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DNN-Barometer: Überwältigende Mehrheit der Dresdner ist für Blockaden gegen Neonazis

DNN-Barometer: Überwältigende Mehrheit der Dresdner ist für Blockaden gegen Neonazis

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) wird nicht müde, zu betonen: Blockaden sind - auch wenn sie sich gegen Märsche von Neonazis richten - eine Verletzung von Grundrechten und somit verboten.

Von Ralf Redemund

Das ficht die Dresdner Bürgerschaft nicht an. Eine überwältigende Mehrheit von 73 Prozent der Befragten hält Blockaden im Zusammenhang mit dem 13. Februar für in Ordnung. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden eindeutig hervor.

Allerdings gab es in diesem Jahr keine brennenden Barrikaden und Steine flogen auch nicht. Stattdessen übten sich Dresdner Demokraten an mehreren Stellen in lautstarkem, friedlichem und kreativem Protest in Sicht- sowie Hörweite des so genannten Trauermarsches von Neonazis. Und allein bei der Menschenkette reichten sich rund 13 000 Teilnehmer die Hände mit einer eindeutigen Botschaft: Neonazis haben in Dresden keinen Platz.

Jahr für Jahr versuchen Rechtsradikale, den Jahrestag der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 für ihre Kundgebungen zu missbrauchen. Doch das stößt in Dresden zunehmend auf Widerstand von Bürgern aller politischer Couleur. Schon 2010 und 2011 war es mithilfe friedlicher Menschenblockaden gelungen, dass die Rechtsextremen nicht in Dresden marschieren konnten. Im Rechtsverständnis der Mehrheit der 510 repräsentativ ausgesuchten Befragten durch die TU-Forscher ist ein solches Vorgehen okay.

Offensichtlich hatte die Entschlossenheit der Dresdner Folgen: Denn die Neonazis zogen ihre geplante Demonstration für den 18. Februar zurück. Obschon keine Nazis mehr öffentlich unterwegs waren, protestierten an jenem Sonnabend rund 8000 Menschen in der Stadt friedlich und vereint gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. Zeitgleich zogen mehr als 6500 Anhänger des Bündnisses "Dresden nazifrei" vom Hauptbahnhof zur Parteizentrale der Linken. Es war die seit Jahren größte antifaschistische Demonstration in der Landeshauptstadt.

Alles in allem haben die Aktionen zum 13. Februar nach außen hin Gutes bewirkt und waren dem Image der Landeshauptstadt förderlich. Dieser Meinung jedenfalls sind 60 Prozent der befragten Dresdner im DNN-Barometer. Demgegenüber fand nur ein Viertel der Befragten, dass die Art und Weise, wie das Gedenken zum 13. Februar in diesem Jahr abgelaufen ist, dem Ansehen Dresdens geschadet hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2012

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