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Ausschuss beerdigt Projekt für Schulverweigerer in Dresden endgültig

Jugendhilfe Ausschuss beerdigt Projekt für Schulverweigerer in Dresden endgültig

Lange wurde gestritten, nun ist es entschieden: Der Jugendhilfeausschuss hat das Schulverweigererprojektes „2. Chance“ in einer Sondersitzung endgültig gestoppt.

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Quelle: dpa

Dresden. Überraschender Ausgang einer Sondersitzung: Der Jugendhilfeausschuss hat das Schulverweigererprojekt „2. Chance“ endgültig gestoppt und damit den Weg der Verwaltung abgesegnet. „Es gibt in der Stadt eine breite Palette von Angeboten, mit dem wir diesem Thema begegnen können“, bekräftigte Jugendamtsleiter Claus Lippmann die ablehnende Haltung der Behörde. Das Projekt hatte nach Auffassung der Stadt seine Ziele nicht mehr erreicht, die beiden freien Träger hatten der Verwaltung da stets widersprochen. Kritiker des Kurses der Stadt im Ausschuss hielten das Projekt weiterhin für notwendig und wollte es retten. Sie wollten damit auch vermeiden, dass Jugendliche jetzt mitten im Schuljahr plötzlich ohne Betreuung dastehen. Lippmann versicherte, dass alle Betroffenen versorgt seien.

Ein Antrag zur Fortsetzung des Angebots für Kinder und Jugendliche, die ihrer Schulpflicht nicht nachkommen, scheiterte nun jedoch im Jugendhilfeausschuss. Für die Beratung war extra für Montag eine Sondersitzung einberufen worden. Mit sieben Stimmen gegen den Erhalt, vier dafür und einer Enthaltung war das Aus besiegelt. Angenommen wurde allerdings der Auftrag an das Jugendamt, bis Ende April 2018 ein Konzept für den Umgang mit Schulverweigerern vorzulegen. An der Erarbeitung sollen freie Träger und die sächsische Bildungsagentur beteiligt werden.

Für 106 betreutet Jugendliche waren seit 2014, damals war die EU-Förderung ausgelaufen und die Stadt übernahm die Finanzierung aus Jugendhilfe-Geldern, insgesamt 926 000 Euro ausgegeben worden. Jetzt sollte dafür offenbar kein weiteres Geld ausgegeben werden.

Carsten Schöne vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, der zu den Unterstützern des Rettungsantrages gehörte, bedauerte die Entscheidung, hob jedoch hervor, dass erst mit der Sondersitzung nun der Auftrag für die Erstellung eines Konzepts erteilt worden sei. Dorothée Marth (SPD), die sich ebenfalls für das Projekt eingesetzt hatte, ist sicher, dass die Alternativangebote der Stadt nicht genügen werden. Sie geht deshalb davon aus, dass es perspektivisch zu einer Neuauflage für ein entsprechendes Projekt kommen wird. Sie verwies auf die dramatisch gestiegenen Zahlen von Schulverweigerung in Dresden (DNN berichteten).

Förderung für Jugendarbeit im Hochland und in Loschwitz

Der Ausschuss gab zudem Gelder für zwei Jugendhilfe-Projekte frei. Das Jugendhaus PEP im Schönfelder Hochland erhält 45 000 für die Begleitung selbstverwalteter Jugendclubs in der Region. Zweifel an der Förderfähigkeit des Trägers „Verein zur Förderung des Jugend e.V.“ würden derzeit noch geprüft. Dies stünde aufgrund entsprechender Vertragsklauseln dem Förderbeschluss nicht entgegen. Außerdem erhält das Projekt der mobilen Jugendarbeit „Straßenkreuzer“, dass in Loschwitz aktiv ist, 25000 für die Arbeit im Elbhangtreff.

Von Ingolf Pleil

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