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Stadtpolitik FDP: Jens Genschmar tritt aus Kreisvorstand zurück
Dresden Stadtpolitik FDP: Jens Genschmar tritt aus Kreisvorstand zurück
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12:33 26.10.2016
Jens Genschmar ist nicht mehr Mitglied des Dresdner FDP-Kreisvorstandes.  Quelle: PR
Dresden

Im Streit um seinen umstrittenen Verein "Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen e.V." ist Stadtrat Jens Genschmar aus dem Kreisvorstand der Dresdner FDP zurückgetreten. Grund dafür sei die Forderung des Kreisverbandes, Genschmar soll sich von einer Äußerung von Ingolf Knajder distanzieren. Knajder, der zusammen mit Genschmar den Verein gegründet hatte, hatte Tafel-Chef Andreas Schönherr öffentlich den Tod gewünscht.

Der Kreisvorstand habe sich geäußert, ohne Genschmar zu befragen oder zu informieren, wirft der Stadtrat seinen einstigen Kollegen nun vor. „Hätte man mich gefragt, hätte ich sicher viel Aufklärung leisten können. Zum Beispiel hätte ich erzählen können, durch wen und warum ich in diesem Verein bin. Das wollte man aber alles nicht hören“, schrieb Genschmar am Mittwoch. Er kenne Knajder, mit dem er im Vorstand des Hilfsvereins sitzt und sich bei Facebook seit längerem intensiv austauscht „kaum näher“. Daher sei er aus dem Vorstand zurückgetreten. Parteimitglied wolle er aber bleiben.

Genschmar habe bei der turnusmäßigen Vorstandssitzung am Montag unentschuldigt gefehlt, erklärte FDP-Kreischef Holger Hase gegenüber den DNN. Dort hätte der Stadtrat die Chance gehabt, sich zu äußern, so Hase. Der Bundeswehr-Offizier sagte zudem, dass sich der Streit mit dem umstrittenen Stadtrat lange hochgeschaukelt habe, erinnert Hase an viele zumindest zweideutige Facebook-Postings von Genschmar. „Irgendwann ist Schluss“, stellte Hase klar.

Von Genschmar habe er lediglich die Rücktritts-Mail am Dienstagabend erhalten, einen Kontaktversuch seitens Genschmar habe es nicht gegeben. Der hatte sich lediglich via Facebook geäußert. „Ich habe mit Ingolf Knajder bereits intensiv darüber gesprochen und mir ein eignes Bild gemacht. Ich verurteile jede Gewalt und jede Gewaltandrohung und bin auch darüber mit ihm übereingekommen“, teilte Genschmar mit.

Knajders Aussage, dass er Menschen wie Schönherr „den baldigen Tod und nichts anderes“ wünsche, ist Stand Mittwochmittag weiter online. Am 23. Oktober hatte Kanjder seine Aussage zudem noch einmal anders formuliert. Es sei „traurig“, dass „Menschen an Krebs und anderen Krankheiten sterben, während Menschen wie Herr Schönherr ein langes Leben haben und es besser umgedreht wäre“. Der Satz tue ihm leid.

Diesen "Wunsch" äußerte Knajdar über Tafel-Chef Andreas Schönherr. Quelle: Screenshot Facebook

Von S. Lohse

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