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Polizeiticker Zollbilanz 2018: lebende Reptilien und 48 Prozent der Gesamtmenge an Crystal
Dresden Polizeiticker Zollbilanz 2018: lebende Reptilien und 48 Prozent der Gesamtmenge an Crystal
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12:47 10.04.2019
Ein Beamter des Zoll bei der Begutachtung eines Lkw. Quelle: Bodo Schackow/dpa
Dresden

Dresdner Zollfahnder deckten 2018 Steuerhinterziehungen im Umfang von 68 Millionen Euro auf. Die Zahl besticht vor allem im Vergleich zum Vorjahr: 2017 waren es noch „nur“ 12 Millionen. Diese und andere Eckdaten der Tätigkeit der Zollbehörde veröffentlichte das Amt am Mittwoch in seiner Jahresbilanz für 2018.

Dieser ist zu entnehmen, dass neben bereits laufenden Verfahren gegen 1705 neue Tatverdächtige ermittelt wurde. Aufgrund der Ermittlungen verurteilten Gerichte 2018 Straftäter zu insgesamt 2019 Jahren Haft und 140.000 Euro Geldstrafe. An Vermögenswerten stellten die Fahnder Bargeld, Wertgegenstände und auch Immobilien im Wert von rund 569.000 Euro sicher.

Drogenkriminalität

Hauptschwerpunkt der Arbeit sei aber weiterhin die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität gewesen, teilte die Behörde mit. 568 Kilogramm Rauschmittel wurden beschlagnahmt (2017: 386 Kilogramm), darunter 9.300 Ecstasy-Pillen, 196 Kilo Kokain und etwa 3.500 Cannabispflanzen. Außerdem wurde die unerlaubte Einfuhr von rund 337 Kilogramm Drogen aus EU- und Drittländern nachgewiesen. Dabei sei ein Großteil nicht für den deutschen Markt bestimmt gewesen.

Im Fokus der Beamten stand und steht auch der Crystal-Schmuggel über die sächsisch-tschechische sowie die sächsisch-polnische Grenze. Bei verdachtsunabhängigen Kontrollen stellten Zollfahnder gut 30 Kilogramm der gefährlichen synthetischen Droge sicher – das sei fast die Hälfte der Gesamtmenge, die 2018 in ganz Deutschland aus dem Verkehr gezogen worden sei.

Das Zollfahndungsamt Dresden - Daten & Fakten

Das Zollfahndungsamt Dresden (ZFA Dresden) ist eines von bundesweit acht Zollfahndungsämtern und ist dem Zollkriminalamt (Direktion VIII der Generalzolldirektion) nachgeordnet.

Die insgesamt rund 280 Beschäftigten sind für die Bundesländer Sachsen, Thüringen sowie den Landgerichtsbezirk Halle im Bundesland Sachsen-Anhalt zuständig.

Das Zollfahndungsamt Dresden verfügt über Außenstellen (Dienstsitze) in Görlitz, Leipzig und Erfurt.

Gemeinsam mit den Landeskriminalämtern der Länder Sachsen und Thüringen unterhält das Zollfahndungsamt Dresden drei „Gemeinsame Ermittlungsgruppen Rauschgift“ (GER Ostsachsen in Dresden, GER Westsachsen in Leipzig, GER Thüringen in Erfurt) sowie zwei „Gemeinsame Finanzermittlungsgruppen“ (GFG Sachsen in Dresden, GFG Thüringen in Erfurt).

Die Zollfahnder werden unter anderem in den Deliktbereichen der grenzüberschreitenden Zigaretten- und Rauschgiftkriminalität, der Waffen- und Sprengstoffkriminalität, der Produktpiraterie sowie bei Straftaten im Bereich Zölle tätig.

Schwerpunktmäßig ermittelt die Zollfahndung bei schweren und organisiert begangenen Zollstraftaten.

Ein besonderer Fall beschäftigte die Ermittler gleich im Januar: Es gelang ihnen, in Dresden ein professionell eingerichtetes und voll funktionsfähiges Labor nebst Chemikalien wie Benzaldehyde, roter Phosphor, Jod und Medikamente mit dem Wirkstoff Pseudoephedrin auszuheben. Die Tatverdächtigen, die inzwischen zu sieben und zehn Jahren Haft verurteilt worden sind, hätten mit dem Material drei Kilogramm Crystal und 178 Kilogramm Amphetamin herstellen können.

Zölle und Steuern

Der Zoll stellte 2018 knapp 1,45 Millionen Zigaretten, 85 Kilogramm Wasserpfeifentabak und 270 Tonnen geschmuggelten Rauchtabak sicher und bearbeitete dabei 191 Ermittlungsverfahren.

Bei der gewerbsmäßigen Hinterziehung von Energiesteuern – in der Hauptsache wird dabei steuerfreies Schmieröl als Kraftstoff verwendet – gelang es den Zöllnern, einen Steuerschaden von rund 64 Millionen Euro aufzudecken. Das betraf 134 Millionen Liter Kraftstoff und gliederte sich in nur sechs Fälle.

Auch Geschirr aus China beschäftigte die Beamten. Denn die Einfuhr unterliegt einer Antidumping-Maßnahme – es werden hohe Ausgleichszölle fällig. 2018 konnten hier 1,2 Millionen Euro Steuern nacherhoben werden.

Waffen und Sprengstoffe

19 scharfe Schusswaffen, 192 verbotene Waffen wie Laser, Zielpunktprojektoren, Schlagringe und einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker stellten die Fahnder 2018 sicher. Außerdem beschlagnahmten sie 11 Kilogramm Sprengstoff, 1.800 Stück erlaubnispflichtige Munition und 22.600 Stück Pyrotechnik.

Gefälschte Produkte und Medikamente

Die Zöllner stellten rund 25.000 gefälschte Produkte sicher, darunter Textilien sowie Displays und Zubehörteile für Mobiltelefone. Außerdem brachten sie eine große Menge gefälschtes Waschmittel auf: 2.400 Tonnen Pulver und 590.00 Liter Flüssigwaschmittel.

Gefälschte und verbotene Medikamente sowie Dopingsubstanzen bergen auch für Verbraucher große Risiken. Krankheiten bleiben unbehandelt, mögliche Neben- und Wechselwirkungen sind nicht abzuschätzen. Der Zoll stellte 2018 folgendes sicher: 138.000 Tabletten, 76 Kilogramm Pulver und 18.000 Ampullen mit Dopingsubstanzen sowie 209.000 Tabletten, 460 kg Pulver und 9.820 Ampullen verbotene Arzneimittel.

Das meiste davon war per internationaler Luftfracht nur auf der Durchreise und sollte in andere Länder innerhalb und außerhalb Europas geliefert werden. In allen Fällen informierte der Zoll Dresden die Empfängerländer. In acht Fällen durfte die verbotene Fracht sogar kontrolliert weiterreisen, um am Bestimmungsort als Beweismittel zu dienen.

Artenschutz

Wegen Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz leitete die Behörde 12 Verfahren ein. Sichergestellt wurden unter anderem 227 Gegenstände aus der Haut artgeschützter Schlangen wie der Python und drei lebende Warane.

Von fkä

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