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Polizeiticker Sprengstoffanschlag auf Dresdner Moschee: Verdächtiger in U-Haft
Dresden Polizeiticker Sprengstoffanschlag auf Dresdner Moschee: Verdächtiger in U-Haft
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15:06 09.12.2016
Die Moschee an der Hühndorfer Straße in Dresden nach dem Sprengstoffanschlag. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Der Bombenanschlag auf die Dresdner Fatih Camii Moschee scheint aufgeklärt. Die Polizei hat bereits am Donnerstag einen Tatverdächtigen festgenommen, dem der Sprengstoffanschlag von Ende September zur Last gelegt wird, wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein von der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft am Freitag den DNN bestätigte. Der 30-jährige Dresdner wurde am Freitagvormittag dem Haftrichter vorgeführt und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Unbekannte haben am Montagabend in Dresden zwei Sprengstoffanschläge verübt. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, detonierte kurz vor 22 Uhr ein Sprengsatz an der Moschee an der Hühndorfer Straße in Cotta. Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe am Kongresszentrum

Nach Angaben der Extremismusexpertin der Linken im Landtag, Kerstin Köditz, trat der Mann im Sommer vergangenen Jahres bei einer Pegida-Demonstration als Redner auf. Das bestätigte das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei am Freitag. „Wir haben davon auch Kenntnis“, sagte OAZ-Chef Bernd Merbitz, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ein Video, das den 30-Jährigen zeigt, ist im Internet zu finden. Darin verliest er auf der Pegida-Bühne einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und äußert sich dabei auch abfällig über Ausländer.

Lutz Bachmann bezeichnete in einem Facebookpost am Freitagnachmittag den Tatverdächtigen als "Pegida-Dresden-Hasser", der sich "Festung Europa" zugewandt habe und sich eventuell auch dort radikalisiert habe. "Nun wissen wir also, wer dahinter steckt und dass mit dieser Aktion aktiv Pegida Dresden und dem Orgateam um Siegfried Daebritz und Lutz Bachmann geschadet werden sollte", ist in dem Post zu lesen. Zudem distanzierte sich Bachmann von jeglicher Gewalt.

Der Tatverdächtige trat im Juli 2015 als Redner bei Pegida auf (Screenshot des Youtube-Videos). Quelle: Screenshot

„Wir sind uns relativ sicher, dass wir dem Tatverdächtigen zumindest der Anschlag auf die Moschee und die Installation der Bombenattrappen auf der Marienbrücke nachweisen können“, sagt Oberstaatsanwalt Klein. Die Ermittler gehen ferner davon aus, dass der Täter auch für die Anschläge auf das Dresdner Kongresszentrum verantwortlich ist. Die „räumliche und zeitliche Nähe“ deuteten darauf hin, sagt Klein. Hinweise auf einen Mittäter gebe es nicht. Auch ein Bekennerschreiben habe sich nicht angefunden.

Zeitgleich mit der Festnahme haben die Ermittler, bei denen es sich um eine gemeinsame Gruppe der Generalstaatsanwaltschaft Dresden – Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen – Sonderdezernat zur Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität (INES-PMK) und des OAZ handelt, auch zwei Häuser in Dresden durchsucht. Dabei seien diverse Gegenstände gesichert worden, die mutmaßlich zur Herstellung von Spreng- und Brandvorrichtungen genutzt werden können, teilten Generalstaatsanwaltschaft und OAZ mit. Zudem habe man die DNA des Tatverdächtigen mit DNA-Spuren von den Tatorten verglichen – beide stimmen überein, wie Oberstaatsanwalt Klein bestätigt. Man habe „die ganze Nacht“ an der Beweissicherung gearbeitet.

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Den Verdächtigen hat die Polizei am Donnerstag auf einer Baustelle in Hessen festgenommen worden, wo er auf Montage tätig war. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft lebt der 30-Jährige allein in Dresden. Wie genau man auf die Spur des Mannes gekommen sei, wollte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nicht verraten. Nach dem Bombenanschlag auf die Moschee in Dresden-Cotta vom 26. September, der wenige Tage vor den Einheitsfeiern in Dresden weltweit für Aufsehen sorgte, hatte es Videoaufnahmen, die den mutmaßliche Täter zeigen, und zahlreiche Hinweise gegeben. Eine heiße Spur hatten die Ermittler lange Zeit nicht.

In der Nacht vom 26. September waren zuerst an der Fatih Camii Moschee und kurze Zeit später am Kongresszentrum Bomben explodiert. Es gab Sachschaden, verletzt wurde aber niemand. Auch der Imam und seine Familie, die sich in der Wohnung aufhielten, als vor ihrer Tür die mit einem Zeitschalter versehene Bombe hochging, blieben unverletzt. Drei Tage später wurde eine aus Gläsern und Drähten bestehende Bombenattrappe in einer Plastiktüte an der Marienbrücke gefunden.

Uwe Hofmann (mit dpa und fs)

Update: In einer früheren Version des Textes hieß es, der Festgenomme sei 29 Jahre alt. Diese Information wurde inzwischen von der Generalstaatsanwaltschaft korrigiert.

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