Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Stadtpolitik Anwohner in Dresden-Pieschen wollen Flutschutzverein gründen
Dresden Stadtpolitik Anwohner in Dresden-Pieschen wollen Flutschutzverein gründen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:04 09.09.2015

[gallery:600-31803377P-1]

Er ist nach eigener Aussage Jurist und mit seiner neu gegründeten Firma, der Sax System Consult GmbH, Anlieger an der Leipziger Straße. Dort verhinderten in der ersten Juni-Woche tausende freiwillige Helfer mit Sandsäcken, dass die Elbe die gesamte Leipziger Straße erobert. Eine führende Hand habe gefehlt, für die Helfer sei die Arbeit zum Teil lebensgefährlich gewesen, weil bis Donnerstagmittag der Verkehr noch einspurig über die Leipziger Straße fahren durfte, argumentiert Wolf.

Dann sei den Helfern zunächst untersagt worden, den Hauseingang der Nr. 49 mit Sandsäcken zu verbauen, "so dass das Wasser ungehindert auf die Straße schoss. Die Kanalisation hat das schon gar nicht mehr geschafft, so dass das Wasser in den Häusern auf der anderen Seite im Erdgeschoss aus den Toiletten lief", nennt Wolf ein Beispiel, das ihm heute noch die Zornesröte ins Gesicht treibt. "Hatten wir Sand, waren keine Sandsäcke da und umgekehrt", ergänzt Hausmeister Sven Helbig, der in der Flutwoche am Mittwochmorgen notgedrungen das Kommando übernahm, weil aus seiner Sicht alles durcheinander ging.

Damit das bei der nächsten Flut nicht wieder so ist, wollen Anwohner jetzt einen "Bürgerverein Flutschutz" gründen. "Wir machen unsere eigenen Alarmpläne, legen fest, wie wir am sinnvollsten die elbseitigen Grundstücke an der Leipziger Straße schützen können und wann wo was zu tun ist", erklärt Jürgen Wolf kämpferisch.

Damit dürfte er ja bei der Stadtverwaltung offene Türen einrennen. Denn Stadtsprecher Kai Schulz hatte gegenüber den DNN betont, dass die Grundstückseigentümer an der Leipziger Straße auch eine Eigenverantwortung für den Flutschutz tragen (siehe unsere Ausgabe vom 17. Juni, Seite 11). Den Vorwurf, dass man die Anrainer an der Leipziger im Stich gelassen habe, kann Schulz nicht nachvollziehen. "Es war immer ein Einsatzleiter vor Ort. Doch die Leipziger ist lang. Manchmal hatte man eine Sache besprochen, da haben die Leute gewechselt und dann waren doch Sandsäcke an einer Stelle gestapelt, wo sie gar nicht hin sollten." Gleichwohl räumt die Stadt ein, vom Ansturm der Helfer überrascht gewesen zu sein. "Wir müssen überlegen, wie wir das in Zukunft organisieren und kommunizieren, ohne es zu sehr zu institutionalisieren. Wir richten keine Stabsstelle Facebook ein." Künftig die Sandsackplätze eher zu öffnen, sei eine Option, über die man in Auswertung der Flut 2013 sprechen müsse.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2013

Steinbach, Catrin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Forderungen nach einer radikalen Umverteilung will die Linke bei der Bundestagswahl auf mindestens zehn Prozent der Stimmen kommen. Mit großer Mehrheit verabschiedete sie am Wochenende auf ihrem Parteitag in Dresden ein Wahlprogramm, das milliardenschwere Steuererhöhungen für Reiche und deutliche finanzielle Verbesserungen für Geringverdiener und Rentner vorsieht.

09.09.2015

Die Linke hat eine internationale Ächtung von Drohnen aller Art gefordert. Der Parteitag in Dresden beschloss am Samstag in Dresden einstimmig einen Dringlichkeitsantrag, in dem auch die Schließung des US-Kommandos für die Afrika-Einsätze mit Sitz in Stuttgart gefordert wird.

09.09.2015

Aufstand in der Dresdner FDP: Die Liberalen im Ortsbeirat Altstadt verweigern FDP-Chef Holger Zastrow die Gefolgschaft. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion hatte einen Antrag eingebracht, der die Aufstellung von Informationstafeln zur Geschichte des Brückenbaus an der Waldschlößchenbrücke beinhaltet.

09.09.2015
Anzeige