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Stadtpolitik Dresdner sind für autofreie Augustusbrücke
Dresden Stadtpolitik Dresdner sind für autofreie Augustusbrücke
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08:37 02.03.2019
Die Augustusbrücke soll auch nach Ende der Bauarbeiten autofrei bleiben. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die überwiegende Mehrheit der Dresdner möchte nicht mehr mit dem Auto über die Augustusbrücke fahren. Das hat das 107. DNN-Barometer ergeben, für das das Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden im Auftrag der Dresdner Neuesten Nachrichten 511 repräsentativ ausgewählte Dresdner befragt hat. 70 Prozent haben dabei geantwortet, dass sie eine Öffnung der Brücke nach ihrer Sanierung lediglich für Fußgänger und Radler sowie Straßenbahnen, Busse und Taxis befürworten. 24 Prozent lehnen diesen Plan ab.

Idee stark im Aufwind

Damit ist die Idee einer halbwegs autofreien Augustusbrücke stark im Aufwind. Im Dezember 2013 und im Oktober 2014 standen sich die Lager der Befürworter und Gegner mit jeweils um die 47 Prozent noch gleichstark gegenüber. Offenbar haben viele während der 2017 begonnenen Brückensanierung gelernt, ohne eine Autofahrt über die zentrale Stadtbrücke auszukommen.

Der Stadtrat, der die autofreie Augustusbrücke ursprünglich beschlossen hatte, hat diese Pläne inzwischen schon wieder aufgeweicht. Während der Instandsetzung der Carolabrücke, die ab kommenden Herbst ansteht, sollen Autofahrer wieder über die Augustusbrücke fahren dürfen – übergangsweise. So hat es die rechts-konservative Mehrheit des Stadtrats auf Antrag der Bürgerfraktion Ende 2018 entschieden. Doch diese Pläne lassen sich kaum umsetzen

Zum einen müsste der Planfeststellungsbeschluss, der die Sanierung der Augustusbrücke rechtlich möglich macht, nachträglich geändert werden, was ziemlich aufwendig ist. Zum andern ziehen sich die derzeit pausierenden Arbeiten auf dem Dresdner Wahrzeichen wohl weit ins Jahr 2020. Dann werden zwei Fahrspuren der Carolabrücke schon seit Monaten sanierungsbedingt gesperrt sein.

42 Prozent setzen hauptsächlich aufs Auto

Interessant ist auch, was die Befragten zu den von ihnen benutzten Verkehrsmitteln sagen. 42 Prozent sind laut Umfrage bei ihren regelmäßigen Wegen hauptsächlich mit dem Auto unterwegs. 16 Prozent sitzen in der Hauptsache im Fahrradsattel. Diese Werte decken sich in etwa mit einer regelmäßig anstehenden Verkehrsstudie der TU, deren aktuelleste Werte allerdings aus dem Jahr 2013 stammen. Demnach werden 39 Prozent aller Wege in Dresden mit dem Auto zurückgelegt, zwölf Prozent mit dem Fahrrad.

Große Abweichung zwischen Studie und DNN-Barometer gibt es jedoch bei den Anteilen von Fußgängern und Nahverkehrsnutzern. 39 Prozent sind laut Umfrage hauptsächlich mit Bus und Bahn unterwegs und nur drei Prozent zu Fuß. In der TU-Studie sind die Verhältnisse umgekehrt: 27 Prozent aller Wege werden demnach zu Fuß zurückgelegt und nur 22 Prozent mit dem ÖPNV.

Hohe Zahl „versteckter“ Fußgänger

Den Unterschied zwischen Selbsteinschätzung und den Ergebnissen der TU-Verkehrswissenschaftler dürfte wohl vor allem die fehlende Wahrnehmung gelaufener Wege bei den Befragten sein. Denn jeder Nahverkehrsnutzer und die meisten Autofahrer sind zwischen Haltestelle, Parkplatz und ihren Zielen auf Schusters Rappen unterwegs – sie alle sind auch Fußgänger. Und da können, gerade wenn noch ein Einkaufsbummel in der Innenstadt folgt, einige Kilometer zusammenkommen. Auf Radler trifft das weniger zu, sie fahren meist bis dicht an ihren Zielort heran.

Trotz der hohen Zahl „versteckter“ Fußgänger sinkt der Anteil hauptsächlich gelaufener Wege laut Umfrage von neun Prozent im Oktober 2014 auf sechs Prozent im Dezember 2018 und nun drei Prozent.

Großartige Veränderungen gibt es sonst nur bei der Bewertung des Nahverkehrs. Hauptsächlich mit Bus und Bahn zurückgelegte Wege steigen von 31 Prozent (2014) auf 34 Prozent (2018) und nun 39 Prozent. Ein starker Zuwachs, der sich im übrigen auch an den zuletzt jährlich neuen Fahrgastrekorden der Dresdner Verkehrsbetriebe ablesen lässt. 2018 waren laut DVB 163,3 Millionen Menschen mit Bus und Bahn in Dresden unterwegs, 2014 waren es noch 152,9 Millionen.

Von Uwe Hofmann

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