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Stadtpolitik Fußgängertunnel am Neustädter Markt in Dresden wird zugeschüttet
Dresden Stadtpolitik Fußgängertunnel am Neustädter Markt in Dresden wird zugeschüttet
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17:26 09.09.2015
Archivbild vom Fußgängertunnel am Neustädter Markt. Quelle: DNNOnline
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Linke, Sozialdemokraten und Liberale kämpften hartnäckig für den Fußgängertunnel, mussten sich aber der neuen Konstellation beugen.

Die Uhr tickt: Bis Ende Juli muss die Stadt laut Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) einen Fördermittelantrag für den flutgeschädigten Fußgängertunnel einreichen. Förderfähig sind nach Marx zwei Varianten: Sanierung des Tunnels oder Verfüllung. "Ich tendiere zur zweiten", legte sich Marx fest.

Am vehementesten forderten die Grünen den Wegfall der unterirdischen Fußgängerquerung. Dieser ist eng verbunden mit einem zweiten ehrgeizigen Vorhaben der Ökopartei: der Aufwertung des Neustädter Marktes. Dazu soll auch über eine Verkleinerung der Großen Meißner Straße nachgedacht werden. Das geht natürlich nur, wenn die Tunnelrampen nicht im Weg stehen.

Fußgängertunnel seien verkehrspolitische Lösungen der 1970er Jahre, erklärte Margit Haase, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. Da war sie sich mit ihrem CDU-Kollegen Gunter Thiele einig: "In der modernen Verkehrsplanung werden nur noch ebenerdige Querungen geschaffen."

Thomas Blümel (SPD) und Tilo Wirtz verwiesen auf die Mehrkosten, die bei einer Verfüllung im Vergleich zu einer Sanierung anfallen würden. Rund 900 000 Euro müsste die Stadt zusätzlich investieren, rechnete Wirtz vor. Tilo Kießling (Die Linke) verwies auf zwei Petitionen, in denen Bürger den Erhalt es Tunnels fordern würden. "Niemand würde verstehen, warum ein funktionierender Tunnel zurückgebaut wird", erklärte er.

Laut Marx sei die Verfüllung des Tunnels förderfähig. Die Mehrkosten würden entstehen, weil im Tunnel eingebaute Technik an andere Standorte verlagert werden müsste. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hat 200 000 Euro für die Sanierung des Tunnels in den Haushalt eingestellt, außerdem stehen Flutfördermittel in Höhe von 375 000 Euro bereit. Laut Thiele gibt es aber Signale vom Freistaat, diese Summe zu erhöhen, falls eine Verfüllung beschlossen wird.

Der Stadtrat beauftragte gestern Abend auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), eine Verkleinerung der Fahrbahn der Großen Meißner Straße zu prüfen. Außerdem sollen in dem Bereich Radwege entstehen. Am eigenen Gleisbett für die Straßenbahn soll aber nichts geändert werden.

Dass Schwarz-Grün künftig eine Option im Stadtrat sein könnte, bestritten mehrere Grünen-Stadträte energisch.

Thomas Baumann-Hartwig

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