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Immer mehr Dresdner drängen in die Parteien

Politisierung Immer mehr Dresdner drängen in die Parteien

Immer mehr Dresdner engagieren sich in Parteien. Der bundesweite Trend wird in der sächsischen Landeshauptstadt besonders deutlich. Bis auf die CDU und die Linke konnten alle Lager Mitgliederzuwächse verzeichnen.

Ein Parteibuch der SPD
 

Quelle: dpa

Dresden. Immer mehr Dresdner engagieren sich in den verschiedenen Parteien. Der bundesweite Trend wird in der sächsischen Landeshauptstadt besonders deutlich. Bis auf die CDU und die Linke konnten alle Lager Mitgliederzuwächse verzeichnen.

Den sowohl prozentual als auch absolut meisten Beitritte verzeichnete mit Abstand die AfD. 305 Dresdner und damit 85 mehr als noch Ende 2015 haben ein Parteibuch der Rechtspopulisten. Eine Entwicklung, die sich zum einen mutmaßlich damit erklären lässt, dass die Partei erst vor vier Jahren gegründet wurde, aber sich auch mit dem generellen Erstarken nationalkonservativer Positionen im Bundesgebiet und im Freistaat deckt.

Ebenfalls auffällig ist die FDP, die mit 304 Mitgliedern sieben Mitstreiter mehr als noch Ende 2015 hat. 2014 engagierten sich noch rund 350 Dresdner bei den Liberalen. Danach folgte der Absturz und nun offensichtlich die weiche Landung.

26 Mitglieder mehr als in den vorangegangenen Jahren verzeichneten 2016 die Dresdner Grünen. Mit 406 Personen ist die traditionell in urbanen Milieus starke Partei in der Landeshauptstadt vertreten. Sprecher Achim Wesjohann sieht diese Entwicklung vor allem im Erstarken der Rechten begründet: „Offenbar wollen gerade jüngere Leute den rechten Populisten nicht das Feld überlassen. Und in Dresden ist die Gefahr des Rechtspopulismus besonders präsent.“

Die Dresdner SPD ist ebenfalls gewachsen. Bei 82 Neumitgliedern stieg die Gesamtgröße des Kreisverbandes nach Abzug der Austritte von 812 auf 840 Mitglieder. Wie der Vorstand mitteilt, seien alleine in den Monaten nach der Präsidentschaftswahl in den USA 31 Mitglieder beigetreten. “Menschen wollen sich engagieren, das ist großartig! Wir bieten denjenigen, die sich politisch betätigen wollen gerne eine Heimat“, kommentiert der Kreisvorsitzende Richard Kaniewski diese Entwicklung.

Die Dresdner CDU gehört ohne Zweifel zu den Verlierern des vergangenen Jahres. Aktuell sind 1134 Dresdner bei den Christdemokraten aktiv. Im Dezember 2015 waren es noch 1230 Mitglieder. 38 Neueintritten standen 102 Austritte gegenüber. Bereits 2015 überstiegen bei der CDU die Austritte (121) die Zahl der Neumitglieder (44) deutlich.

Ebenfalls ordentlich Federn gelassen hat die Linke, die in Dresden derzeit 1.079 Mitglieder hat. Ein Jahr zuvor waren es noch 45 mehr. Das Problem der Partei ist der noch immer hohe Altersschnitt von 63,5 Jahren. So gingen 109 Mitglieder verloren, davon 32 durch Todesfall. Nach Angaben der Partei seien auch weitere Austritte altersbedingt erfolgt. Das konnten auch stolze 64 Neumitglieder nicht kompensieren. Die machen die Partei immerhin deutlich jünger. Das Durchschnittsalter der Neumitglieder liegt bei 28,8 Jahren.

Hans Vorländer, Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der TU-Dresden, warnt davor, aus den steigenden Mitgliederzahlen der Parteien einen allgemeinen Trend abzuleiten: „Dafür ist es noch zu früh“, sagt der Politikwissenschaftler und fügt hinzu, „die steigenden Mitgliederzahlen der Parteien sind aber sicher ein Ausdruck der hohen Politisierung der Bevölkerung. Das gilt insbesondere für Dresden. Die Menschen sind zunehmend an der Politik interessiert und sehen die Parteien als Vehikel für die aktive Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen. Insbesondere der Erfolg von Donald Trump bei den Wahlen in den USA hat einen Mobilisierungseffekt bewirkt. Zum einen bei den Rechtspopulisten, die sich bestätigt fühlen, zum anderen bei den Gemäßigteren und Linken, die dieser Entwicklung auf politischer Ebene etwas entgegen setzen wollen.“

Von Hauke Heuer

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