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Bürgermeister Lehmann: Termin für Schulbau in Tolkewitz ist nicht mehr zu halten

Bürgermeister Lehmann: Termin für Schulbau in Tolkewitz ist nicht mehr zu halten

Als Schulbürgermeister hat Winfried Lehmann (CDU) den Hut auf für ein gigantisches Schulbauprogramm. Im Gespräch mit den DNN erklärt er, wie die Stadt effizienter Schulen bauen will, wie es mit dem Sportstättenbetrieb weiter geht und warum er nicht amtsmüde ist.

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Sprach gestenreich über das gigantische Schulbauprogramm und darüber, wie es mit dem Sportstättenbetrieb weitergeht: Bürgermeister Winfried Lehmann.

Quelle: Dietrich Flechtner

Frage: Das neue Schuljahr ist jetzt reichlich zwei Wochen alt. Sind die Bauarbeiter überall pünktlich fertig geworden?

Winfried Lehmann: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Klar, es gibt ein paar Ausnahmen. Im vergangenen Schuljahr haben wir die 107. Mittelschule an der Hepkestraße eröffnet. Die jeweils zwei 5. und 6. Klassen müssen bis Herbst mit an die 128. Mittelschule in Reick gehen. Hier sind die Baufirmen nicht pünktlich fertig geworden. Hinzu kommt, dass es in eine der beiden maroden Sporthallen hineingeregnet hat, so dass nun auch noch der Sportboden repariert werden muss. Auch an der 64. Mittelschule, der 91. und der 95. Grundschule, die ja alle vom Hochwasser betroffen waren, wird es noch eine Weile brauchen, bis alles wieder normal läuft. Doch mein Eindruck ist: Schulleiter und Eltern haben großes Verständnis dafür, dass wir die Hochwasserschäden nicht von heute auf morgen beheben können. Leider haben wir jetzt feststellen müssen, dass auch die 90. Grundschule nicht schon in den Herbstferien, sondern erst zu den Winterferien umziehen kann.

Die Stadt gibt enorm viel Geld für den Schulbau aus. 550 Millionen Euro sind bis einschließlich 2017 veranschlagt. Überall wird gebaut oder stehen Bauvorhaben an. Gibt es denn auch genügend Baufirmen am Markt?

Nein, im Moment sind es nicht so viele, wie wir uns eigentlich erhoffen. Ein Beispiel: Für die Teilsanierung von Plattenbauschulen hätten wir uns deutlich mehr Bewerber für den Fensteraustausch gewünscht.

Bis 2017 sollen auf dem Gelände des alten Straßenbahnhofs eine neue Mittelschule und ein Gymnasium entstehen. Zunächst sollte ein Generalübernehmer das Bauprojekt übernehmen. Nach dem Protest der Kammern entschied sich der Stadtrat jedoch mehrheitlich gegen den städtischen Plan. Wie geht es in Tolkewitz weiter?

Nach dem Stadtratsbeschluss haben wir das Generalübernehmermodell zu den Akten gelegt - natürlich nicht nur für Tolkewitz. Damit der Schulbau trotzdem effizienter wird, haben wir Folgendes vor: Die Planungen werden so ausgeschrieben, dass sich einzelne Planer - zum Beispiel für den Entwurf, für die Technik oder für die Außenanlagen - zu einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) zusammentun, um die Planung gemeinsam und abgestimmt vornehmen zu können. Das wollen wir schon am Schulstandort Bernhardstraße und auch an der 76. Grundschule so angehen. Für Tolkewitz wird der Stesad GmbH als städtischer Tochter viel mehr Verantwortung übertragen. Wir wollen so Verwaltungsabläufe verkürzen. Und der Stadtrat soll sich auf die entscheidenden Weichenstellungen konzentrieren können.

Werden Mittelschule und Gymnasium Tolkewitz trotzdem im Sommer 2017 fertig?

Nein, der Termin wird nicht mehr zu halten sein. Das dürfte ein Jahr später werden. Ich muss ja immer in Schuljahren denken. Es ist wenig sinnvoll, einen neuen Schulstandort nach den Herbstferien eröffnen zu wollen. In Tolkewitz müssen wir ohnehin weitere Probleme beachten - der Abstand zum Friedhof ist noch in der Diskussion und wir haben mit Altlasten auf dem Gelände zu kämpfen.

Anwohner hatten gegen den Bau der neuen Sporthalle für das Gymnasium Dreikönigschule an der Alaunstraße geklagt. Wie ist hier der Sachstand?

