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Stadtpolitik Hochhaus an der Florian-Geyer-Straße in Dresden vor dem Aus
Dresden Stadtpolitik Hochhaus an der Florian-Geyer-Straße in Dresden vor dem Aus
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07:59 22.11.2018
Neben den Gebäuden in der Johannstadt sollte ein weiteres Hochhaus entstehen. Quelle: Archiv
Dresden

Die Pläne für das Hochhaus der Florian-Geyer-Straße stehen vor dem Aus. Im Stadtrat zeichnet sich eine Mehrheit gegen das Vorhaben ab.

Nach bisherigen Überlegungen will die städtische Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden“ (WiD) auf dem Gelände eines ehemaligen Kindergartens zwischen Florian-Geyer-Straße und Käthe-Kollwitz-Ufer einen 16-Geschosser mit einem verbundenen siebengeschossigen Gebäude errichten. 132 Wohnungen sollen damit entstehen. Für Rot-Grün-Rot ist dies ein Baustein für den sozialen Wohnungsbau in Dresden. Doch die Reihen in der früheren Stadtratsmehrheit – drei SPD-Stadträte haben mit einem fraktionslosen Stadtrat die Bürgerfraktion gegründet – sind nicht geschlossen.

In der Mitte die ehemalige Kita, die einem weiteren Hochhaus Platz machen sollte. Quelle: Anja Schneider

So stößt zwar nicht der soziale Wohnungsbau im Allgemein, aber das Projekt im Speziellen auf Widerspruch. Eine Bürgerinitiative „Johannstadt“ hatte Anwohner mobilisiert und damit bereits im Petitionsausschuss des Stadtrats Erfolg. Der Ausschuss schloss sich der Petition an und forderte den Verzicht auf das Hochhaus und eine bessere soziale Durchmischung des Wohnstandorts.

Vor diesem Hintergrund versuchen SPD und Grüne jetzt mit einem Ersetzungsantrag zum Beschluss des Petitionsausschusses den Hochhausplan zu retten. So soll ein sozialer Brennpunkt vermieden werden, indem Arbeiter, Rentner sowie Menschen mit Studium und Ausbildung mindestens 70 Prozent der Mieter in dem neuen Komplex ausmachen sollen. Rechtliche Probleme sieht Vincent Drews von der SPD-Fraktion mit diesem Auswahlverfahren nicht. Da es in Dresden mittlerweile 100.000 Menschen gebe, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hätten und somit für die Sozialwohnungen in Frage kämen, sei eine gesunde Mischung der Bewohner möglich.

Tiefgarage als „absoluter Kostentreiber“

Außerdem soll das Projekt auf das Hochhaus beschränkt werden, der kleinere Anbau wegfallen und eine Tiefgarage geprüft werden. Der Bau soll so auf dem Grundstück angeordnet werden, dass er die Sicht der Anwohner der vorhandenen Hochhäuser so wenig wie möglich einschränkt. Auf einer Fläche im weiteren Verlauf des Kollwitz-Ufers soll frei finanzierter Wohnungsbau ermöglicht werden. Dafür sei beispielsweise die Zusammenarbeit mit Wohnungsgenossenschaften wie der WGJ denkbar.

Oder auch eine Grundstücksteilung, ergänzte Thomas Löser, Fraktionschef der Grünen. Damit könne eine bessere soziale Durchmischung des Stadtgebiets erreicht werden. Die Petition würde im Ergebnis zu mehr Versiegelung führen. Die Tiefgarage könnte auch als Quartiersparkhaus dienen, zog Löser in Betracht.

Hier melden jedoch die Linken Widerspruch an. Die Initiatoren der Petition würde ja gerade kein Hochhaus wünschen, da mache es keinen Sinn, den Plan noch mit anderen Ideen zu befrachten. Die Tiefgarage sei als „absoluter Kostentreiber“ für den sozialen Wohnungsbau undenkbar, erklärte der Baupolitiker der Linken im Stadtrat, Tilo Wirtz, auf Anfrage. Da die CDU ebenfalls das Hochhaus ablehnt, dürfte die Empfehlung des Petitionsausschusses im Stadtrat eine Mehrheit finden und der Hochhausplan kaum noch Chancen auf Umsetzung haben.

Von Ingolf Pleil

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