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Stadtpolitik Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz verabschiedet sich mit emotionaler Rede
Dresden Stadtpolitik Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz verabschiedet sich mit emotionaler Rede
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23:35 09.09.2015
Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) bei ihrer Abschiedsrede als Oberbürgermeisterin. Quelle: dpa

„Mit Helma Orosz geht die „First Lady“ der sächsischen Politik in den Ruhestand“, würdigte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) seine frühere Kabinettskollegin.

Bei Orosz seien Mensch und Amt immer eins gewesen. Unter ihrer Führung sei Dresden in „seiner Erinnerung geeint und in die Zukunft gewachsen“. Tillich blieb dem Festakt im Rathaus am Freitag fern, weil ihn eine Grippe plagte. Er ließ sich von Staatskanzleichef Fritz Jaeckel vertreten, der Orosz im Namen der Regierung dankte und zugleich sehr persönliche Worte fand. Auch der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) reihte sich in die Schar der Dankesredner ein. „Führung bedeutet nicht befehlen. Führung bedeutet die Fähigkeit, zuzuhören und dann zu entscheiden“, beschrieb er den Führungsstil von Orosz.

Ihr Vize Dirk Hilbert brachte eine humorvolle Note ein: Orosz’ frühere Tätigkeit als Kindergärtnerin sei eine große Hilfe gewesen, so manche Stadtratssitzung zu überstehen, sagte er. Orosz selbst, die als erste Frau die Geschicke der Stadt Dresden lenkte, verzichtete auf eine politische Rede und bedankte sich stattdessen bei Kollegen, Weggefährten und Freunden. „Ich habe selten eine so kontinuierliche, menschliche und angenehme Zusammenarbeit erlebt.“ Als die Rede auf ihre Familie kam, ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

Orosz war 2011 an Krebs erkrankt und hatte ein Jahr lang pausieren müssen. Den Verzicht auf eine weitere Amtszeit hatte sie auch mit Verweis auf ihre Gesundheit begründet. Am Freitag versprach sie ihrer Tochter und ihren Enkeln, nun endlich viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Orosz war im August 2008 Stadtoberhaupt in Dresden geworden. Zuvor hatte sie in gleicher Funktion in Weißwasser agiert, ab 2003 war sie sächsische Sozialministerin. Am 7. Juni steht die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Dresden an. Für die Nachfolge gibt es mit der amtierenden Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und CDU-Innenminister Markus Ulbig zwei aussichtsreiche Bewerber. Der FDP-Politiker Hilbert tritt als unabhängiger Kandidat an und darf sich gleichfalls Chancen ausrechnen.

Jörg Schurig, dpa

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