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Stadtpolitik Dresdner Dauerzoff endet: Behr tritt als Vize-Ortsvorsteher zurück
Dresden Stadtpolitik Dresdner Dauerzoff endet: Behr tritt als Vize-Ortsvorsteher zurück
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06:15 31.10.2018
Hans-Jürgen Behr Quelle: Archiv
Dresden

Hans-Jürgen Behr ist von seinem Amt als stellvertretender Ortsvorsteher von Schönfeld-Weißig zurückgetreten. Der CDU-Politiker zog damit die Konsequenzen aus einem Urteil des Amtsgerichts Dresden.

Damit neigt sich die politische Karriere eines Mannes dem Ende entgegen, der für Jahrzehnte im Hochland immer wieder für Wirbel gesorgt hatte. Es gab Konflikte mit Umweltschützern, Grundstücksgeschäfte landeten vor Gericht, zu Behrs schillernder Vergangenheit gehörte sein Engagement im Präsidium von Dynamo Dresden. Bei den Baugeschäften von Vereins-Präsident Rolf-Jürgen Otto, die im Konkurs endeten, gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune. Trotz aller Kritik zog Behr seinen Kopf immer wieder aus der Schlinge.

Behr kommt dem Abwahlantrag zuvor

Bei vielen Bürgern im Hochland erlangte er mit seinem Verhandlungsstil vor allem bei der Eingemeindung von Schönfeld-Weißig, wo er Bürgermeister war, nach Dresden sehr viele Sympathien. Doch irgendwann wurde es wohl auch der CDU zu bunt. Bei den letzten Stadtratswahlen 2014 ließ sie Behr abblitzen, er kam nicht auf die Kandidatenliste. In Schönfeld-Weißig blieb er nur noch stellvertretender Ortsvorsteher.

Und im Juni dieses Jahres wurde es auch vor Gericht einmal ernst für Behr. Als Geschäftsführer seiner Baufirma wurde er vom Amtsgericht Dresden in einem Untreue-Verfahren für die unsachgemäße Abrechnung von Kurzarbeitergeld der Arbeitnehmer bei der Arbeitsagentur Dresden zu 180 Tagessätzen verurteilt.

Vor allem für die Grünen, die Behr als „Hochlandpascha“ titulierten, war der Mann da schon längst nicht mehr tragbar. Nach dem Urteil strebten Ortschaftsräte von SPD, Linken und Grünen einen Abwahlantrag im Ortschaftsrat an. Nach einigem Hin und Her war klar, dass dieser Antrag spätestens im November auf der Tagesordnung stehen würde.

Dem kam Behr nun zuvor. Auf Anfragen hatte er nicht reagiert. „Ich ziehe aus diesem Urteil die Konsequenz und trete mit sofortiger Wirkung von dem Mandat des gewählten 1. Stellvertreters der Ortsvorsteherin zurück“, erklärte Behr jetzt über Ortsvorsteherin Daniela Walter (CDU) im Ortschaftsrat. Da das Urteil nichts mit seinem kommunalpolitischen Engagement zu tun und er sich nicht persönlich bereichert habe, will er sich jedoch weiter im Ortschaftsrat für die Bürger im Hochland engagieren.

Von Ingolf Pleil

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