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Stadtpolitik Dresden erhält Beratungsstelle für alle Fragen rund um die Kinderbetreuung
Dresden Stadtpolitik Dresden erhält Beratungsstelle für alle Fragen rund um die Kinderbetreuung
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07:31 27.06.2018
Quelle: dpa
Dresden

Nach langer Diskussion soll es nun losgehen: Dresden bekommt im September eine neue Beratungsstelle für Mütter und Väter von kleineren Kindern. Ab 1. September soll das Angebot für Eltern, deren Kinder in der Stadt betreut werden, zwar bereit stehen, starten kann es erst etwas später. Das sieht eine Vorlage aus dem Bereich von Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) vor, über die der Jugendhilfeausschuss in den nächsten Wochen entscheiden muss.

Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte. Bereits Ende 2016 hat sich der Stadtrat für eine trägerunabhängige Beratungsstelle für Eltern ausgesprochen. Losgelöst von der Stadt oder freien Trägern, die Kindereinrichtungen betreiben, soll für Mütter und Väter ein Ansprechpartner geschaffen werden. „Für die Eltern in Dresden wird es eine wertvolle Ergänzung: sie werden sich dann an diese stelle wenden, wenn sie unsicher sind, ob in ihrer Kita alles richtig läuft“, freute sich Tilo Kießling, der für die Linkspartei im Jugendhilfeausschuss sitzt, dass damit ein Projekt der rot-grün-roten Stadtratskooperation zustande komme. „Oft kann man solche Fragen weder mit der Kita noch mit dem Amt besprechen“, erklärte Kießling im Oktober 2017, als der Jugendhilfeausschuss den Weg für die Ausschreibung der Beratungsstelle frei gemacht hatte.

In der Stadt gibt es zwar schon eine Reihe von Angeboten zur Beratung von Eltern. Viele sind allerdings an die Stadt, an freie Träger oder Elternvertretungen angebunden. Die Initiatoren legten aber großen Wert auf Unabhängigkeit. Kühne Prognosen rechneten schon Anfang dieses Jahres mit dem Start für das Angebot.

Beratungsstelle wird auf Bautzener Straße in Dresden sitzen

Im September soll nun die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) als Träger mit der Beratung beginnen. Die 1994 gegründete Organisation setzt sich für die Verbesserung von Bildungs- und Entwicklungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen ein und ist bundesweit tätig. In Sachsen werden unter anderem seit zehn Jahren Programme und Projekte in der frühkindlichen Bildung umgesetzt.

Mit den Beschlüssen zur Einrichtung der Beratungsstelle hatte der Jugendhilfeausschuss auch ein Konzept verabschiedet. Das Angebot der DKJS soll demnach Eltern beraten, die Fragen zu fachlichen Inhalten, Strukturen und Arbeitsweisen der Kindertagesbetreuung in Dresden haben. Hilfe sollen auch Eltern erhalten, die eine Elternvertretung aufbauen wollen. Die Beratung richte sich aber auch an Mütter und Väter, die in Konfliktsituationen mit der Kita oder deren Träger einen persönlichen Beratungsbedarf haben. Unterstützung bietet die Beratungsstelle auch in die andere Richtung: Hilfe erhalten ebenfalls Vertreter von Kita-Trägern wenn sie Beratungsbedarf zum Umgang mit Elternvertretungen oder dem Elternbeschwerdemanagement haben. Voraussichtlich am 6. September fällt im Jugendhilfeausschuss der letzte nötige Beschluss dazu, dann kann es mutmaßlich am 10. September losgehen.

Die Fachkräfte der Beratungsstelle sollen sich in ihrer Tätigkeit primär in einer „Lotsenfunktion“ verstehen, heißt es in der Vorlage. Zu den Aufgaben der Stelle gehöre es Orientierung zu bieten, Transparenz zu schaffen und zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln. Ihren Sitz wird die Beratungsstelle in der Bautzener Straße 22 haben. Die Angebote für die Eltern sind kostenfrei. Der Zuschuss zu den Betriebskosten für 2018 von 36000 steht bereits im Haushalt, für 2019 müssen dann 100000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Von Ingolf Pleil

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