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Herbert Grönemeyer greift Sachsens Ministerpräsident Tillich für Islam-Ausgrenzung an

Herbert Grönemeyer greift Sachsens Ministerpräsident Tillich für Islam-Ausgrenzung an

Musiker Herbert Grönemeyer hat mit deutlichen Worten die Aussage von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kritisiert, wonach der Islam nicht zu Sachsen gehöre.

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Herbert Grönemeyer kritisierte am Montag in Dresden die Äußerungen von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Quelle: Dominik Brüggemann

Wenige Stunden vor seinem Auftritt im Rahmen von "Offen und bunt – Dresden für alle!" bezeichnete er die Aussage im DNN-Online-Interview als fatalen Populismus.

DNN-Online: Herr Grönemeyer, Sie leben in London. Warum singen Sie hier für ein weltoffenes Dresden?

Herbert Grönemeyer: Ich bin sehr gerne in Dresden und mag die Stadt. Die Idee ist, in Dresden zusammen zu kommen, um zu debattieren und um zu sortieren. Wir müssen Stellung beziehen. Ich kann verstehen, dass viele Menschen unzufrieden sind mit der Politik und sich nur noch verwaltet und unverstanden fühlen. Auch der Gedanke, für seine Rechte auf die Straße zu gehen, ist gut. Aber die Zielscheibe in einer Religion zu suchen, geht gar nicht.

Sie sprechen die Politik an. Was halten Sie von der Äußerung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der Islam gehöre nicht zu Sachsen?

Herbert Grönemeyer: Der Ministerpräsident sollte sich mal in Ruhe zu Hause hinsetzen und vorher darüber nachdenken, was er sagt. Dieser Satz ist absurd. Das ist Populismus pur und gerade in dieser Situation fatal. Ich hoffe, dass er aus den eigenen Reihen dafür ordentlich Gegenwind bekommt.

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Herbert Grönemeyer bei den Proben in Dresden für den Auftritt bei „Offen und bunt – Dresden für alle!“.

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Können Sie die Ängste der Pegida-Anhänger nachvollziehen?

Herbert Grönemeyer: Ich habe wie wir alle Angst vor terroristischen Anschlägen, auch von Seiten der Islamisten. Aber Islamisierung? Was soll das sein? Das ist einfach Quatsch! Ich bin in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, wo Muslime das Land mitgestaltet haben. Man muss sich mit den Forderungen der Pegida-Anhänger auseinandersetzen und präzise darüber nachdenken. Möglicherweise entstehen dabei auch gute Ideen. Aber die Positionierung gegen rechts muss eindeutig sein. Die Menschen müssen aufpassen, sich nicht vor jeden Karren spannen zu lassen. Ich schlage deshalb vor, die Bewegung in „Demokratischer Aufbruch am Montag gegen rechts" umzubenennen, und sich so klar abzugrenzen.

Welche Botschaft wollen Sie vermitteln?

Herbert Grönemeyer: Dass wir alle zusammen gehören. Jeder einzelne ist lebens- und liebenswert.

Die Fragen stellten Dominik Brüggemann und Christin Grödel.

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cg/dbr

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