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Stadtpolitik Blasewitz lässt Containerdorf durchfallen
Dresden Stadtpolitik Blasewitz lässt Containerdorf durchfallen
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21:50 07.12.2015
Eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende. Aus diesen werden die Menschen dann an die Kommunen verteilt. Quelle: dpa
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Der Ortsbeirat Blasewitz spricht sich gegen die Errichtung eines Containerdorfes für Asylbewerber an der Altenberger Straße 83 aus. Zehn Ortsbeiräte stimmten für die Container, zehn dagegen. Patt heißt: abgelehnt. Nun muss der Stadtrat am Donnerstag entscheiden. Das Votum des Ortsbeirates hat nur empfehlenden Charakter.

Auf dem früheren Schulkomplex an der Altenberger Straße sollen Container für 510 Asylbewerber aufgestellt werden. Das Baugenehmigungsverfahren läuft schon, im Januar könnte die Erschließung des Geländes beginnen. Ab 20. Juni 2016 sollen die ersten Asylbewerber einziehen. Im Schulgebäude sollen noch einmal 48 Plätze entstehen.

Ortsbeirat Werner Schnuppe (Bündnis Freie Bürger) gab die unmittelbare Nähe zu der evangelischen Schule (FES) zu bedenken und kritisierte fehlende Aufenthaltsräume für die Bewohner des Dorfes. Heftige Debatten unter den Zuhörern im Saal gab es über die Frage, ob es schon Gespräche zwischen Stadt und evangelischer Schule gegeben hat. Eltern von Schülern, die im Publikum saßen, äußerten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ihrer Kinder. Schulleiter Thomas Kunz kritisierte die Verwaltung für eine nicht menschenwürdige Unterbringung in dem Containerdorf und bat den Ortsbeirat um ein Statement gegen die Vorlage. Man müsse die Sorge der Eltern ernst nehmen, betonte er. Bedenken äußerten Ortsbeirate auch hinsichtlich der Zahl der Asylbewerber, die in die Altenberger Straße einziehen sollen.

Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Die Linke) wies in ihrer Einführung für die Ortsbeiräte darauf hin, dass die Stadt keinen Einfluss auf die Zahl der Flüchtlinge habe, die sie unterbringen müsse. Es gehe nicht um das Ob, sondern um das Wie.

Gleich zu Beginn hatte Michael Heidrich (CDU) gefragt, ob das Votum des Ortsbeirats überhaupt wichtig sei. Der Grund: Er habe am Montagmorgen bereits Bauarbeiten an der Altenberger Straße beobachtet. Die Stadt dementierte einen vorgezogenen Baustart.

Das Interesse der Einwohner an der Sondersitzung war enorm. Die Aula des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums war fast bis auf den letzten Platz belegt. An der Tür wachten zwei Polizisten. Immer wieder gab es sowohl aus den Reihen der Räte als auch unter den Zuschauern Unmutsbekundungen über die Kommunikationspolitik der Stadtverwaltung. Auch die Verteilung der Asylbewerber über das Stadtgebiet sei nicht gerecht, hieß es.

Julia Vollmer

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