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Stadtpolitik Breite Mehrheit für Ski-Weltcup am Dresdner Elbufer
Dresden Stadtpolitik Breite Mehrheit für Ski-Weltcup am Dresdner Elbufer
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11:17 24.03.2017
Die geplante Skistrecke am Königsufer in Dresden.   Quelle: Konzept Veranstalter
Dresden

 „Wir sind erleichtert“, sagte René Kindermann am Donnerstag kurz nach 20 Uhr. „Es war ein hartes Stück Arbeit, das Projekt stand fast vor dem Scheitern. Jetzt sind wir froh über das deutliche Votum.“ Besonders den Grünen sei man sehr nah gekommen, so Kindermann. Der Fernsehmoderator will gemeinsam mit seinem Kollegen Torsten Püschel 2018 einen Ski-Weltcup am Elbufer veranstalten. 300 000 Euro soll die Stadt zur Finanzierung beitragen – im Dezember war dieses Ansinnen im Rat noch hoch umstritten.

Die Organisatoren haben mit allen Fraktionen gesprochen und ihr Konzept angepasst, wie Torsten Schulze betonte, sportpolitischer Sprecher der Grünen. So sei die Rennstrecke auf 750 Meter verkürzt worden, sie führe nicht mehr über die Elbwiesen. Wenn Kunstschnee benötigt werde, dann könne dieser ohne Verwendung von Chemikalien und Salz hergestellt werden. Schließlich würden nur 50 000 Euro aus dem Etat von Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) finanziert, 250 000 Euro steuere Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aus seinem Fonds bei, so Schulze.

„Ich freue mich darauf, dass wir das wahre Gesicht von Dresden in der ganzen Welt zeigen können“, sagte Anke Wagner, sportpolitische Sprecherin der CDU. Fast wäre die private Initiative der beiden Moderatoren in politischen Spielchen zerrieben worden. „Wir hätten bereits im Dezember beschließen können und diese Runde nicht drehen müssen“, so Wagner. „Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Alle Fragen wurden umfassend bearbeitet.“ Auch Thomas Blümel (SPD) und Jens Genschmar (FDP/Freie Bürger) bekundeten die Unterstützung ihrer Fraktionen.

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Nur die Linken stimmten gegen den Zuschuss. Wenn auf der einen Seite die Nutzungsgebühren für die Sportstätten erhöht würden, dann könne auf der anderen Seite nicht eine kommerzielle Initiative unterstützt werden, erklärte Margot Gaitzsch. „Wir sollten verantwortungsvoll mit städtischen Mitteln umgehen.“

Laut Püschel habe der Freistaat Sachsen signalisiert, ebenfalls 300 000 Euro zur Verfügung zu stellen, wenn die Stadt ihrerseits den Ski-Weltcup unterstütze. Für 2019 und 2020 stehe die Landeshauptstadt bereits im Wettkampfkalender. Der Ski-Weltcup 2018 werde im Mai in Slowenien vergeben. „Da müssen wir noch kämpfen. Aber wir sind sehr zuversichtlich, den Zuschlag zu erhalten“, so der Moderator. Nach DNN-Informationen soll es zwei Mitbewerber geben.

Die US-amerikanische Langläuferin Kikkan Randall, Medaillengewinnerin bei der Weltmeisterschaft und Athletensprecherin, freut sich auf den Ski-Weltcup in Dresden. „Ich fahre gerne in Metropolen. Ich war in Moskau, Düsseldorf und Mailand. Es waren schöne Wettkämpfe. Ich würde mich freuen, wenn es in Dresden klappt“, erklärte sie in einer Video-Einblendung. Mit 45 Ja-Stimmen bei 14 Mal Nein und fünf Enthaltungen votierte der Rat für die Pläne.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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