Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Polizeiticker Razzien gegen mutmaßliche Schleuserbande in Dresden
Dresden Polizeiticker Razzien gegen mutmaßliche Schleuserbande in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:14 20.06.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Die Bundespolizei hat eine Schleuserbande ins Visier genommen, die hauptsächlich von Dresden aus agiert. Mehrere Personen stehen unter Verdacht, syrischen Staatsangehörigen in über 100 Fällen Visa verschafft zu haben – auf illegalem Wege. Am Mittwochmorgen wurden vier Wohnungen sowie drei Geschäftsräume in Reick und in der Altstadt durchsucht. Dabei stellten die Ermittler Beweismaterial sicher, heißt es von der Bundespolizeiinspektion Dresden. Über 50 Einsatzkräfte waren an den Razzien beteiligt, auch in Leverkusen fanden Wohnungsdurchsuchungen statt.
Im Fokus der polizeilichen Ermittlungen steht ein 57-jähriger Dresdner und ein 65-Jähriger aus Bad Schandau. Den beiden Hauptverdächtigen wird Betrug mit Bildungsvisa vorgeworfen. Über drei Scheinfirmen mit Sitz in Dresden sollen sogenannte Studienvorzulassungen verschafft worden sein. Dafür hatten die Schleuser anscheinend zahlreiche gefälschte Sprachzertifikate und Bildungsabschlüsse organisiert. „Mit der Studienvorzulassung kann bei der deutschen Botschaft ein Visum für die Einreise nach Deutschland beantragt werden. Tatsächlich wurden die Bildungsvisa aber nicht für studentische Zwecke genutzt, sondern um in der Folge missbräuchlich einen Asylantrag zu stellen“, sagt Polizeisprecherin Janine Lumtscher gegenüber den DNN.
Die gefälschten Dokumente zum Erwerb der Vorzulassung seien in den meisten Fällen an syrische Staatsangehörige gegangen. Sie hätten im Anschluss ihre Bildungsvisa bei der deutschen Botschaft in Abu Dhabi beantragt, heißt es von der Polizei. Der dritte Hauptverdächtige, ein 34-jähriger Syrer, soll den Bandenbetrug von Abu Dhabi aus mitkoordiniert haben. In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate habe er als Kontaktmann zur Verfügung gestanden. Auch drei weitere 20- bis 23-Jährige mit syrischem Pass seien laut Polizeiangaben in die Schleusergeschäfte verwickelt.
Lange blieben die kriminellen Machenschaften unentdeckt. Doch im Jahr 2016 kamen erste Zweifel an der Seriosität des Geschäfts auf. „Auffällig war, dass die Dokumente immer über die drei Scheinfirmen aus Dresden ausgestellt wurden“, sagt Lumtscher.  So nahm die Bundespolizei im September 2016 die Ermittlungen auf und will die mutmaßlichen Bandenbetrüger nun endlich dingfest machen.
Noch sind die Tatverdächtigen aber auf freiem Fuß.  Derzeit steht die Auswertung der Dokumente an, die in den durchsuchten Objekten beschlagnahmt wurden. „Darunter befinden sich in erster Linie diverse Unterlagen und Datenträger, die mit der Beschaffung fingierter Dokumente in Zusammenhang stehen und für das weitere Verfahren von Bedeutung sind“, teilt die Polizei mit. Der Fall zeige einmal mehr, „wie vielfältig das Betätigungsfeld von Schleusern ist – und dass es, wie hier geschehen, offensiv durch die Bundespolizei bekämpft wird.“Junes Semmoudi

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unbekannte haben am Dienstagnachmittag in einer Tiefgarage an der Wallstraße einen VW Passat aufgebrochen. Die Langfinger zerschlugen die Seitenscheibe und stahlen zwei Taschen und einen Laptop aus dem Wagen.

20.06.2018

Ein 33-Jähriger ist am Sonnabend von der Polizei festgenommen worden. Der Syrer stehe im Verdacht, mindestens neun Sexualstraftaten begangenen zu haben, teilte die Polizei am Dienstag mit.

19.06.2018

Ein Rentner ist in Dresden an der Haltestelle Schlehenstraße von einer Straßenbahn erfasst und lebensbedrohlich verletzt worden. Der 84-Jährige wollte die Gleise überqueren und übersah dabei die in Richtung Pennrich fahrende Bahn.

19.06.2018
Anzeige