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Innovationlab im Kraftwerk Mitte fliegt aus dem Haushalt

Stadtratsmehrheit streicht Zuschuss Innovationlab im Kraftwerk Mitte fliegt aus dem Haushalt

Eigentlich wollte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Drewag-Stadtwerke mit einem Zuschuss von einer Million Euro bei der Sanierung des Schaltanlagen-Gebäudes im Kraftwerk Mitte unterstützen. Doch die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit strich die Mittel aus dem Haushalt.

Viel zu sanieren: Blick in die „Schaltanlage“.
 

Quelle: Drewag

Dresden. Rückschlag für das Kraftwerk Mitte: In der Liste der Veränderungen, die die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR) mit dem Haushalt beschlossen hat, taucht als letzte Position „Streichung Innovationlab“ auf. Eine Million Euro hatte die Verwaltung dafür für das nächste Jahr eingeplant. Dahinter verbirgt sich ein Zuschuss an die Dresdner Stadtwerke Drewag für den Ausbau des Schaltanlagen-Gebäudes auf dem Kraftwerksgelände. Das Geld hat RGRersatzlos gestrichen.

„Wir wollen die Schaltanlage für Firmengründungen aus der Computerbranche sanieren“, erklärte Drewag-Prokurist Frank Neuber gegenüber DNN das Konzept für das Gebäude, das wegen seiner zellenartigen Struktur im Inneren von den Drewag-Mitarbeitern liebevoll „Alcatraz“ genannt wird. Die Parallelen zum berühmten Gefängnis liegen nahe, das Gebäude für moderne Ansprüche fit zu machen, dürfte einiges kosten. Etwa zehn sogenannte „Start-Up-Unternehmen“ sollen in der Schaltanlage eigene Büros und gemeinsame Funktions- und Besprechungsräume erhalten. „Wir sind in der Konzeptphase“, so Neuber. Als Baubeginn hatten die Drewag das Jahr 2018 geplant und die Fertigstellung für Mitte 2019 angepeilt.

„Ohne den städtischen Zuschuss wird es schwer, dort innovative junge Gründer als Mieter zu gewinnen“, befürchtet Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Mit den städtischen Mitteln hätte der Bau des IT-Gründerzentrums unterstützt werden können. Der Drewag sollte es so möglich werden, Mieten aufzurufen, die junge Unternehmer auch zahlen könnten. „Wir wollten gerade den jungen Wilden Raum geben“, erklärte Hilbert.

Holger Zastrow, Vorsitzender der Stadtratsfraktion von FDP/Freie Bürger, erklärte, die Streichung der Mittel für das Innovationlab zeige einmal mehr die wirtschaftsfeindliche Politik von RGR. „Diese Mehrheit setzt im Haushalt die völlig falschen Prioritäten und bedient sich und ihre Klientel, statt an die Zukunft der Stadt zu denken.“ Alles, was der Stadt Einnahmen ermöglichen könne, werde von RGR behindert oder gestrichen. „Ob einkaufsoffene Sonntage oder Mittel für das Stadtmarketing und jetzt für Innovation – die Liste wird immer länger“, so Zastrow.

Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, widerspricht: „Das Konzept wurde von der Verwaltung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vorgestellt und hat uns nicht überzeugt. Uns ist nicht so richtig klar geworden, was konkret mit dem städtischen Zuschuss geschehen soll.“ Die Grünen seien vorsichtig geworden, was unausgereifte Ideen des OB betreffe. „Da sind wir ein gebranntes Kind, wenn ich an das Nanozentrum denke.“

Neuber erklärte, die Drewag würden auch ohne den städtischen Zuschuss an der Idee des Innovationszentrums festhalten. „Sie passt sehr gut zum Areal des Kraftwerks Mitte.“ Gemeinsam mit der Landeshauptstadt, dem Freistaat Sachsen und der Industrie würden die Stadtwerke nun versuchen, alternative Förderungen für das Projekt zu finden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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