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Baubürgermeister Marx: Dresdner Albertbrücke droht gar keine Vollsperrung

Baubürgermeister Marx: Dresdner Albertbrücke droht gar keine Vollsperrung

Straßen und Brücken sind die großen Verlierer des Doppelhaushaltes 2013/2014. Der Stadtrat setzte Prioritäten, und die liegen bei den großen Kulturprojekten.

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Baubürgermeister Marx muss mit wenig Geld viel erreichen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Wie er mit dem wenigen Geld klarkommt und welche Schwerpunkte er in der Stadtentwicklung setzt, erklärt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) im DNN-Sommerinterview.

Wenn in Dresden Brücken gebaut oder saniert werden sollen, gibt es Streit. Kann Dresden keine Brücken?

Jörn Marx: Klar kann Dresden Brücken. Die Waldschlößchenbrücke hat zwar fast 33 Monate Verzug. Aber die resultieren aus Stadtratsbeschlüssen, Prozessen, Änderungen. Dazu kamen zwei sehr harte Winter. Umso schöner ist es, dass wir jetzt bald fertig sind. In anderen Städten gibt es auch Diskussionen über den geeigneten Standort von Brücken.

Und über die Verkehrsführung bei einer Sanierung?

Der Stadtratsbeschluss zur Albertbrücke war richtig. Wir können 4,3 oder 4,4 Millionen Euro sparen, wenn wir die Brücke während der Sanierung nicht für den Individualverkehr voll sperren. Bei den derzeitigen Förderquoten wird aus 4,3 Millionen eine Investitionssumme von zwölf Millionen Euro, die wir in die Infrastruktur stecken können. Das ist für die Stadt ein großer Vorteil.

Dafür verliert die Albertbrücke die Betriebserlaubnis und muss gesperrt werden.

Falsch. Die Brücke muss nur gesperrt werden, wenn wir keine Sofortmaßnahmen ergreifen. Das haben wir aber getan. Wir führen permanente Kontrollen als auch vierteljährliche Sonderprüfungen durch, um die Sicherheit des Bauwerkes zu gewährleisten. Sollten sich Schäden, welcher Art auch immer, einstellen, so müssen diese unverzüglich beseitigt werden. Während der letzten Sonderprüfung vom 3. bis 5. Juli wurden absturzgefährdete Teile entfernt.

Braucht Dresden noch eine weitere Elbbrücke?

Schwierig zu sagen. Das wird immer wieder diskutiert. Diese Frage wird im Zusammenhang mit der Diskussion des Verkehrsentwicklungsplanes zu beantworten sein. Aber: Wir haben die S 177 als Umgehungsstraße und die Dohnaer Straße ist auch leistungsfähig. Wir müssen uns anschauen, ob das wirklich nötig ist. Im Moment funktioniert es mit den vorhandenen Brücken gut. Und die Waldschlößchenbrücke wird mehr Entlastung bringen, als sich ihre Gegner vorstellen können.

Wann muss die Augustusbrücke saniert werden?

Die letzte Brückenprüfung hat ergeben, dass die Augustusbrücke grundhaft instandgesetzt werden muss. Das Geld dafür muss in den Haushalt 2015 oder 2016 eingestellt werden, damit wir wenigstens mit der Planung beginnen können. Es ist vorgesehen, sie nach der Albertbrücke zu sanieren.

Apropos Endlosvorhaben. Wann wird die Königsbrücker Straße saniert?

Die jetzige Variante VII ist die beste Lösung für alle, ob modifiziert oder nicht. Wir bewegen uns in wesentlichen Teilen im Bestand, müssen nur in geringen Teilen private Grundstücke nutzen und schaffen große Vorteile für Fahrradfahrer. Leider gibt es trotzdem Streit.

Wann wird der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) fertig?

Richtig ist, dass man einen ZOB haben sollte. Im Moment haben wir dafür keine Mittel in den Haushalt eingestellt. Wir hoffen, dass das im nächsten Doppelhaushalt gelingt. Das Problem ist: Wir bekommen Fördermittel für die regionalen Linien, aber nicht für die Fernlinien. Das müssten wir dann also aus der eigenen Tasche zahlen. Wir möchten eigentlich erst mal nur mit dem Tiefbau anfangen, noch ohne Dach. Angedacht ist, die Einrichtungen von der Deutschen Bahn mit zu benutzen.

Also kommt nächstes Jahr der Tiefbau für den ZOB.

Nein, das kann ich nicht sagen, dafür wird Geld gebraucht, mindestens ein einstelliger Millionenbetrag, den wir nicht haben.

Wie ist der Stand der Dinge beim ehemaligen DVB-Hochhaus am Albertplatz?

Der Investor, also die Handelskette Simmel AG, hat Bauantrag eingereicht. Dieser wird zur Zeit bearbeitet. Nach der Sommerpause soll das Vorhaben im Bauausschuss vorgestellt werden. Es ist sehr gut, dass das Hochhaus erhalten bleibt.

Welche Lehren hat die Stadt aus der Flut im Juni gezogen? Wie weiter mit Bauvorhaben im Überschwemmungsgebiet?

Es gibt Vorhaben, für die Baurecht besteht. Es fehlen entsprechende Regelungen, um auf die Hochwasserereignisse zu reagieren. Wir müssen damit rechnen, das Baurecht eingeklagt wird, wie nach der Flut 2002. Das Problem ist zur Zeit grundsätzlich nicht geklärt.

Wie steht die Stadt zur Hafencity?

Die Stadt muss einen Standpunkt finden und das tun wir gegenwärtig auch. Dabei sind wir auf die zuständigen Fachbehörden angewiesen, insbesondere die aktuelle Stellungnahme der Landesdirektion gilt es jetzt auszuwerten.

Gibt es in der Stadt noch genug Flächen für Wohnungen?

Es gibt ein Flächenpotenzial für 33 000 Wohneinheiten, davon für den Neubau von 12 600 Eigenheimen auf 400 Hektar und für den Bau von 20 600 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern.

Wie groß ist die Wohnungsnot?

Wir haben immer noch eine Leerstandsquote von sechs bis sieben Prozent, das ist keine Wohnungsnot. Wohnen ist zurzeit stark nachgefragt, die Zinsen sind günstig. Jede neue Wohnung macht eine Wohnung frei in Altbauten. Ein Problem ist es aber, kleinere Wohneinheiten anzubieten, die für Senioren bezahlbar sind.

Welche Probleme sehen Sie am Neumarkt?

Wenn die Bagger für das Quartier VII anrollen, ist der westliche Teil auf einem guten Weg. Lösungsansätze wünsche ich mir für das Quartier III, das an die Polizeidirektion anschließt und dem Freistaat gehört. Bisher gibt es noch keinen Investor für das mehr als 8000 Quadratmeter große Grundstück.

Wie geht es weiter im Streit um die Abstandsflächen zwischen der Heinrich-Schütz-Residenz und Investor KIB?

Eigentlich will jeder eine Lösung. Wir warten auf das Urteil des Verwaltungsgerichtes.

Kommt der Durchbruch vom Neumarkt zur Wilsdruffer Straße?

Im Moment ist das kein Thema, das uns berührt.

Interview: Christoph Springer und Thomas Baumann-Hartwig

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.07.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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