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Stadtpolitik Hans-Jürgen Behr tritt aus Dresdner CDU aus
Dresden Stadtpolitik Hans-Jürgen Behr tritt aus Dresdner CDU aus
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17:42 10.02.2019
Hans-Jürgen Behr. Quelle: Archiv/bl
Dresden

Letzte Aufregung in einer endlosen Geschichte – mutmaßlich zumindest: Hans-Jürgen Behr verlässt die Dresdner CDU. Entsprechende Informationen bestätigte am Freitag der Kreischef der Christdemokraten, Christian Hartmann, auf DNN-Anfrage.

Der von seinen Kritikern als „Hochlandpascha“ geschmähte Behr sorgte in den letzten Jahren in der Region Schönfeld-Weißig immer wieder für Wirbel. Wiederholt gab es Konflikte mit Umweltschützern, Grundstücksgeschäfte landeten vor Gericht, zu Behrs schillernder Vergangenheit gehörte sein Engagement im Präsidium von Dynamo Dresden. Bei den Baugeschäften von Vereins-Präsident Rolf-Jürgen Otto, die im Konkurs endeten, gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune. Behr focht das alles über Jahrzehnte nicht an, meist zog er seinen Kopf aus der Schlinge. Bei seinen Sympathisanten punktete er vor allem mit seinem Einsatz für das Hochland, nicht zuletzt in den Eingemeindungsverhandlungen mit der Landeshauptstadt in den 90er Jahren. Schönfeld-Weißig war erst 1994 aus verschiedenen kleinen Gemeinden gebildet und 1999 nach Dresden eingemeindet worden. Behr hatte bis 2014 das Amt des Ortsvorstehers in Schönfeld-Weißig inne, später fungierte er zunächst noch als Stellvertreter seiner Nachfolgerin Daniela Walter.

Abgang auf Raten

Spätestens nach einem Urteil des Amtsgerichts Dresden im vergangenen Jahr begann sein Abgang auf Raten: Als Geschäftsführer seiner Baufirma wurde er vom Amtsgericht Dresden in einem Untreue-Verfahren für die unsachgemäße Abrechnung von Kurzarbeitergeld der Arbeitnehmer bei der Arbeitsagentur Dresden zu 180 Tagessätzen verurteilt. Daraufhin trat er als stellvertretender Ortsvorsteher zurück, kam damit einem Abwahlantrag zuvor und ersparte seinen Parteifreunden, die im Ortschaftsrat die Mehrheit haben, eine Positionierung. Sein Mandat im Ortschaftsrat behielt er jedoch und wollte bei den Kommunalwahlen im Mai auch erneut dafür antreten. Den Nominierungsprozess in seiner Partei für die Ortschaftswahl im Mai betrachtete er aber offenbar als Affront.

Wie Kreisparteichef Hartmann sagte, habe Behr am Freitag seinen Austritt erklärt. Bei der Listennominierung für die Wahl zum Ortschaftsrat wurde er mit kaum mehr als 50 Prozent auf Listenplatz 9 gesetzt. Dies betrachte Behr als Ausdruck des Misstrauens gegen seine Person und mangelnde Wertschätzung, gab Hartmann die ihm vorgetragenen Motive für den Parteiaustritt wieder.

Der Kreischef erklärte, er nehme die Entscheidung „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis. Behr sei 42 Jahre Mitglied der CDU gewesen, davon 32 Jahre in verschiedenen Funktionen. Er habe „große Verdienste für die Entwicklung des Hochlandes in der Vergangenheit“, sagte Hartmann.

Von Ingolf Pleil

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