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AfD-Kandidat Vogel scheitert an den Tücken der Listenaufstellung

Bundestagswahl AfD-Kandidat Vogel scheitert an den Tücken der Listenaufstellung

Zu wenige Stimmen beim Landesparteitag in Weinböhla sind der Grund für den Rücktritt von der Bundestags-Direktkandidatur bei AfD-Politiker Stefan Vogel. Das teilte der Vorsitzende der Dresdner Stadtratsfraktion am Freitag mit. Ursprünglich hatte Vogel für die AfD das Direktmandat im Wahlkreis Dresden II / Bautzen II erobern wollen.

Stefan Vogel will nun doch nicht mehr in den Bundestag.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. Zu wenige Stimmen beim Landesparteitag in Weinböhla sind der Grund für den Rücktritt von der Bundestags-Direktkandidatur bei AfD-Politiker Stefan Vogel. Das teilte der Vorsitzende der Dresdner Stadtratsfraktion am Freitag mit. Ursprünglich hatte Vogel für die AfD das Direktmandat im Wahlkreis Dresden II / Bautzen II erobern wollen, warf zu Wochenbeginn aber überraschend hin.

Dabei scheiterte Vogel offenbar an den Tücken der Listenaufstellung. Am Wochenende bestimmte die AfD vor den Toren Dresdens ihre Landesliste zur Bundestagswahl. Je besser der Listenplatz, desto sicherer der Einzug in den Bundestag im Herbst. Entsprechend wird in jeder Partei vor und hinter den Kulissen geschachert und verhandelt. Die einzelnen Kreisverbände wollen genauso berücksichtigt werden wie prominente Parteigesichter oder versierte Fachpolitiker.

Meist werden diese Listen und ihre Reihenfolge schon im Vorfeld verhandelt, auch wenn es bei den Parteitagen immer wieder zu Kampfkandidaturen kommt. Mal erfolgreich, mal erfolglos - jedoch parteiübergreifend fast immer gut vorbereitet. Denn wer auf die Landesliste will, braucht unter den Delegierten Unterstützer, die ihn wählen.

Auf all das hatte Stefan Vogel in Weinböhla verzichtet und lediglich auf seine Bewerbungsrede vertraut. Er habe keine Zeit gehabt, erklärte er am Freitag. Und Vogel wurde wie erwartet nicht gewählt. Bei der Kandidatur auf Listenplatz neun erhielt er zehn Stimmen, beim Versuch auf Listenplatz zehn votierten 15 Delegierte für ihn. Zu wenig für den Dresdner. Schließlich stellten allein die Kreisverbände Dresden und Bautzen, in denen sein Wahlkreis lag, 80 Delegierte, deren Stimmen er erwartet hatte. Für Vogel war die Sache klar: Dieses Ergebnis mache einen engagierten Wahlkampf unmöglich. Noch am Abend habe er gegenüber den beiden Kreisvorsitzenden von Dresden und Bautzen seinen Rücktritt von der Kandidatur erklärt. Am Sonntag habe er zudem mit AfD-Chefin Frauke Petry telefoniert. „Sachlich und gut“ habe der Landesverband reagiert.

„Ich habe es einfach probiert und meinen Kreisverbänden vertraut“, erklärte Vogel am Freitag. „Es mag sein, dass ich die Stimmung getestet habe.“ Eine Enttäuschung sei es für ihn nicht gewesen. Warum die Delegierten aus Dresden und Bautzen nicht für Vogel stimmten, wisse er nicht. „Das wäre Spekulation“, sagt er und glaubt, dass es wohl an seiner Parteitagsrede lag, deren Inhalte „für manche zu deutlich waren“.

Er selbst bleibe aber in der AfD und vorerst auch Fraktionschef im Dresdner Stadtrat. „Die AfD von 2013 bleibt meine Partei“ sagt er. Sein Wahlkampfteam werde nun aufgelöst, was bleibt ist viel Papier: 10.000 Flyer hatte Vogel bereits drucken lassen. Flyer, die nun nicht mehr benötigt werden.

Von S. Lohse

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