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Dresden: Breite Protestfront gegen Pegida formiert sich

Dresden: Breite Protestfront gegen Pegida formiert sich

Die Initiative „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) hat am heutigen Montag wieder zu einer „Montagsdemonstration gegen Glaubens- und Stellvertreterkriege auf deutschem Boden“ aufgerufen.

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Die Pegida-Demo in Dresden am vergangenen Montagabend.

Quelle: Stephan Lohse

Dagegen regt sich Protest und Widerstand. Die Piraten laden ab 16.30 Uhr zu „#nopegida“ an den Goldenen Reiter ein.

SPD-Unterbezirksvorsitzender Christian Avenarius bezeichnet die „Pegida“-Anhänger als „scheinbare Biedermänner“, die Ängste in der Dresdner Bevölkerung nutzen wollen, um für ihre ausländerfeindlichen Absichten zu werben. „Es ist kein Zufall, dass die ‚Pegida‘-Leute dann in den Ortsbeiräten auftauchen, wenn über das Thema der Unterbringung von Asylbewerbern gesprochen wird“, so Avenarius.

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Bei der Gegendemo kamen etwa 200 Menschen zusammen. Insgesamt 100 Polizisten sicherten die Pegida-Demo ab.

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Alle demokratischen Parteien, die Kirchen, Kultur, Wissenschaft, Sport und Gewerkschaften seien gefordert, gegen „Pegida“ zu protestieren. „Dresden will sich als weltoffene Stadt präsentieren. Dann muss von der Stadt die Botschaft ausgehen, dass Flüchtlinge willkommen sind“, findet der SPD-Vorsitzende. Regelrecht perfide sei es, dass „Pegida“ nicht davor zurückschrecke, Symbole der friedlichen Revolution von 1989 wie Montagsdemonstrationen oder den Ruf „Wir sind das Volk“ für ihre menschenverachtenden Zwecke zu missbrauchen.

Am Montag stellten sich Dresdner Kirchen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Initiativen gegen die Inhalte der Pegida-Demonstrationen. Unter anderem das Islamisches Zentrum Dresden e.V., die Jüdischen Gemeinde zu Dresden, der Ausländerrat Dresden e.V., der Sächsische Flüchtlingsrat e.V. sowie die Superintendenten Christian Behr und Albrecht Nollau haben ein entsprechendes Papier unterzeichnet. "Der Hass gegen den Islam und die Ablehnung der Aufnahme Asylsuchender bestimmen die Positionen der Pegida. Demgegenüber treten die unterzeichnenden Organisationen für die Religionsfreiheit und die Aufnahme Asylsuchender in Dresden ein", heißt es darin. Die rechtskonservativen und nationalistischen Parolen der Pegida widersprechen der Auffassung von einer weltoffenen und auf Akzeptanz der Verschiedenheiten von Menschen beruhenden Gesellschaft.

Der Dresdner DGB-Vorsitzende André Schnabel erklärte, die offiziellen Aussagen von „Pegida“ würden zwar weltoffen klingen. „Aber die Kernbotschaft lautet: Wir sehen Menschen aus anderen Kulturen grundsätzlich kritisch“, so der Gewerkschafter. Es werde nach dem Muster argumentiert, mehr Ausländer würden mehr Islam und damit mehr Terror bedeuten. „Das ist nicht zu akzeptieren.“

Silvio Lang von den Linken zieht den Bogen zur bevorstehenden Oberbürgermeister-Wahl: „Hier wird versucht, diffuse Angstgefühle in der Bevölkerung aufzugreifen und eine Stimmung zu erzeugen, die dem linken Lager wenig zuträglich ist“, erklärte Lang, der auch Mitinitiator des Bündnisses „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“ ist.

Für den 15. November hat eine Initiative „Besorgte Eltern gegen die Frühsexualisierung in der Grundschule“ eine Demonstration in Dresden angekündigt. Auch dabei handelt es sich laut Lang um eine rechtsgerichtete Aktion, die sich insbesondere gegen Homosexualität richtet. Der Christopher Street Day Dresden e.V. hat zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

tbh/cg

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