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Ausschreibung für Narrenhäusel in Dresden kommt frühestens im April

Stadtentwicklung Ausschreibung für Narrenhäusel in Dresden kommt frühestens im April

Die Anhänger des Narrenhäusels brauchen weiter Geduld: Mit der Ausschreibung des Grundstücks für die Wiedererrichtung des historischen Gebäudes ist nicht vor April zu rechnen.

Das historische Narrenhäusel.

Quelle: Archiv: VEB Foto Erlbach i. Vogtl. Fotosammlung/Wikimedia Commons

Dresden. Die Anhänger des Narrenhäusels brauchen weiter Geduld: Mit der Ausschreibung des Grundstücks für die Wiedererrichtung des historischen Gebäudes ist nicht vor April zu rechnen, möglicherweise dauert es noch länger.

Anfang des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die Verwaltung mit der Ausschreibung des Grundstücks beauftragt. Das Gelände, auf dem das Narrenhäusel bis zur Zerstörung 1945 und dem späteren Abriss stand, gehört der Stadt. Für den Wiederaufbau soll es verkauft werden. Dazu ist eine Ausschreibung notwendig. Für das Projekt steht mit Frank Wießner ein Investor bereit, der sich auch an der Ausschreibung beteiligen will. Der Dresdner Bauunternehmer rechnet mit einer Investition von etwa drei Millionen Euro und will das bebaute Grundstück nach 60 Jahren an die Stadt zurückfallen lassen. Bislang sprachen die Initiatoren von etwa 500 Quadratmeter Grundstücksfläche. Das nach Hofnarr Joseph Fröhlich benannte Narrenhäusel war 1755 am Kopf der Augustusbrücke auf Neustädter Seite errichtet worden, bei den Bombenangriffen 1945 brannte es aus und wurde schließlich 1950 abgerissen. Auch die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden gehört zu den Verfechtern des Wiederaufbaus. Mitte November hatte der Chef des Stadtplanungsamtes, Stefan Szuggat, auf die umfangreichen Prüfungen verwiesen und in Aussicht gestellt, dass bis Ende des Jahres die Ausschreibung vorbereitet sein könnte und eine Entscheidung des Stadtrats dann im Februar oder März möglich wäre.

Das ist nicht mehr zu schaffen. Neben der Verkehrsanbindung und dem Anschluss des Elbradwegs hatte die Stadt auch die genaue Grundstücksgröße zu ermitteln. Klar ist schon länger, dass der historische Standort nicht exakt eingehalten werden kann. „Die Festlegung des exakten Grundstücksumgriffs“, so heißt es auf Anfrage aus Bereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, sei Voraussetzung für die Wertermittlung gewesen. Der Grundstückswert werde nun durch den Gutachterausschuss ermittelt. Diesen Weg habe die Stadt gewählt, da es sich um ein singuläres Grundstück handelt, für das keine Vergleichsgrundstücke herangezogen werden können. Der Gutachterausschuss ist ein Gremium mit externen Sachverständigen und Vertretern der Verwaltung. „Die Fläche des Narrenhäusels, für welche der Bewertungsauftrag ausgelöst wurde und die sich vollständig im städtischen Eigentum befindet, hat eine Größe von etwa 1960 Quadratmetern“, teilte die Stadt mit. Die Verwaltung rechne damit, dass das Ergebnis in etwa drei Monaten vorliege. Das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung bereitet parallel schon das Exposé vor, dass die Ausschreibung nach der Wertermittlung zügig erfolgen kann. Damit wäre etwa April erreicht, sollte dann die Stadtratsentscheidung die von Stadtplanungschef Szuggat kalkulierten zwei bis drei Monate dauern, wäre schon Sommer.

Die Stadt konkretisierte jetzt auch die notwendige Verschiebung des Nachbaus gegenüber dem historischen Stadtort. Das Narrenhäusel dürfe weder einem 2,50 breiten Gehweg noch einer barrierefreien Straßenbahnhaltestelle im Weg stehen. Daher soll es so nach Osten verschoben werden, dass es direkt an die Brücke anschließt und nicht in das Bauwerk hineinragt. Außerdem ist ein Aufzug zur barrierefreien Erschließung des Narrenhäusels geplant, der mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt sei. Wie das konkret aussehen soll, müsse bei den weiteren Planungen geklärt werden. Die Verkehranbindung des Narrenhäusels ist über die Wiesentorstraße geplant.

Von Ingolf Pleil

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