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Polizeiticker Dresdner Imker wegen fehlender Etiketten vor dem Kadi
Dresden Polizeiticker Dresdner Imker wegen fehlender Etiketten vor dem Kadi
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07:51 31.03.2018
Biene auf Waben Foto: Patrick Pleul dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 Vor Gericht wird um vieles erbittert gestritten, selbst um eine so süße Köstlichkeit wie Honig. Bei dem Streit zwischen Klaus S. und dem Veterinäramt geht es allerdings gar nicht um den Honig, sondern um das Etikett, das auf dem Glas drauf ist oder im Falle von Klaus S. eben nicht. Der 74-Jährige ist Hobbyimker mit einer großen Erfahrung, der aber nicht gewerbsmäßig arbeitet. Den Honig verbrauche er für sich selbst, verkaufe ihn an Stammkunden oder an andere Imker, wenn die Engpässe haben“, erklärte er im Amtsgericht. Bis der Honig in die Gläser gelangt lagert er ihn, gekennzeichnet nach seinen zwei Sorten, im Keller, dann kommt er abgefüllt zum Verkaufsstand in seinem Treppenhaus.

Bei einer Kontrolle 2016 standen in seinem Keller viele Gläser ohne Etikett. Das monierte das Amt, denn auf jedem Glas muss das Ursprungsland des Honigs, Name und Anschrift des Imkers, das Mindesthaltbarkeitsdatum und eine Kennzeichnung zur Rückverfolgbarkeit vermerkt sein. Klaus S. flatterte ein Bußgeldbescheid ins Haus, gegen den er Einspruch einlegte. „Wenn ich die Gläser im Keller beklebe, weiß ich doch nicht, kommen die auf meinen Tisch, auf einen anderen oder verfüttere ich den Honig an meine Bienen“, argumentierte er

Dabei hat er Etiketten, nur klebt er die nicht oder selten auf die Gläser. Für sich selbst brauche er das nicht und die Stammkunden wollen keine, weil das beim Saubermachen in der Spülmaschine Probleme mache“ erklärte er. „Es gibt da eine Vertrauensbasis.“ Das Amt sieht dies anders und pocht auf die Einhaltung der Regelung: jeder habe die Gläser zu kennzeichnen, sonst sei nicht nachvollziehbar, woher der Honig kommt.

Die Fronten sind da sehr verhärtet, die Schützengräben richtig tief, und bei den vorausgegangenen Gesprächen lief wohl auch einiges schief. Klaus S. und das Amt werden sicher keine besten Freunde. Der 74-Jährige beklagte, dass ihm zwar „das Regelwerk um die Ohren gehauen wurde“, er aber keine fachlichen Ratschläge zur Bekämpfung der Faulbrut bekam. „Für solch einen Blödsinn habe ich kein Verständnis.“Sollte er aber, an Regeln hat man sich nun einmal zu halten, schon im Sinne des Verbraucherschutzes. 275 Euro bekam er wegen fahrlässiger Verletzung der Vorschriften als Ordnungsgeld aufgebrummt. Dafür muss eine kleine Biene ganz schön viel Honig sammeln.

Von Monika Löffler

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