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Stadtpolitik Heftiges Echo auf Personalmangel im Dresdner Jugendamt
Dresden Stadtpolitik Heftiges Echo auf Personalmangel im Dresdner Jugendamt
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20:52 09.09.2015

Nach einer den DNN vorliegenden internen Aufstellung kann das Jugendamt nach eigener Darstellung aufgrund einer Vielzahl unbesetzter Stellen seinen gesetzlichen Pflichten nicht mehr nachkommen. Von insgesamt 380 Stellen sind derzeit 45 Stellen vakant. Das sind fast 12 Prozent. Die Stadt rechnet offiziell etwa anders. 27 Stellen seien tatsächlich unbesetzt. Das entspricht etwas mehr als sechs Prozent. Neben Krankheit, Elternzeit und Urlaub gehe die Vielzahl der unbesetzten Stellen auf die Schaffung von Mehrbedarfstellen im aktuellen Haushaltsplan zurück, für die derzeit die Besetzungsverfahren liefen.

Die Situation führt unter anderem zur "Überforderung von Familien mit Pflegekindern und unzureichender Kenntnis über Situationen und Wohlbefinden von Pflegekind und Pflegeeltern." Das berühre erheblich die "Wächterfunktion des Jugendamtes", hieß es in der internen Aufstellung. Die Stadt räumt offiziell zwar eine Aufgabenverdichtung im Jugendamt ein, kann darin aber keine spezifische Situation erkennen. Dies sei in allen Bereichen der Verwaltung so und betreffe deutschlandweit auch alle anderen Jugendämter in Kommunen.

"Die Überlastung des gesamten Sozialbereiches ist leider seit geraumer Zeit bekannt und als äußerst kritisch zu bezeichnen", erklärte Jens Genschmar, sozialpolitischer Sprecher der FDP/FB-Fraktion gestern. Es müssten deutlich mehr Stellen geschaffen und nachbesetzt werden. Für die aktuelle Verschärfung sei der Haushaltsbeschluss von Rot-Rot-Grünen verantwortlich. "Linke, SPD und Grüne haben 16 Millionen Euro im Personalbudget im aktuellen Doppelhaushalt gestrichen", sagte Genschmar. Diese Mittel seien explizit auch für neue Stellen im Sozialbereich vorgesehen gewesen. Ähnlich sieht es die CDU, die mit einem eigenen Antrag gegensteuern will. Einerseits würden gesetzliche Rahmenbedingungen und steigende Fallzahlen zu Mehrbelastungen führen, andererseits habe der rot-rot-grüne Haushaltsbeschluss "zur Verschärfung der Situation" beigetragen, erklärte Fraktionschef Jan Donhauser.

Eine Nichterfüllung von Pflichtaufgaben im Jugendamt sei besorgniserregend, heißt es bei Rot-Grün-Rot. Auch eine Unterbesetzung dürfe keine Folgen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern haben, die das Wohl der Kinder gefährden. Vor dem Hintergrund "langfristig unbesetzter Stellen muss über die Attraktivtität der Stellen und deren Vergütung nachgedacht werden". In der Landeshauptstadt seien ausreichend Gelder vorhanden. Diese Mittel müssten jedoch mit den richtigen Priorisierungen ausgegeben werden. Hier sei der Sozialbürgermeister gefordert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2015

Ingolf Pleil

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