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Stadtpolitik Endlich eine eigene Grundschule für den Elbhang
Dresden Stadtpolitik Endlich eine eigene Grundschule für den Elbhang
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14:38 10.05.2018
Einwohnerversammlung zur 88. Grundschule Dresden mit Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz (stehend; 2.v.l), Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, OB Dirk Hilbert und Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (sitzend, 3.v.r.). Quelle: Anja Schneider
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„Warum“, fragte der frühere Stadtrat Albrecht Leohnhardt am Mittwochabend in Pillnitz, „sehen wir nur Probleme? Wo bleibt der Optimismus?“ „Wir bauen eine Infrastruktur, um die uns viele beneiden“, stimmte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zu, „aber ich höre hier jeden mit seinen Partikularinteressen.“

Sechs Jahre lang passierte nichts

Die von der SPD-Fraktion beantragte und vom Stadtrat beschlossene Einwohnversammlung zum Stand der Dinge bei der 88. Grundschule nahm einen etwas anderen Verlauf als von den Initiatoren erwartet. 2012 hatte der Stadtrat beschlossen, den Doppelschulstandort von 88. Grundschule und 88. Mittelschule an der Dresdner Straße in Hosterwitz zu entflechten. Die Grundschule sollte in das leerstehende Schulgebäude am Plantagenweg in Niederpoyritz ziehen, das sanierungsbedürftig war – und ist.

Auch sechs Jahre nach dem Beschluss ist noch kein Baufahrzeug angerollt. Obwohl der Stadtrat nicht nur eine Absichtserklärung abgegeben, sondern auch 10,1 Millionen Euro für die Sanierung eingeplant hatte. Der Zeitverzug sei ein Skandal, die Verwaltung müsse ihr Versagen den Einwohnern erläutern, forderte die SPD und beantragte eine Einwohnerversammlung, die die Verwaltung trotz des bevorstehenden Feiertages sehr ernst nahm.

OB, Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen), Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), dazu die Amtsleiter Steffen Szuggat, Reinhart Koettnitz und Falk Schmidtgen sowie diverse Mitarbeiter – die volle Kapelle spielte auf und stellte sich den Fragen der Einwohner.

Straße ist nicht für Baufahrzeuge und Busse geeignet

Schulverwaltungsamtsleiter Schmidtgen kündigte an, dass die 88. Grundschule zum Schuljahr 2021/2022 ans Netz gehen wird. Er dankte einer Niederpoyritzer Familie, die der Stadt ein elbnahes Grundstück verkauft hat. Dort wird ein großzügiger Hortspielplatz für die zweizügige Grundschule entstehen.

Vor der Sanierung des Gebäudes steht der Ausbau des Plantagenweges, der weder für Baufahrzeuge noch für den Zubringerverkehr für eine Schule geeignet ist. Am 21. August soll der grundhafte Ausbau der Straße beginnen und etwa ein Jahr dauern, kündigte Straßen- und Tiefbauamtsleiter Koettnitz an. Danach startet die Sanierung des Gebäudes.

Die Planungen für den Straßenbau hätten viel Zeit in Anspruch genommen, da die Verwaltung verschiedene Varianten untersucht habe, so Koettnitz. Nun sollen eine separate Einfahrt und eine zusätzliche Auffahrt auf die Pillnitzer Straße gebaut werden. Die Bushaltestellen auf der Hauptstraße werden zu Lasten der Fahrbahn verbreitert, der Knoten erhält eine Ampelanlage.

Moderne Bedingungen für Lehrer und Schüler

Die Einwohner äußerten wenig Kritik am Zeitverzug, brachten dafür aber umso mehr Bedenken zur Verkehrsproblematik zum Ausdruck. Schmidtgen räumte ein, dass das Thema Parken ein großes, ungelöstes Problem sei. Gerade einmal sieben Parkplätze entstehen am Schulgebäude. Was aber passiert, wenn Elternabende stattfinden? Mit dem Auto sollten die Eltern besser nicht anreisen.

Kritisch sahen die Anwohner auch die Situation an der Pillnitzer Straße. Einige nahmen das Wort „Chaos“ in den Mund, wenn in den Morgenstunden die Kinder von den Eltern zur Schule gebracht werden. „Wir haben an dieser Stelle keine andere Möglichkeit“, erklärte Koettnitz.

Den von Leohnardt geforderten Optimismus brachten Erzieherinnen, Lehrerinnen und Elternvertreterinnen der beiden Schulen an der Dresdner Straße ins Spiel. Wie sehr hätte sie sich diese modernen Bedingungen gewünscht, erklärte eine Hortnerin, die bald in den Ruhestand geht. Endlich angemessene Lernbedingungen und Spielmöglichkeiten für die Grundschüler – das sei ein hoher Wert.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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