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Stadtpolitik Elternbeiträge für Kitas in Dresden sollen um bis zu knapp 10 Euro im Monat steigen
Dresden Stadtpolitik Elternbeiträge für Kitas in Dresden sollen um bis zu knapp 10 Euro im Monat steigen
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07:00 25.12.2017
Auch im kommenden Jahr müssen die Eltern in Dresden höhere Beiträge für die Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten bezahlen. Quelle: dpa
Dresden

Auch im kommenden Jahr müssen die Eltern in Dresden höhere Beiträge für die Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten bezahlen. Der Vorschlag der Stadtverwaltung sieht eine Anpassung der Elternbeiträge für die Krippe um 1,7 Prozent bei den Kindergärten um 6,8 Prozent und beim Hort um 2,7 Prozent vor, hieß es auf DNN-Anfrage. Der verbesserte Betreuungsschlüssel habe die Betriebskosten in der Vergangenheit deutlich steigen lassen, erklärte die Stadt zur Begründung. Im April soll der Stadtrat über die Elternbeiträge entscheiden, die dann ab 1. September 2018 gelten würden.

Laut Dresdner Elternbeitragssatzung ist die Höhe der Elternbeiträge für die rund 48 000 in Dresdner Kitas und Horten betreuten Kinder jährlich neu festzusetzen. Regelmäßig zum 1. September werden die Elternbeiträge deshalb auf Grundlage der zuletzt bekannt gemachten Personal- und Sachkosten aller Dresdner Kitas und Horte angepasst. Eine entsprechende Beschlussvorlage will die Verwaltung Anfang Januar an die Gremien des Stadtrates weitergeleitet.

In der Krippe sollen die Beiträge von derzeit 212,81 Euro (9 Stunden Betreuung) auf 216,49 Euro steigen. Im Kindergarten ist ein Anstieg von 146,02auf 155,92 Euro geplant. Für ein Hortkind müssen die Eltern nach den Plänen künftig 86,79 Euro zahlen, bislang waren es 84,54 Euro. Im Hort an Förderschulen sollen es künftig 115,19 Euro (6 Stunden Betreuung) sein, dort zahlen die Eltern gegenwärtig 107,16 Euro.

Für die Entwicklung seien einerseits die Tarifsteigerungen und neuen Eingruppierungsregeln für Sozialberufe im öffentlichen Dienst verantwortlich. Andererseits wirke sich auch der verbesserte Betreuungsschlüssel in Kindergärten deutlich kostensteigernd auf die Betriebskosten aus: ab 1. September 2015 verbesserte er sich von 1:13 auf 1:12,5 und ab 1. September 2016 nochmals von 1:12,5 auf 1:12, das heißt eine Erzieherin ist jetzt rechnerisch für 12 Kinder verantwortlich. Nach Einschätzung des Bildungsbürgermeisters Hartmut Vorjohann begrüßen Eltern und Fachleute den verbesserten Personaleinsatz. „Er kommt den Kindern direkt zugute. Auch die Aufwertung des Erzieherberufes ist in unser aller Interesse“, so Vorjohann. Die finanziellen Auswirkungen könne die Stadt allerdings nicht alleine tragen. Es sei deshalb nur konsequent, dass zeitlich verzögert auch die Eltern an den gestiegenen Aufwendungen beteiligt werden.

Lagen die für die Kalkulation der Elternbeiträge maßgeblichen Betriebskosten aller Dresdner Kindertageseinrichtungen im Jahr 2015 noch bei rund 245 Millionen Euro, investierte die Landeshauptstadt Dresden 2016 bereits 265 Millionen Euro dafür. Besonders deutlich legten dabei die Personalkosten zu. Sie stiegen von 181 Millionen Euro in 2015 auf 198 Millionen Euro im Jahr 2016. Noch keinen Einfluss auf die Neuberechnung der Elternbeiträge habe die zum 1. September 2017 wirksam gewordene Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Krippen von 1:6 auf 1:5,5. Die daraus resultierenden Kostensteigerungen würden sich erstmals auf die Kalkulation der Elternbeiträge für das Jahr 2019 auswirken.

An den Ermääßigungen für Geschwisterkinder soll sich nichts ändern. Für das zweite gleichzeitig in einer Kita betreute Kind soll der Beitrag um 40 Prozent, für das dritte und jedes weitere sogenannte Zählkind um 100 Prozent reduziert werden. Alleinerziehende Elternteile erhalten eine Absenkung um zehn Prozent.

Gegenwärtig bekommen die Eltern von rund 10000 Kindern die Beiträge aufgrund geringer Einkommen erlassen oder ermäßigt. Das werde beibehalten. Für alle Absenkungen und Erlasse von Elternbeiträgen in den Dresdner Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege zusammen schlugen bei der Landeshauptstadt im Jahr 2016 rund 24,5 Millionen Euro zu Buche. Durch die geplante Anpassung der Elternbeiträge erwartet die Stadt Mehreinnahmen von rund 745 000 Euro im Jahr 2018. Davon würden rund 384 000 Euro den Trägern der freien Jugendhilfe zufließen.

Von Ingolf Pleil

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