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Stadtpolitik Flüchtlinge ins Technische Rathaus? - Stadt hat Kenntnis von bautechnischen Planungen, winkt aber ab
Dresden Stadtpolitik Flüchtlinge ins Technische Rathaus? - Stadt hat Kenntnis von bautechnischen Planungen, winkt aber ab
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23:41 09.09.2015
Quelle: Archiv DNN

Der Sozialbürgermeister stellte aber unmissverständlich klar: „Aus Sicht der Stadt ist das Objekt für eine Unterbringung von Asylbewerbern jedoch allein schon wegen seiner enormen Größe nicht geeignet.“

Sage und schreibe 27 553 Quadratmeter vermietbare Fläche gibt es in dem 1900 errichteten Gebäude-Komplex, in dem bis Ende 2010 das Technische Rathaus der Landeshauptstadt untergebracht war. Das Objekt hat eine Vorgeschichte als Produktionsgebäude der Scheibmaschinenfabrik Erika, 2009 kamen Vorwürfe wegen angeblicher Altlasten und Gesundheitsgefährdungen für die Verwaltungsmitarbeiter auf. Deshalb beschloss der Stadtrat im Dezember 2009 den Auszug des Technischen Rathauses aus dem Gebäude.

Laut Seidel wurden die Gespräche zur Einrichtung einer Asylunterkunft mit den Anbietern nicht weiter vertieft. „Auch interne Planungen und Prüfungen wurden nicht ausgelöst.“ Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) wies darauf hin, dass zwar viel über Gefahren für die Nutzer des Gebäudes spekuliert worden sei. „In diesem Zusammenhang wurden vielfältige Untersuchungen und Baumaßnahmen durchgeführt. Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die gefundenen Stoffe nicht die gesetzlichen Grenzwerte für eine Gesundheitsgefährdung überschritten hatten“, so der Finanzbürgermeister.

Nach dieser Lesart wäre prinzipiell eine Unterbringung von Menschen in dem Gebäude möglich. Laut Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion Sachsen (LDS), die für den Freistaat die Erstunterbringung von Asylbewerbern managt, sei das ehemalige Technische Rathaus bisher nicht als Erstaufnahmeeinrichtung ins Gespräch gebracht worden. „Das ist an uns nicht herangetragen worden“, so Felber. Die LDS habe das Objekt weder besichtigt noch weitere Planungen veranlasst.

Der Freistaat arbeite auf verschiedenen Ebenen und Behörden zum Thema Erstunterbringung von Asylbewerbern, erklärte Felber. Bislang war geplant, eine Erstaufnahmeeinrichtung für mehr als 500 Flüchtlinge an der Stauffenbergallee zu errichten. Er habe zu diesen Plänen noch nichts Gegenteiliges gehört, so der LDS-Sprecher.

2013 hatte ein Dresdner Immobilienmanager angekündigt, gemeinsam mit einem renommierten Maklerbüro das leerstehende Areal an der Hamburger Straße unter dem Namen „Hamburger Carré“ zu vermarkten. Es sollte optisch aufgewertet und Büroflächen vermietet werden. DNN konnten gestern weder den Investor noch das Maklerbüro erreichen, um Nachfragen zum Stand des Vorhabens zu stellen.

Thomas Baumann-Hartwig

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