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Stadtpolitik Christian Hartmann will CDU-Kreischef werden - vor der Wahl stellt er sich im Interview den Fragen der DNN
Dresden Stadtpolitik Christian Hartmann will CDU-Kreischef werden - vor der Wahl stellt er sich im Interview den Fragen der DNN
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18:00 09.09.2015
Christian Hartmann Quelle: Archiv

Er soll Nachfolger des Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel werden, der nach zwei Jahren nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung steht. Die DNN sprachen mit dem gelernten Polizisten Hartmann, der auch Ortsvorsteher von Langebrück ist.

Frage: Der bisherige Kreisvorsitzende Andreas Lämmel brachte den Kommunalpolitiker Peter Krüger als seinen Nachfolger ins Gespräch. Wie kommt es, dass Sie kandidieren?

Christian Hartmann: Auch für die Partei war die Entscheidung von Andreas Lämmel überraschend. Eine personelle Änderung stand nie zur Debatte. Wir haben seinen Entschluss aber respektiert. In dem danach folgenden Prozess wurde auch ich angesprochen. Nach Gesprächen mit Ortsverbandsvorsitzenden und Mandatsträgern habe ich mich dazu entschieden, meine Kandidatur zu erklären.

Sie sind nicht gerade unterbeschäftigt. Was werden sie abgeben, wenn Sie gewählt werden sollten?

Es liegt auf der Hand, dass ich dann nicht mehr Pressesprecher des Kreisverbandes sein kann. Ich werde auch nicht mehr als Ortsverbandsvorsitzender für den Dresdner Norden tätig sein können. Ortsvorsteher von Langebrück werde ich bleiben. Auch meine Arbeit im Landtag und im Wahlkreis setze ich engagiert fort. Das ist meine Heimat, hier bin ich mit den Menschen verbunden. Wenn ich mich um ein politisches Amt bewerbe, werde ich es auch mit ganzer Kraft und der erforderlichen Zeit ausfüllen.

Was wollen Sie ändern im Kreisverband?

Christian Hartmann als Kreisvorsitzender ist nicht die CDU. Ich werde ein Team mit Mitgliedern zusammenstellen, die gestalten wollen. Wir werden Facharbeitskreise für einzelne Themen bilden, Arbeitsaufträge und Zielstellungen formulieren. Die CDU muss noch klarer erkennbar sein, die Bürger unserer Stadt sollen wissen, wo wir inhaltlich stehen.

Im nächsten Jahr ist Kommunalwahl. Wie gut ist die CDU aufgestellt?

Die CDU in Dresden hat in den vergangenen 20 Jahren erfolgreiche Politik für unsere Stadt gestaltet. Jetzt werden wir darüber sprechen, mit welchen Themen und Personen wir in den anstehenden Kommunalwahlkampf gehen. Wir haben ein großes Potenzial, aber wir müssen unsere Themen besser kommunizieren, mit den Bürgern diskutieren.

Andere sind schon mitten im Wahlkampf. Etwa die Linken mit ihrem Bürgerbegehren zur Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft. Was wollen Sie dem entgegensetzen?

Das Bürgerbegehren der Linken ist hochgradig unehrlich. Die Woba hat vor ihrem Verkauf auch marktübliche Mietpreise verlangt. Wer eine neue Woba will, streut den Leuten Sand in die Augen. Aber Wohnen ist ein Hauptthema. Dem stellen wir uns als CDU vor Ort. Es gilt, genug Angebote an Wohnraum zu schaffen. Die Meinungsführerschaft für bestimmte Themen darf nicht von einigen Parteien platt nach außen getragen werden. Auch wir sind für den ökologischen Stadtumbau und die Energiewende. Aber Windkraftanlagen in Dresden sind keine Antwort auf die energiepolitischen Herausforderungen.

Im Gegensatz zu den anderen sächsischen Großstädten sind Sie in Dresden in einer komfortablen Situation: Sie stellen die Oberbürgermeisterin und die stärkste Fraktion im Stadtrat.

Das mag zwar eine komfortable Situation sein, aber wir stehen damit auch in einer besonderer Verantwortung. Wir können nicht alles und jeden kritisieren. Wir müssen und wollen gestalten.

Wie empfinden Sie die Situation im Stadtrat?

Als Dresdner CDU können wir klare Positionen formulieren, als Stadtratsfraktion mit 23 von 70 Stadträten brauchen wir Mehrheiten und damit Partner. Schön wäre es, immer die Partner im bürgerlichen Lager an der Seite zu haben. Aber wir arbeiten mit allen zusammen, die Interesse an einer sachorientierten Stadtpolitik haben. Das war leider oft nicht der Fall. Die Bürger erwarten zu Recht, dass das teils persönliche Hick-Hack im Stadtrat ein Ende hat.

Wie soll es nach der Kommunalwahl 2014 aussehen?

Wenn wir weiter gestalten wollen, müssen wir den Dresdnerinnen und Dresdnern erklären, warum sie uns wählen sollen. Da gibt es jede Menge gute Argumente, die müssen wir kommunizieren. Die Zeit der Großprojekte in Dresden ist vorbei. Was jetzt zählt, sind die Vorhaben vor Ort, in den Stadtteilen. Die Situation der Nebenstraßen, Schulen, Kindertagesstätten. Wer kann sich schon einen Schuletat von 700 Millionen Euro vorstellen? Aber die Situation der Mittelschule vor Ort kennt jeder. Darüber wollen wir mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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