Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Dresdner Ausländerrat kritisiert Theaterplatz-Camp
Dresden Stadtpolitik Dresdner Ausländerrat kritisiert Theaterplatz-Camp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:42 09.09.2015
Das Camp vor der Semperoper wurde am Dienstag geräumt. Quelle: DNNOnline

Man dürfe dieses Recht aber nicht missbrauchen, das sei der falsche Weg, erklärte sie weiter.

Direkt an Baharak, die Sprecherin von „Refugee Struggle“ gerichtet, stellte sie fest, die junge Frau wisse womöglich nicht, wie die Situation in Sachsen und Dresden ist. „Mit der neuen Landesregierung und dem neuen Stadtrat gibt es eine gute Zusammenarbeit“, sagte sie. Und sie befürchtet, die Aktion auf dem Theaterplatz könne negative Folgen für Flüchtlinge haben und ihnen langfristig schaden.

Trotz dieser Kritik will „Refugee Struggle Dresden“ seinen Protest fortsetzen. Allerdings ist noch nicht klar, wie das gehen soll. Der am Dienstagnachmittag angekündigte Hungerstreik war am Mittwoch kein Thema. Die Aktivisten wollten darüber am Abend neu beraten, sagte Baharak, wie schon am Vorabend träfen sie sich dazu wieder im Alternativen Zentrum Conni. „Stadt, Polizei und Nazis machen Druck“, beschwerte sie sich erneut. „Das ist ein Symbol für das, womit Flüchtlinge in Deutschland klarkommen müssen.“ Dem Ausländerrat sprach sie jegliche Kompetenz ab. Schließlich handele es sich bei den Vertretern dieser Initiative nicht um „Non-Citizens“ und „Refugees“, also weder um Menschen ohne Bürgerrechte, so der Duktus der Aktivisten, noch um Flüchtlinge.

Baharak bestätigte auf DNN-Nachfrage, dass sie bereits vor knapp einem Jahr an einer ähnlichen Protestaktion in Amberg (Landkreises Amberg-Sulzbach, in Ostbayern) beteiligt war. „Nichts ist besser geworden, die Probleme sind immer noch dieselben“, begründete die knapp 30-Jährige die Protestaktion in Dresden. Maßgeblich daran beteiligt ist auch ihr Ehemann Mesbah M., ein Blogger aus dem Iran, der als Asylbewerber in Amberg untergekommen ist. Gemeinsam mit ihm und weiteren Aktivisten hatte Baharak Ende März 2014 auf einem zentralen Platz nahe dem Amberger Bahnhof ein Protestcamp aufgebaut. Auch dort stand damals ein Zelt mitten in der Stadt. Nach der Demo am Sonnabend beharrten die Aktivisten von „Refugee Struggle“ dennoch darauf, das Protestcamp auf dem Theaterplatz sei eine spontane Aktion gewesen. Die „Gegebenheiten“ für Flüchtlinge seien nicht nur in Amberg oder Bayern nicht gut, sondern in ganz Deutschland, begründete Baharak damals die Aktion, nannte dabei aber noch ihren tatsächlichen Namen.

Christoph Springer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Landeshauptstadt Dresden braucht noch in diesem Jahr bis zu 900 neue Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern. Das erklärte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) jetzt auf Anfrage der DNN.

09.09.2015

Die Dresdner SPD-Fraktion im Stadtrat will sich dafür einsetzen, dass die „Cocker-Wiese“ nahe des Straßburger Platzes künftig auch offiziell so heißt.

09.09.2015

35 000 Euro sind im Topf, aber 14 Veranstalter halten die Hände auf und wollen rund 135 500 Euro. Die Stadt fördert auch 2015 wieder Großveranstaltungen, doch wie jedes Jahr sind die Möglichkeiten kleiner als die Wunschliste.

09.09.2015