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Erneut Ärger um Sven Mania: Warum das Betriebsklima im Sportstättenbetrieb nicht stimmt

Erneut Ärger um Sven Mania: Warum das Betriebsklima im Sportstättenbetrieb nicht stimmt

Da ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen Untreue gegen Sven Mania, Leiter des Sportstättenbetriebes (SSB) der Landeshauptstadt Dresden.

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Sven Mania

Quelle: Sebastian Kahnert

Zufälle gibt es. Laut Strafanzeige von Rechtsanwalt Michael Sturm soll Mania einer Sportgruppe von Mitarbeitern der Stadtverwaltung unberechtigt Sonderkonditionen bei der Miete für die Sporthalle eingeräumt haben (DNN berichteten). Die Stammdaten zu diesem Vorgang sind zufällig wie durch ein Wunder aus dem Computersystem des SSB verschwunden, wird im Rathaus gemunkelt. Auf Veranlassung von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) prüfe derzeit ein Techniker den Datenschwund - immerhin sollen schon Sicherungskopien gefunden worden sein, hieß es.

Wer seine Finger im Spiel gehabt haben könnte, ist dagegen noch ungewiss. Sollten die Daten gelöscht worden sein, wäre das - juristisch gesprochen - eine Strafvereitelung. Falls sie nicht der Betroffene selbst gelöscht haben sollte - strafrechtlich könnte ihm daraus kein Vorwurf gemacht werden. Mania, der gegen sich selbst ein Disziplinarverfahren beantragt hat, leistete vor Kurzem im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums ein Praktikum - im Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen der Stadt, der sämtliche Computersysteme betreut. Was natürlich nichts heißen muss.

Wie immer das Strafverfahren gegen Mania auch ausgehen mag - die Staatsanwaltschaft ermittelt laut ihrem Sprecher Lorenz Haase noch - das Betriebsklima im SSB ist zerrüttet. Mitarbeiterinnen werfen dem Betriebsleiter distanzloses Verhalten vor (DNN berichteten), es gibt Schreiben des Personalrats an die OB. Der DNN liegt ein Vorgang vor, der ein bezeichnendes Licht auf die Vorgänge im SBB wirft. 2011 war Dresden Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Eine arbeitsintensive Zeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im SSB. Den in Dresden spielenden Nationalmannschaften sollten beste Bedingungen auf dem Trainingsgelände im Ostragehege und im Harbig-Stadion bereitet werden. Ein Arbeitsaufwand, der über das übliche Tätigkeitsfeld des SSB weit hinaus ging.

In einem Schreiben vom 25. Juli beglückwünscht der WM-Beauftragte der Stadt, Jörn Torsten Verleger, den SSB zu einer perfekten Arbeit. Mit Schreiben vom 26. September 2011 berechnet Ralf Gabriel, damals Abteilungsleiter im SSB, heute Geschäftsführer bei Dynamo Dresden, 272 Überstunden, die im Zusammenhang mit der WM angefallen sind. Am 28. September 2011 überweist das städtische WM-Organisationsbüro dem SSB 13 852,74 Euro unter der Bezeichnung "Pflegeleistung" auf das Konto "Gehälter". Doch das Geld wird nicht an die Mitarbeiter ausgezahlt - es wird noch am gleichen Tag auf ein Konto "Bau Fußball-WM" umgebucht.

Die SSB-Mitarbeiter erhalten keine Überstundenzuschläge, sie müssen die bei der WM angefallenen Überstunden abbummeln. Gabriel weist in einem Schreiben vom 17. Januar 2012 Mania darauf hin, dass ein erheblicher Arbeitszeit-Mehraufwand erforderlich gewesen sei. Nur so sei es möglich gewesen, "dass beide Anlagen vollumfänglich den Anforderungen des Vertragspartners entsprachen und sich die Stadt Dresden medial präsentieren konnte und dafür entsprechendes Lob erhielt". Gabriel bittet Mania, die Ablehnung eines finanziellen Ausgleichs zu überprüfen und den Vorgang zu heilen, da "sich sonst diese Art der Anerkennung der Leistungen von Mitarbeitern demotivierend auswirken kann".

Doch Geld, das vom WM-Organisationsbüro eigens zu diesem Zweck angewiesen wurde, gab es trotzdem für die Mitarbeiter nicht. Nur ein SSB- Mitarbeiter schaffte es nach den DNN vorliegenden Unterlagen, seine WM-Überstunden abgegolten zu bekommen - Gabriel selbst. Der frühere Abteilungsleiter, der seit Mai bei Dynamo arbeitet, hatte sich in seinem Aufhebungsvertrag mit dem SSB den Überstundenausgleich gesichert und nach DNN-Informationen rund 8000 Euro erhalten.

Solange das Überstunden-Geld noch im SSB nachweisbar ist, ist Mania rechtlich auf der sicheren Seite. Der Vorgang könnte aber erklären, warum der Betriebsleiter bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - vorsichtig formuliert - umstritten ist. Mania selbst sieht sich einem Kollektiv-Mobbing im SSB ausgesetzt, heißt es nach DNN-Informationen. Er sei stets loyal gegenüber der Landeshauptstadt Dresden gewesen. Das würden ihm einige Mitarbeiter übel nehmen. "Unverschämt, verlogen, komplett falsch", kommentiert ein SSB-Mitarbeiter, der ungenannt bleiben will.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.06.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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