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Stadtpolitik Konservative in der Dresdner CDU gründen WerteUnion
Dresden Stadtpolitik Konservative in der Dresdner CDU gründen WerteUnion
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11:22 11.07.2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) blättert am 03.07.2017 in Berlin im gemeinsamen CDU/CSU-Wahlprogramm für die anstehende Bundestagswahl. Bis dahin will die „WerteUnion“ alle Bundesländer abdecken.  Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Dresden

 Am Anfang saßen vier von der aktuellen Politik mehr oder weniger frustrierte CDU-Mitglieder in einer Gartenlaube in Klotzsche und diskutierten. Als die Diskussion in die Phase einzutreten drohte, in der man gemeinschaftlich feststellt, dass man ja doch nichts tun kann, da beschlossen die vier Christdemokraten, eine Initiative zu gründen. „CDU – Kurswechsel“ nannten sie ihren konservativen Kreis.

Ein Jahr nach diesem Treffen ist die Initiative Teil eines deutschlandweiten Netzwerkes, das bereits sieben Landesverbände gegründet hat und bis zur Bundestagswahl alle Bundesländer abdecken will. Ein Teilnehmer der Runde, der Selbstständige Ulrich Link, ist Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes und sagt: „Wir haben eine Marktlücke geschlossen. Viele Menschen schöpfen wieder Hoffnung.“

Im Moment steht der dritte Namenswechsel an. Erst „CDU – Kurswechsel“, dann etwas sperrig „Freiheitlich-konservativer Aufbruch“, nun kurz und knackig „WerteUnion“. „Wir sind eine Initiative innerhalb der CDU, die die konservativen Wurzeln und Werte unserer Partei betont“, erklärt Link. Von der Organisationsstruktur her soll die „WerteUnion“ eine Vereinigung werden innerhalb der Partei.

Die Konservativen in der Dresdner CDU sind im ständigen Gespräch mit dem Kreisverband, erklärt Links Mitstreiter Peter Heichen. „Wir werden nicht explizit unterstützt und es gibt im Kreisverband auch nicht nur Anhänger von uns. Aber wir werden wahrgenommen.“ Wie sich die „WerteUnion“ ihre künftige Rolle in der Kreis-CDU vorstellt und wie sie sich zur Kommunalwahl 2019 positioniert, etwa eigene Kandidaten aufstellt, sei noch nicht ausdiskutiert, sagt Link. „Wir konzentrieren uns erst einmal mit aller Kraft auf die Bundestagswahl.“

„Wir wollen, dass die Wähler die CDU nicht als kleineres Übel empfinden“

Mit Arnold Vaatz und Andreas Lämmel habe die Dresdner CDU zwei Direktkandidaten aufgestellt, die auf der inhaltlich „vernünftigen Seite“ stünden, meint Heichen. „Besonders Arnold Vaatz ist immer unbequem gewesen und wird unsere volle Unterstützung erhalten.“ Ziel der WerteUnion sei ein Wahlsieg der CDU und eine bürgerliche Bundesregierung gemeinsam mit der FDP.

Dazu, so Link, sei es erforderlich, das verloren gegangene Profil der Partei zu schärfen. „In der großen Koalition hat sich inhaltlich vor allem die SPD mit ihren Positionen durchgesetzt. Wir wollen, dass sich die CDU auf ihre Wurzeln besinnt und mit den richtigen Vorschlägen in den Wahlkampf zieht.“ Es sei an der Zeit, Recht und Gesetz wieder durchzusetzen, nennt Link ein Beispiel. Nur Menschen mit Ausweispapieren dürften ins Land gelassen werden.

Das Interesse an der WerteUnion, in deren Landesvorstand zehn bis zwölf Personen mitarbeiten würden, sei groß, erklärte Heichen. „Wir erhalten jeden Tag Anfragen und Aufnahmeanträge.“ Von Dresden sei die Initiative ausgegangen, mittlerweile gebe es fast im ganzen Freistaat Gleichgesinnte. „Wir wollen, dass die Wähler die CDU nicht als kleineres Übel empfinden, sondern auch voller Überzeugung wählen“, erklärte Link. Die WerteUnion werde künftig regelmäßig Veranstaltungen in Dresden anbieten wie jüngst mit dem Politikwissenschaftler Werner Patzelt, zu der mehr als 60 Besucher kamen. „Auch wenn wir noch eine Minderheit in der sächsischen CDU sind: Man kann uns nicht mehr ignorieren oder wegdiskutieren“, konstatierte Heichen.

www.cdu-kurswechsel.de, www.fkaufbruch.de

Von Thomas Baumann-Hartwig

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