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Stadtpolitik FDP-Kandidat Johannes Lohmeyer macht Wahlkampf nach Feierabend
Dresden Stadtpolitik FDP-Kandidat Johannes Lohmeyer macht Wahlkampf nach Feierabend
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18:21 09.09.2015
Johannes Lohmeyer bei der Herstellung der Wahlplakate. Quelle: Stephan Hönigschmid

DNN-Online hat ihn in der Wahlkampfzentrale der FDP besucht.

Plakate sind im diesjährigen Wahlkampf für die FDP ein besonders sensibles Thema. Wie kaum eine andere Partei leidet sie unter Vandalismus. „Wir haben im Moment einen Verlust von etwa 30 Prozent zu beklagen. Am Käthe-Kollwitz-Ufer hing beispielsweise vor kurzem kaum noch ein Plakat“, sagt Spitzenkandidat Johannes Lohmeyer. Dennoch lassen sich die Liberalen von derartiger Zerstörungswut nicht entmutigen.

„Bis zum Ende des Wahlkampfes werden wir regelmäßig losziehen und Plakate reparieren oder neu aufhängen“, so der Kreisvorsitzende. Etwa 5000 sollen es bis zur Bundestagswahl im ganzen Stadtgebiet sein. Sie alle werden von ehrenamtlichen Helfern angebracht. „Während manch andere Partei Firmen beauftragt, läuft bei uns alles über freiwillige Helfer. Auch Holger Zastrow und Jan Mücke beteiligen sich“, betont der Direktkandidat.

Auf diese Weise sind die Arbeitstage von Johannes Lohmeyer derzeit voll gepackt. Wahlkampf nach Feierabend heißt die Devise. „Da ich selbstständig bin, kann ich zwar bestimmte Dinge auch während der Arbeitszeit regeln, aber alles in allem bleibt im Moment wenig Freizeit.“ Aus diesem Grund habe er auch schon seit längerem nicht das Fitnesscenter besuchen können und daher einige Kilo zugenommen, sagt der 49-Jährige.

Trotz dieser Einschränkungen hat er Spaß am Wahlkampf. Vor allem die Gespräche mit Bürgern an den Wahlständen empfinde er als Bereicherung. „Da merkt man erst einmal, dass zum Beispiel das Thema Miete eigentlich gar keine Rolle spielt, weil es sich in Wirklichkeit eher um ein von oben vorgegebenes Thema handelt.“

Viel wichtiger sei den Menschen, was mit dem Euro wird und was man gegen die steigenden Energiepreise tun könne. Gefragt wird er auch ab und zu, warum die FDP gegen einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn ist. „Mit dieser Forderung gestehen sich vor allem die Gewerkschaften ihr eigenes Scheitern ein. Wir möchten keinen Mindestlohn, der von der Politik festgelegt wird, weil es bestimmte Beschäftigungsverhältnisse gibt, die bei höheren Löhnen nicht existieren würden.“ Von daher sei Aufstocken deutlich besser als arbeitslos zu sein, glaubt Lohmeyer.

Allerdings gefalle ihm die Diskussion grundsätzlich nicht. „Wir tun so, als ob es in unserem Land nur noch Aufstocker und Uli Hoeneß gibt. Die ganz normalen Menschen, die täglich fleißig arbeiten und sich nicht beschweren, werden leicht vergessen.“ Er könne daher nicht uneingeschränkt sagen, dass sich Leistung in unserem Land tatsächlich lohne.

Obwohl Johannes Lohmeyer von den Positionen seiner Partei überzeugt ist, hat er jedoch auch Kritik parat. „Wir müssen unsere Errungenschaften in Zukunft noch besser kommunizieren. Schließlich haben wir die Bürger in der vergangenen Legislaturperiode um 22 Milliarden Euro entlastet und unter anderem die Vorratsdatenspeicherung und die Internetzensur verhindert“, so Lohmeyer.

Viele dieser Taten würden jedoch öffentlich kaum wahrgenommen. Daran müsse man unbedingt arbeiten. Zudem liege es ihm am Herzen, dass die FDP noch stärker Profil zeige. „Wir sind in Deutschland an einem Punkt, wo man bei jedem Problem nach dem Staat ruft. Dabei ist jeder für sein Leben selbst verantwortlich. Diesen Gedanken sollten wir im Bund noch stärken durchsetzen.“

Stephan Hönigschmid

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