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Polizeiticker Razzia in Dresden gegen Kina-Diebesbande - Mehr als 600 Polizisten im Einsatz
Dresden Polizeiticker Razzia in Dresden gegen Kina-Diebesbande - Mehr als 600 Polizisten im Einsatz
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11:40 19.01.2017
Drei Georgier wurden in einer Asylunterkunft an der Strehlener Straße in Dresden verhaftet. Sie sollen zur Kina-Bande gehören.   Quelle: Roland Halkasch
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Dresden

 Mit mehr als 600 Bundespolizisten läuft seit dem frühen Mittwochmorgen in Dresden und anderen Städten eine der größten Razzien, die es je in Mitteldeutschland gab. Insgesamt 31 Wohnungen, Lager und Asylunterkünfte in Sachsen und Sachsen-Anhalt werden seit 6 Uhr durchsucht. Schwerpunkt ist Dresden und hier vor allem das Gebiet rund um den Hauptbahnhof. 15 Haftbefehle wurden vollstreckt.

Die Bundespolizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Hundertschaften im Einsatz und wurde dabei von Beamten der Zollfahndung und des sächsischen Landeskriminalamtes unterstützt. Insgesamt seien gut 600 Beamte an dem Einsatz beteiligt, sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna, Martin Ebermann.

Mit mehr als 600 Polizisten läuft seit dem frühen Mittwochmorgen in Dresden und anderen Städten eine der größten Razzien, die es je in Mitteldeutschland gab. Insgesamt 31 Wohnungen, Lager und Asylunterkünfte in Sachsen und Sachsen-Anhalt werden seit 6 Uhr durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft den Beschuldigten banden- und gewerbsmäßigen Diebstahl und Hehlerei im internationalen Maßstab vor. Für die Diebstähle sollen vor allem Georgier verantwortlich sein. Die Hehlerei soll nach Angaben der Ermittler vorwiegend über Vietnamesen in Geschäften gelaufen sein. Details zum Diebesgut wurden nicht mitgeteilt. Nach Angaben einer Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Dresden läuft die Aktion unter dem Namen „Kina 2“ – kurz für Kindernahrung.

Die Kina-Ermittlungsgruppe der Bundespolizei wurde 2015 nach gehäuften Diebstählen von Babybrei in Geschäften des Dresdner Hauptbahnhofs gebildet. Bei einer ersten Razzia im Mai 2016 wurden bereits sechs Männer festgenommen und zehn Wohnungen in Chemnitz und Löbau untersucht. Damals waren etwa 200 Beamte im Einsatz. Nun erfolgte in einer konzertierten Aktion der nächste große Schlag, um an die Hintermänner der Bande zu gelangen.

Das Geschäftsmodell sah dabei vor, die aus Drogeriemärkten gestohlene Babynahrung in Tschechien und Polen zu verkaufen. Teilweise gingen die Breis auch nach Asien, wo Mütter nach einem Milchpulverskandal in China verunsichert waren und sich deshalb ein lukrativer Markt für aus Deutschland gestohlene Ware öffnete, wie eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Dresden sagt.

Die Masse der durchsuchten Wohnungen und Hallen liegt in Dresden, es hat aber auch Aktionen in Leipzig, Halle/Saale, Freiberg, Striegistal und Radeberg gegeben. Unter den Verhafteten sollen nach DNN-Informationen Georgier und Vietnamesen sein, abschließende Angaben zu den Nationalitäten liegen noch nicht vor.

In Dresden stand neben Wohnungen an der Pennricher, Warthaer und Budapester Straße unter anderen auch eine Asylunterkunft an der Strehlener Straße im Visier der Ermittler. Dort konnten drei Haftbefehle gegen georgische Männer vollstreckt werden, wie Bundespolizei-Sprecher Michael Oettel sagt. Nachdem eine Spezialeinheit die Wohnungstüren geöffnet hatte, sei alles relativ ruhig und gesittet abgelaufen, Widerstand habe es keinen gegeben. Die Tatverdächtigen wurden kurz vor 9 Uhr in Handschellen abgeführt.

Was die Polizeiarbeit schwierig macht, ist die Agilität und Vernetzung der Truppe. So wurde etwa an der Budapester Straße trotz der frühen Stunde keine der gesuchten Personen angetroffen, an der Strehlener Straße dagegen neben den zwei dort Gesuchten, von denen einer allerdings nicht in der ihm zugeteilten Wohnung genächtigt hatte, noch ein Dritter, der eigentlich woanders gemeldet ist.

Die Auswertung bei der Bundespolizei dauert derzeit noch an.

Von Uwe Hofmann, mit dpa

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