufender Vorgang, den ich nicht kommentieren werde", erklärte er auf Anfrage der DNN.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.10.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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