Das Oberverwaltungsgericht hat uns mitgeteilt, dass die Beschwerde abgewiesen wurde. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es ein ganzes Jahr länger dauern wird, bis die Sporthalle steht. Baubeginn wird jetzt im März 2014 sein, fertig werden soll die Halle nun im Sommer 2015.

Wie sieht es mit dem Marie-Curie-Gymnasium aus? Hier hatte eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg und der lange Winter zu Bauverzug geführt.

Ich gehe davon aus, dass die Schule im Sommer kommenden Jahres fertig wird - ebenso wie das neue Gymnasium Bürgerwiese und das Hans-Erlwein-Gymnasium in Gruna, das ja denkmalgerecht saniert wird.

Dass die Kinder mangels Platz Unterrichtsräume vormittags als Klassenzimmer und nachmittags als Hortraum nutzen müssen, ist keine Seltenheit mehr. Wieviele Zimmer werden denn im Moment doppelt genutzt?

Zwei Drittel. Das ist viel, keine Frage. Auf der anderen Seite haben wir aber immerhin noch mehr als 30 Prozent der Räume in Einzelnutzung. Und eins steht auch fest: Wenn wir eine neue Grundschule bauen wie jetzt an der Micktner Straße, können wir Räume einplanen, die nur als Hortzimmer genutzt werden.

Mit Schuljahresbeginn sind Mittelschulen zu Oberschulen aufgestiegen. Haben die Schulleiter die Messingschilder an den Eingängen austauschen und neue Schulstempel anfertigen lassen wie vom Kultusministerium gefordert?

Also ich habe noch so gut wie keine Schule gesehen, wo inzwischen Oberschule auf dem Schild steht. Für mich ist der Inhalt entscheidend, nicht das Namensschild. Wir sind zu Details der Umstellung mit dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag und der Bildungsagentur im Gespräch, denn wir wollen gern eine klare Regelung haben, was wir zwingend verändern müssen. Wir haben aber noch keine Antwort.

Frage an den Sportbürgermeister: Wie gehts weiter im Sportstättenbetrieb?

Die Frage ist im Moment, wie wir als Sportstättenbetrieb mit der neuen Bäder GmbH zusammenarbeiten bzw. uns von ihr abgrenzen. Ein Beispiel: Wer reicht jetzt eigentlich die Förderung an die Vereine aus? Macht das die Bäder GmbH, tun wir das? Oder: Bleibt die Pflege der Grünanlagen bei uns und bekommen wir das dann bezahlt oder schreibt die Bäder GmbH diese Leistung aus?

Sie sind ja auch persönlich angegriffen worden im Zusammenhang mit dem bisherigen Betriebsleiter Sven Mania, gegen den immer noch ein Disziplinarverfahren läuft. Hätten Sie hier möglicherweise gegensteuern können?

Zunächst: Die Oberbürgermeisterin hat genau das Richtige getan. Sie hat dem Ersuchen von Herrn Mania stattgegeben und ein Disziplinarverfahren eingeleitet, dass dieser gegen sich selbst beantragt hatte. Ich bin in das Verfahren nicht eingebunden. Natürlich hat mich das Spektakel im Sommerloch - die Forderung zweier Stadträte nach meiner Abwahl - getroffen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei, vor allem nicht, wenn man sich seit 2001 stark für diese Stadt engagiert hat.

Es wird immer wieder kolportiert, Sie seien amtsmüde. Sind Sie das?

Nein. Ich bin mit Herz und Seele dabei. Klar gibt es immer mal wieder Situationen, wo auch ich die Faxen dicke habe. Aber das ist keine Amtsmüdigkeit. Meine Frau merkt davon jedenfalls nichts. Sie wäre nämlich die erste, die sagen würde: Schön, dass du jetzt öfter zu Hause bist.

Bleibt Dynamo in der Zweiten Liga?

Mal ganz abgesehen davon, dass ein Abstieg in die Dritte Liga teuer würde für die Stadt: Es wäre auch ein Desaster für den sächsischen Fußball. Ich denke immer, wenn ich am Stadion vorbeifahre: Selbst in dieser miesen Situation stehen 20 000 Fans hinter dem Verein. Man sollte dem neuen Trainer die Chance lassen, das zu tun, was ein Trainer tun muss, und ihm nicht reinquatschen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2013

Katrin Richter, Thomas Baumann-

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