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Dresden möchte künftig mit Stipendium an Marwa El-Sherbini erinnern

Dresden möchte künftig mit Stipendium an Marwa El-Sherbini erinnern

Mit einem Stipendium für Aufbaustudiengänge möchte die Stadt Dresden der Ermordung von Marwa El-Sherbini gedenken. Das gab Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) am Montag bekannt.

Vom Tisch ist damit der Vorschlag, eine Straße nach der vor drei Jahren im Dresdner Landgericht erstochenen Ägypterin zu benennen.

„Ein Stipendium eignet sich gut, immer wieder aufs Neue die Botschaft eines weltoffenen Dresden mit Leben zu erfüllen“, erklärte Orosz, wie es zu der Entscheidung kam. Gefördert werden sollen Studenten, die bereits einen Studienabschluss wie zum Beispiel einen Bachelor haben, und an einer Dresdner Hochschule ein Aufbaustudium aufnehmen möchten. Sie erhalten über zwei Jahre jeweils 750 Euro pro Monat.

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Marwa El-Sherbini wurde am 1. Juli 2009 in Dresden ermordet.

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Finanziert werden soll die Förderung je zur Hälfte mit Geldern der Stadt und des Freistaates. Die Verwaltungsaufgaben, die mit dem neuen Stipendium in Zusammenhang stehen, übernimmt der Verein „Dresden concept“, dessen Vorsitzender der Rektor der TU Dresden Hans Müller-Steinhagen ist. „Als ich Herrn Müller-Steinhagen gefragt habe, ob der Verein als Plattform für das neue Stipendium fungieren könnte, war er sofort einverstanden“, freute sich Orosz. Obwohl Studenten aus allen Studiengängen gefördert werden sollen, ist es vorgesehen, dass der erste Student aus dem Bereich der Biochemie kommt, um bei Anthony Hyman am Max-Plack-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in der Pfotenhauer Straße zu arbeiten.

Auch der Ehemann von Marwa El-Sherbini war dort beschäftigt. Voraussetzung für den Beginn des Stipendiums ist allerdings, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. September zustimmt. Helma Orosz (CDU) zeigte sich diesbezüglich optimistisch: „Ich habe mit allen Fraktionen gesprochen und überall grünes Licht bekommen.“

Unterdessen begrüßte auch Christian Avenarius, Sprecher des Landesverbandes Sachsen der Neuen Richtervereinigung,  den Vorschlag. Obwohl der Verband zunächst dafür gewesen sei, eine Straße in der Nähe des Landgerichts nach Marwa El-Sherbini zu benennen, könne man durchaus auch mit dieser Lösung leben. " Ziel war es, dass Marwa El-Sherbini in geeigneter Form gedacht wird", so Avenarius.   

Unzufrieden war hingegen Sebastian Vogel vom Dresdner Ausländerrat: „Das ist zwar eine nette Idee, die jedoch kein umfassendes Integrationskonzept ersetzen kann.“ Vor allem werde mit einem Stipendium keine breite gesellschaftliche Diskussion über den ganz alltäglichen Rassismus angestoßen, so Vogel.

Stephan Hönigschmid

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