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Dresden wirbt um Tourismus-Kongress – Stadträte kritisieren DMG

„Germany Travel Mart“ Dresden wirbt um Tourismus-Kongress – Stadträte kritisieren DMG

2018 soll die wichtigste internationale Tourismus-Fachveranstaltung in Dresden stattfinden. Die Bewerbung um den „Germany Travel Mart“ läuft bereits. Jetzt hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert das Konzept zur Ausrichtung und Finanzierung der Veranstaltung dem Stadtrat vorgelegt.

OB Dirk Hilbert will um Touristen für Dresden werben

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. 2018 soll die wichtigste internationale Tourismus-Fachveranstaltung in Dresden stattfinden. Die Bewerbung um den bedeutsamen „Germany Travel Mart“ läuft bereits. Jetzt hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert das Konzept zur Ausrichtung und Finanzierung der Veranstaltung dem Stadtrat vorgelegt. Insgesamt fast 500000 Euro will er dafür aus dem Stadtsäckel locker machen. „Wachsende Tourismuszahlen sind keine Selbstverständlichkeit, es sind hierzu permanent Impulse und Aktivitäten der Stadt notwendig“, erklärte Hilbert zur Begründung.

Der GTM ist die wichtigste Verkaufsveranstaltung für die deutsche Tourismusbranche. Jedes Jahr ist eine andere Stadt gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) der Ausrichter. 2016 war es Magdeburg, in diesem Jahr ist Nürnberg an der Reihe. Im September 2016 habe Dresden seine Bewerbung eingereicht. „Dresden gilt als Favorit für die Ausrichtung“, stellte Hilbert fest. Im Februar sollen die Verträge unterschrieben werden. Vom 5. bis 9. Mai 2018 ist die Veranstaltung geplant.

Erfahrungsgemäß sei insgesamt von etwa 1200 Teilnehmern auszugehen, darunter etwa 600 Reisefachleute, Einkäufer und Journalisten aus über 40 Ländern, bis zu 400 deutsche Anbieter und bis zu 200 weitere Teilnehmer, darunter Delegationsleiter, Destinationsmanager und PR-Mitarbeiter der DZT. Obwohl alle deutschen Reiseziele vertreten seien, liege der Fokus der Teilnehmer und Berichterstatter immer besonders auf der Gastgeberregion. Auf dem Programm für die Teilnehmer stehen unter anderem Besuche in Freiberg, Görlitz, der Sächsischen Schweiz sowie Moritzburg. Natürlich fehlen Meißen und die Porzellan-Manufaktur nicht.

Bremen habe allein durch die Veranstaltung eine fiskalischen Effekt von 670000 Euro ermittelt. Die Auswirkungen durch den GTM-Vermarktungseffekt seien da noch nicht eingerechnet. Hilbert verspricht sich für die Stadt unter anderem einen Imagegewinn, die nachhaltige Steigerung der Übernachtungszahlen und eine wachsende Wirtschaftskraft. So würden mit dem GTM etwa 45 Länder erreicht, bislang bearbeite die Dresdner Marketing Gesellschaft 15 Märkte weltweit.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,07 Millionen Euro. Die Tourismusbranche stelle dafür vor allem über Sachleistungen 200 000 Euro bereit. Der Freistaat habe eine Beteiligung von 400 000 Euro in Aussicht gestellt, wenn sich die Stadt Dresden im gleichen Maß engagiere. 50 000 Euro 2017 und 420 000 Euro im nächsten Jahr will Hilbert dafür bereitstellen lassen. Hilbert will mit der Vorlage des Konzepts auch die bei den Haushaltsverhandlungen eingefrorenen DMG-Mittel in Höhe von 420 000 Euro freigegeben lassen.

Ohne Diskussion wird das nicht abgehen. Tilo Kießling, Finanzpolitiker der Linken im Stadtrat, erwartet, dass sich der Freistaat stärker beteiligt. Der Freistaat Bayern habe für die Veranstaltung in Nürnberg ein Million Euro im Haushalt stehen. Außerdem kritisierte er DMG-Chefin Bettina Bunge, die viel zu spät über das GTM-Projekt informiert habe. „Es ist eine nicht zu duldende Fehlleistung der Geschäftsführerin, uns als Stadtrat nicht rechtzeitig informiert zu haben.“

OB Hilbert, der sich mit dem angestrebten Stadtratsbeschluss grünes Licht für die Vertragsunterzeichnung geben lassen, will verweist auf den „medialen und wirtschaftlichem Erfolg“, den der GTM 1998 in Dresden ausgelöst habe. Nach dem Start des Kraftwerks Mitte im vergangenen Jahr und dem Kulturpalast in diesem Jahr könnte der GTM eine Kette hochkarätiger Veranstaltung in Dresden fortsetzen, mit denen sich die Stadt als „weltoffener und freundlicher Gastgeber“ präsentiert.

Von Ingolf Pleil

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