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Denkzettel für die TU Dresden beim Thema Universitätsschule

Stadtrat Denkzettel für die TU Dresden beim Thema Universitätsschule

Die Dresdner Stadträte haben sich am Donnerstagabend unzufrieden gezeigt mit der Kooperationsbereitschaft der TU Dresden bei der Etablierung der geplanten Universitätsschule in der Johannstadt. Der Schulversuch brauche mehr Einbindung bestehender Schulen. Das forderte auch Juliana Dressel-Zagatowski, Schulleiterin der 101. Oberschule.

 Die Dresdner Stadträte haben am Donnerstag auch das Konzept der Universitätsschule in der Johannstadt heftig diskutiert.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Was für ein engagierter Auftritt: Juliana Dressel-Zagatowski, Leiterin der 101. Oberschule in der Pfotenhauerstraße, hat am Donnerstagabend vor dem Stadtrat unbequeme Fragen zur Universitätsschule gestellt, die zum Schuljahresbeginn 2018/2019 in Johannstadt an den Start gehen soll: „Brauchen wir eine Selektion unter dem Deckmantel der Forschung?“, fragte die Pädagogin, „wollen sie, dass ihr Kind mit dem Zusatz ‚unter Armutsbedingungen’ an der Schule aufgenommen wird?“

Eine Laborschule neben einer Schule für Randgruppen könne sich Dresden nicht leisten. „Wir integrieren seit Jahren“, so die Schulleiterin, „wir wollen unser Wertesystem ohne Ausgrenzung nicht abschaffen.“ Eine öffentlich-rechtliche Schule dürfe keine Ausschlusskriterien kennen, und es gebe eine Lösung für das Problem: „Die Schulkonferenz der 101. Oberschule hat sich für den pädagogischen Teil des wissenschaftlichen Konzepts ausgesprochen. Dieses Konzept kann auch an einer bestehenden Schule umgesetzt werden. Forschung sollte mit der Realität verbunden sein.“

Eine Kooperation zwischen der 101. Oberschule, der 102. Grundschule und den Initiatoren der Universitätsschule habe es bisher nicht gegeben, konstatierte Dressel-Zagatowski. Eine Teilnahme der Schulleiterinnen an den Konferenzen zur Vorbereitung des Schulversuchs sei kategorisch abgelehnt worden. „Fordern sie die Forschung auf, dass sie ihren Auftrag gegenüber der Gesellschaft erfüllt“, appellierte die Pädagogin an die Stadträte. Es dürfe keine Ausschlusskriterien geben und keine Ausgrenzung. Ihre Vision sei die 101. Oberschule als Träger des Schulkonzepts, gemeinsam mit der 102. Grundschule an einem exponierten Platz in der Stadt – in einem Neubau auf der Cockerwiese. „Das könnte ein Leuchtturm werden.“

Die CDU unterstützte das Ansinnen der Schulleiterin. Ausschlusskriterien dürfe es nicht geben, nahm Heike Ahnert den Faden auf. Fraktionsvorsitzender Jan Donhauser konstatierte, dass sich die Verantwortlichen der Universität ungeschickt verhalten würden und ihnen klare Grenzen aufgezeigt werden müssten. Es sei auch nicht möglich, dass die Stadt Sonderwünsche bei der Ausstattung finanziere. „Hier müssen wir die Universität in die Pflicht nehmen“, so Donhauser.

Auch Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, konstatierte Defizite bei der Universität. „Wir erwarten mehr Kooperationsbereitschaft. Jetzt müssen die Gespräche mit den bestehenden Schulen geführt werden.“ Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Schulbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) seien hier gefordert.

Auf Initiative der SPD soll Hilbert jetzt noch einmal prüfen, ob die von der Universität formulierten Aufnahmekriterien für den Schulversuch erforderlich sind.

Der Stadtrat nahm mehrheitlich das Konzept für den Schulversuch zur Kenntnis.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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