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Stadtpolitik Ab 2020 rollt bei VW Dresden der I.D. vom Band
Dresden Stadtpolitik Ab 2020 rollt bei VW Dresden der I.D. vom Band
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08:01 19.04.2018
Der Elektro-Golf wird bis mindestens 2020 weiter im Zwei-Schicht-System in der Gläsernen Manufaktur montiert. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Vom Jahr 2020 an werden in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden Modelle der neuen I.D.-Familie vom Band rollen. Das erklärte am Mittwoch in der Landeshauptstadt Thomas Ulbrich, Vorstand für Elektromobilität bei Volkswagen und seit Anfang April auch Chef von VW Sachsen.

„Je nach Nachfrage bauen wir vielleicht in Dresden noch eine gewisse Zeit den E-Golf parallel“, sagte Ulbrich seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Gläsernen Manufaktur. Doch die Umstellung auf den Modularen Elektro-Baukasten (MEB) für die Volumen-Produktion von E-Autos werde in zwei Jahren defintiv auch in Dresden beginnen.

Zwei-Schicht-System in Dresden bleibt

Bis dahin werde man nicht am Zwei-Schicht-System rütteln. „Wenn der Standort mehr Fahrzeuge schafft, nehmen wir das gerne mit“, sagte der VW-Sachsen-Chef am Mittwoch am Rande des zweitägigen Dresdner Next-Drive-Kongresses, bei dem bis Donnerstag Fachleute aus Wirtschaft, Forschung und Politik über „Künstliche Intelligenz in der Automobilbranche“ diskutieren.

Sachsen-Chef muss bis Oktober auf eigenen E-Golf warten

Der VW-Beauftragte für E-Mobilität erklärte auf Nachfrage, er fahre derzeit noch einen Benziner, habe sich aber jüngst für einen E-Golf angemeldet. Die Lieferung sei ihm für Oktober in Aussicht gestellt worden. Er nahm es als weiteren Beleg dafür, dass die Nachfrage nach dem E-Golf ungebrochen groß ist, meinte aber ins Off gesprochen, er hoffe, „dass da noch was geht“.

Die Manufaktur, so Ulbrich, solle ihre Funktion als Schaufenster für die Elektromobilität erweitern. „Auch deshalb werden wir dort Fahrzeuge montieren, die auch in Zwickau hergestellt werden“.

Sechs E-Modelle von drei Marken ab Ende 2020 aus Zwickau

Das Zwickauer Werk wird nach Konzern-Beschlüssen für eine Milliarde Euro zum europäischen Kompetenzzentrum für Elektromobilität umgebaut. Hier will Volkswagen die Produktion im Jahr 2019 schrittweise umstellen – parallel zur Produktion von Gold und Passat, erklärte Ulbrich. Ab Ende 2020 würden in Zwickau ausschließlich Elektroautos vom Band rollen – bis zu 1500 am Tag. Geplant seien derzeit sechs Modelle der drei Marken Volkswagen, Audi und Seat – zwei Kompaktklassewagen, vier aus dem SUV-Bereich.

Neues E-Auto für unter 30 000 Euro

Welches Auto in Dresden gebaut wird, stehe noch nicht fest. Der kompakte I.D., soviel ist schon sicher, soll mit einer Batterieladung bis zu 600 Kilometer weit kommen. Ulbrich sprach von einem „bezahlbaren“ Auto unter 30 000 Euro. Die dazu passenden Slogans: „Wir wollen ein Auto für Millionen bauen, nicht für Millionäre“ und „Unsere Elektroautos müssen wieder Volkswagen werden.“

Im Gespräch für Zwickau wie Dresden ist auch der sportlichere I.D. Crozz – eine Kreuzung aus Geländewagen und Coupé – er soll mit einer Batterieladung 500 Kilometer schaffen.

Wenn es Volkswagen gelinge, den Baukasten über möglichst viele Marken auszurollen und so in die Volumenproduktion einzusteigen, stehen ab 2019/20 zunächst 27 Elektromodelle von vier Marken im Plan. Das gelte für 16 Standorte weltweit – in Europa, den USA und China. Entsprechend ambitioniert formuliert Ulbrich das Konzernziel: VW will 2025 rund eine Million Elektroautos verkaufen und so an die Weltmarktspitze rücken.

Zulieferer müssen sich auf Neuerungen einstellen

Sachsens Zuliefererbetrieben bescheinigt Ulbrich „hervorragende Basiskompetenzen“. Nun aber gelte es, sich auf die Neuerungen einzustellen und dabei seien vor allem die Bereiche Technologie und Kommunikation ausbaufähig.

Keine Änderungen fürs Chemnitzer Motorenwerk

Für das Motorenwerk Chemnitz, das Verbrennungsmotoren herstellt, sieht der VW-Manager keinen Handlungsbedarf. Die Motoren seien noch „für viele Jahre unverzichtbar“, die Auslastung des Werks für die nächsten Jahre gesichert.

Nach VW-Angaben sind im Fahrzeugwerk Zwickau, im Motorenwerk Chemnitz und in der Gläsernen Manufaktur Dresden rund 9800 Mitarbeiter beschäftigt. Der Konzern hatte 2017 den Umsatz um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro gesteigert und einen Gewinn von 11,4 Milliarden Euro eingefahren.

Von Barbara Stock

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