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Stadtpolitik Jugendhilfeausschuss in Dresden vergibt Fördergelder an Vereine
Dresden Stadtpolitik Jugendhilfeausschuss in Dresden vergibt Fördergelder an Vereine
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16:30 24.03.2018
   Der Jugendhilfeausschuss hat Fördermittel in Höhe von mehr als 700.000 Euro auf Projekte freier Träger verteilt. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

 Der Jugendhilfeausschuss hat Fördermittel in Höhe von mehr als 700.000 Euro auf Projekte freier Träger verteilt. Das Geld kommt unter anderem der Jugendverbandsarbeit, Jugendleiterschulungen sowie internationalen Jugendbegegnungen zugute. Die Palette der Empfänger reicht vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) über DRK, DGB und Jugend des Sächsischen Bergsteigerbundes bis hin zur Katholischen Dekanatsjugendseelsorge oder dem Verein „Roter Baum“ e.V. Die am Donnerstag Abend verteilten Gelder gehören zu einem Gesamtbudget von etwa 17,5 Millionen Euro für 2018, das zum Teil aber schon 2017 für zweijährige geförderte Projekte zugesagt worden ist.

Gelder für Jugendzentrum zurückgestellt

Zurückgestellt wurde mit dem Beschluss die Förderung des Stadtjugendrings und des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland e.V. (CJD) im Zusammenhang mit dem Jugendzentrum Weixdorf. Der CJD hatte dem Zentrum zum Jahresende zunächst gekündigt, weil er sich aus diesem Bereich der Jugendarbeit zurückzieht. Kurzzeitig stand die Existenz des Jugendzentrums in Frage, weil es kein Domizil gehabt hätte. Nun mehr kann der Verein das Gebäude auf der Pastor-Roller-Straße in Weixdorf weiter nutzen. Der selbstverwaltete Jugendtreff wird durch das Angebot „Mobils“ - Mobile Jugendarbeit Dresden-Nord des Stadtjugendrings begleitet. Das Jugendamt strebt die Übernahme des Gebäudes vom CJD (Erbbaurechtsvertrag) durch einen anderen Träger an. Bis zur endgültigen Lösung wurde die Förderung daher zurückgestellt. Übergangsweise sichert die Verwaltung bis 31. März die Finanzierung.

Weitere Debatte um Parkeisenbahn

Wie berichtet, gab der Ausschuss auch keine Gelder für eine pädagogische Betreuung bei der Dresdner Parkeisenbahn frei. Im Zusammenhang mit bekanntgewordenen Missbrauchsfällen wird über den Einsatz von Sozialpädagogen nachgedacht. Dazu stehen aber verschiedene Probleme im Raum. So wird darüber diskutiert, warum die Stadt Dresden eine Angebot bei der Parkeisenbahn finanzieren soll, die eigentlich zur „Schlösser, Burgen und Gärten“ gGmbH des Freistaats gehört. Zudem gab es wohl ein Konzept, das stark auf Kontrollaufgaben ausgerichtet war. Jugendhilfe kann aber nur pädagogische Projekte fördern. Nun soll der Bedarf nochmals geprüft und eine Kooperation mit dem staatlichen Schlösser-Unternehmen angestrebt werden.

Straßenschule weiterhin gefährdet

Die Straßenschule der Treberhilfe Dresden e.V., dafür waren mehr als 130.000 Euro beantragt, erhält bis Ende des Schuljahres kein Geld aus der Jugendhilfe, sondern vom Sozialamt. Das Projekt richtet sich an junge Menschen, die ihrer Schulpflicht nicht nachkommen. Der Träger soll bis Ende März sein Konzept überarbeiten und darstellen, welche Anteil zur Jugendhilfe gehört und welcher Anteil auf den Erwerb von Schulabschlüsse entfällt, für den die Jugendhilfegelder nicht gedacht sind. Vor dem gleichen Hintergrund stand die Debatte um das inzwischen eingestellt Schulverweigerer-Projekt „2. Chance“. Schulabschlüsse sind Sache des Landes, daher soll mit dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) über eine gemeinsame Umsetzung des Projektes diskutiert werden. Tina Siebeneicher, die für die Grünen im Jugendhilfeausschuss sitzt, forderte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) auf, sich für eine ämterübergreifende Lösung einzusetzen. Das Projekt sei ein „wichtiger Baustein“ in der Arbeit mit Schulverweigerern. Komme es nicht zu einer Lösung, sei das Angebot im nächsten Schuljahr „gefährdet“.

Mehr Transparenz im Förderverfahren

Auf Initiative der CDU beschloss der Ausschuss darüber hinaus einen Auftrag an die Verwaltung zu Änderungen beim Umgang mit Fördermitteln. So soll in der gesamten Verwaltung des Jugendamtes die Bewilligung der Gelder von der Prüfung der Abrechnungen der Träger organisatorisch getrennt werden, damit diese Aufgaben nicht mehr in einer Hand gebündelt sind. Außerdem soll die „überalterte Rahmenrichtlinie für städtische Zuschüsse“ aus dem Jahr 2000 überarbeitet werden. „Dies kann ein Einstieg sein, für die Revision des Förderverfahrens insgesamt“, erklärte Marcel Duparré (CDU). Die Diskussion dazu hat bereits begonnen.

Von Ingolf Pleil

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