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Stadtpolitik Bürger.Courage: Dresdner sollen am Samstag ihre Innenstadt „besetzen"
Dresden Stadtpolitik Bürger.Courage: Dresdner sollen am Samstag ihre Innenstadt „besetzen"
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22:38 09.09.2015

„Wenn wir Bürger am Samstag unsere Stadt besetzen, ist kein Platz und kein Weg für die Nazis", sagte der Vereinsvorsitzende Christian Demuth.

Dresden sei neben Budapest der wichtigste Nazi-Aufmarsch in Europa, dies gelte es zu durchbrechen. Viele Dresdner wollten auch ein Zeichen gegen Rechts setzen, seien aber unsicher. „Seit 1998 wurde nie etwas gemacht", sagte Demuth, „und das hat natürlich Auswirkungen. " Es fehle an Anleitung durch offizielle Stellen, viele Bürger hätten Angst, in die Innenstadt zu kommen, da der Protest gegen Nazi-Aufmärsche in Dresden schnell kriminalisiert werde. „Dass manche Verantwortliche versuchen, diese Unterstützer per se als Linksextremisten zu verunglimpfen, ist eine Peinlichkeit ersten Ranges für unsere Stadt", so Demuth.

Ebenso kritisierte er, dass es nach dem 13. Februar keine weitere Koordinierung zwischen Stadt, Organisationen und Vereinen mehr gegeben habe. „Es haben sich nur wenige Gedanken gemacht, was machen wir am 19.?", wirft er der Stadt eine zu einseitige Konzentration auf den vergangenen Sonntag vor. Für die bevorstehende Demo am Samstag gebe es bis heute kein von allen Seiten getragenes Konzept.

Für den Sonnabend werden in Dresden etwa 3500 Nazis sowie bis zu 20.000 Gegendemonstranten erwartet. Beide Seiten haben für diesen Termin bundes- und zum Teil europaweit ihre Anhänger mobilisiert. Während an zahlreichen Dresdner Kirchen sowie an der Synagoge Mahnwachen geplant sind, hat das Bündnis Dresden Nazifrei angekündigt, die Nazi-Demo durch Blockaden verhindern zu wollen. Die Polizei rechnet damit, dass neben den vielen friedlichen Gegendemonstranten auch bis zu 3000 gewaltbereite Linksautonome nach Dresden kommen wollen.

sl

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